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    Zuletzt aktualisiert: 01.03.2013 um 17:18 UhrKommentare

    Arbeitslosigkeit: Rekordhoch und kein Ende in Sicht

    Zwar hat Österreich im EU-Vergleich immer noch die geringsten Arbeitslosenzahlen, aber auch bei uns ist ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Im Februar waren 404.006 Personen ohne Job. In Oberösterreich und Kärnten stieg die Zahl am stärksten.

    Foto © APA/Sujet

    Erst dreimal hat es in Österreich seit 1945 mehr als 400.000 Personen ohne Job gegeben. Per Ende Februar ist die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,3 Prozent auf 326.401 gestiegen. Zusätzlich erhöhte sich die Anzahl der Schulungsteilnehmer um 10,2 Prozent auf 77.605. Damit waren insgesamt 404.006 Personen in Österreich ohne Job und um 6,2 Prozent mehr als Vorjahresmonat. Zum Vergleich: Im Jänner 2013 waren rund 410.700 Personen ohne Job und im Jänner 2010 rund 402.000.

    Geringste Arbeitslosigkeit in der EU

    Nach Berechnungen des Statistikamt Eurostat hatte Österreich im Jänner mit 4,9 Prozent - da ist der aktuell verfügbarste Wert - im EU-Vergleich weiterhin die geringste Arbeitslosigkeit, gefolgt von Deutschland mit 5,3 Prozent. In der Eurozone stieg die Arbeitslosigkeit auf das Rekordniveau 10,9 Prozent. Die höchste Arbeitslosenquote wurde in Griechenland mit 27 Prozent und in Spanien mit 26 Prozent verzeichnet. Nach österreichischer Definition lag die Arbeitslosenquote im Februar bei 8,7 Prozent (+0,3 Prozentpunkte).

    Zaghafte Entspannung in der Steiermark

    Die Arbeitslosigkeit ist im Februar in der Steiermark um 4,8 Prozent gestiegen, doch hinter dieser Zahl steht ein positiver Trend. Erstmals seit Monaten nimmt die Arbeitslosigkeit weniger zu als im österreichweiten Durchschnitt (5,3 Prozent). Zur Erinnerung: Die Steiermark hatte zuletzt das Ranking des Arbeitslosenwachstums angeführt.

    "Wir haben im Februar neun Prozent weniger neue Arbeitslose dazubekommen, 1,4 Prozent mehr Menschen konnten die Arbeitslosigkeit beenden", analysiert Christina Lind, stellvertretende Leiterin des AMS Steiermark. "Die Situation am Arbeitsmarkt entspannt sich."

    Dennoch: Aktuell suchen 47.765 Menschen in der Steiermark Arbeit, doppelt so viel Männer wie Frauen. Die Arbeitslosenquote liegt mit 9,3 Prozent aber weiter über der von Österreich: 8,7 Prozent nach österreichischer Messung, 4,9 Prozent laut EU. Sowohl bei den unter 25- als auch bei den über 50-Jährigen nahm die Arbeitslosigkeit im Februar um jeweils mehr als fünf Prozent zu. Die Baubranche beklagt die meisten Arbeitslosen (11.975), der Zuwachs bremste sich mit 4,1 Prozent aber ein. Die Zahl der offenen Stellen ist jedoch um ein Fünftel gesunken.

    Den stärksten Anstieg verzeichnete Oberösterreich (siehe Grafik). Österreichweit liegt die Arbeitslosigkeit weiter auf Rekordniveau: 404.006 Arbeitslose (inklusive Schulungsteilnehmer) im Februar sind nur geringfügig weniger als im Jänner (410.662, höchster Wert seit 1945). Gleichzeitig ist aber auch die Beschäftigung gestiegen. In der EU liegt die Arbeitslosigkeit bei 11,9 Prozent, das ist Rekord. Österreich bleibt das Land mit der geringsten Arbeitslosigkeit.

    HANNES GAISCH

    Trotz schwächelnder Konjunktur gab es in Österreich im Februar etwas mehr Personen in Beschäftigung. Die Zahl der aktiv unselbstständig Beschäftigten hat sich per Ende Februar um 27.000 Personen (+0,8 Prozent) auf 3,321 Millionen erhöht. Die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen ist hingegen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2.724 (-9,6 Prozent) auf 24.757 zurückgegangen.

    Ausblick bleibt negativ

    Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S) und AMS-Chef Johannes Kopf erwarten auch für die kommenden Monate keine Entspannung bei den Arbeitslosenzahlen. "Trotz der üblichen Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt und trotz weiterer Beschäftigungsgewinne muss auch in den nächsten Monaten mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich gerechnet werden", so Hundstorfer. Bevor Europa sich nicht aus der seit knapp fünf Jahren anhaltenden Wirtschaftskrise befreie, werde auch die exportabhängige österreichische Wirtschaft nicht genügend Arbeitsplätze schaffen um die Arbeitslosigkeit nachhaltig zu senken. Er wolle die Arbeitslosenzahlen "überhaupt nicht schön reden", sagte Hundstorfer im Ö1-"Mittagsjournal" des ORF-Radio am Freitag. Der Sozialminister erinnerte daran, dass es rund 97.000 vorgemerkte Arbeitslose mit einer Einstellungszusage gebe. Auch seien die AMS-Qualifizierungsmaßnahmen in den vergangenen zwei Jahren "effektiver und effizienter geworden".

    Zunahme in Oberösterreich und Kärnten

    Die Wirtschaftsflaute in Österreich hat die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen am stärksten im Industriebundesland Oberösterreich (+8,6 Prozent) und in Kärnten (+6,5 Prozent) ansteigen lassen. Die geringste Zunahme wurde in Tirol (+1,9 Prozent) und Vorarlberg (+2,2 Prozent) verzeichnet. Den größten Anstieg an Schulungsteilnehmern gab es in Wien (+21,2) und im Burgenland (+7,3 Prozent).

    Betroffene Branchen

    Von der Zunahme der Arbeitslosigkeit waren per Ende Februar am stärksten Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen (+ 12,2 Prozent) und Leiharbeiter (+6,3 Prozent) betroffen. In absoluten Zahlen gab es die meisten Arbeitslosen am Bau mit 68.614 Personen, im Handel (42.720) und in der Leiharbeitsbranche (33.217).

    Die durchschnittliche Verweildauer in der Arbeitslosigkeit stieg um 3 auf 96 Tage. Erneut erhöhte sich die Männerarbeitslosigkeit stärker als jene der Frauen. Von den per Ende Februar vorgemerkten 326.401 Arbeitslosen waren 211.239 Männer (+6,0 Prozent) und 115.162 Frauen (+3,9 Prozent).

    Die stärkste Zunahme der Arbeitslosigkeit wurde im Februar bei Langzeitarbeitslosen mit plus 28,9 Prozent verzeichnet. 6.124 Personen waren per Ende Februar länger als 12 Monate vorgemerkt. Ältere Menschen waren mit einer Zunahme von 7,9 Prozent stärker betroffen als Jugendliche (+3,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote bei älteren Arbeitnehmern betrug im Februar nach nationaler Definition 9,2 Prozent (+0,2 Prozentpunkte). Die Jugendarbeitslosenquote lag nach Berechnungen des EU-Statistikamt Eurostat im Jänner - das ist der aktuellste verfügbare Wert - bei 9,9 Prozent. Damit lag Österreich im EU-Vergleich auf Rang zwei, nur in Deutschland (8 Prozent) waren weniger Jugendliche ohne Beschäftigung.

    Am Lehrstellenmarkt gab es weniger offene Stellen, aber auch weniger Andrang: Die Zahl der Lehrstellensuchenden sank um 3,7 Prozent auf 4.733 Personen. Gleichzeitig ging die Zahl der offenen gemeldeten Lehrstellen um 9,3 Prozent auf 3.311 zurück.

    Die Anzahl der Arbeitslosen mit Bakkalaureatsstudium schnellte im Vergleich um 42 Prozent auf 624 Personen. Dieser Studienabschluss sei noch relativ neu und die Arbeitgeber hätten möglicherweise noch nicht "den Wert dieses Studiums erkannt", kommentierte der Sozialminister die aktuellen Zahlen. Per Ende Februar waren knapp 11.000 Universitätsabsolventen ohne Job (+9,8 Prozent).


    Arbeitslose in Österreich: Februar 2013

    Grafik © KLZ

    Grafik vergrößernGrafik © KLZ

    Hilfe für Junge

    Extravagante Berufe. Bekanntes ist gut, Unbekanntes bietet aber oft deutlich mehr Chancen am Arbeitsmarkt. Die neun Berufsinformationszentren in der Steiermark versuchen zum einen, Unterstufen-Schüler bei ihrer Entscheidung für Schule oder Lehre zu helfen. Zum andern stellen die Mitarbeiter auch neue, zukunftsträchtige Jobs vor.

    Rechnen & Benimm. Vor allem in technischen Berufen wie Mechatroniker geht ohne Mathematik nichts. Das AMS bietet Nachschulungen an, aber auch Betriebe lassen ihre zukünftigen Lehrlinge immer wieder zuerst die Schulbank drücken. In Styling-Kursen wird richtiges Auftreten in der Arbeitswelt gelehrt - und meist auch gelernt.

    Lehrlingscasting. Derzeit drängen geburtenschwächere Jahrgänge auf den Arbeitsmarkt. Für die Unternehmen heißt das vor allem eins: Kampf um die Guten. Viele Firmen veranstalten bereits Lehrlings-Castings. Und am Lehrplatz gibt es dann Gratis-Führerschein, -Handys oder Konzertkarten als Motivation.

    Pate & zweite Chance. Über den Arbeitslosenfonds der Diözese Graz-Seckau geben ehrenamtliche Paten ihre Erfahrungen weiter und helfen den Jugendlichen bei der Jobsuche. Viele Jugendliche, die in den Caritas-Projekten "tagwerk“ und "offline“ arbeiten, haben entweder die Schule abgebrochen oder nach der Lehre keine Stelle gefunden. Die Projekte sind für sie eine zweite Chance.

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