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Zuletzt aktualisiert: 14.02.2013 um 22:15 UhrKommentare

Den Steirern auf den Lohnzettel geschaut

Bei den Einkommen schreiben sich langjährige Trends fort. Die Männer bleiben im Vorteil, Steiermark ist ein Nachzügler.

Foto © Fotolia: joachim_wandle

Es bleibt weiter ungerecht. Die aktuelle Landesstatistik über die Einkommenssituation in der Steiermark (Stand: 2011) bestätigt die diesbezüglich latente Kluft zwischen Männern und Frauen. So verdient ein Steirer, der ganzjährig Vollzeit arbeitet, einen Jahresbezug von durchschnittlich 43.517 Euro (brutto) - das entspricht einem Monatsbezug von zwölf Mal netto 1956 Euro plus einem 13. und 14. Monatsgehalt von rund 2440 Euro. Eine Steirerin bekommt dagegen nur 33.207 Euro brutto, was einem Monatsbezug von zwölf Mal 1603 Euro netto plus einem 13. und 14. Monatsgehalt in der Höhe von rund 1850 Euro entspricht. Grund sind tradierte Karrieremuster, von der Wahl schlechter bezahlter (Dienstleistungs-)Berufe über Kinderpausen bis zu generell geringeren Aufstiegschancen.

Schwacher Trost: Beim Nettoeinkommen verringert sich die Differenz aufgrund der höheren Steuerleistung der Männer. Zudem ist in den westlichen Bundesländern die Differenz ausgeprägter und in urbanen Ballungsräumen ist der sogenannte "Gender Pay Gap" (Einkommensunterschied zwischen Geschlechtern) kleiner. Ein Ungleichgewicht bleibt.

Unterschiede schrumpfen

Fortgeschrieben wird es auch bei der Verteilung von Voll- und Teilzeitjobs. Demnach arbeiten 86,7 Prozent der männlichen Arbeitnehmer in Vollzeit, bei den Frauen liegt dieser Anteil bei lediglich 49,3 Prozent. Das führt in der Gegenüberstellung der durchschnittlichen Einkommen (unabhängig ob Voll- oder Teilzeit) zu enormen Unterschieden zwischen den Geschlechtern. 33.622 Euro brutto bei den Männern gegenüber 20.355 Euro bei den Frauen.

Aus diesen beiden Werten errechnet sich ein durchschnittliches Bruttoeinkommen der Steirer von 27.455 Euro. Die Steiermark bleibt damit im Bundesländervergleich im Mittelfeld. Steiermark-intern zeigt sich eine langsame Nivellierung: Die Unterschiede zwischen den einkommensstarken Industriebezirken der Obersteiermark und den schwächeren Bezirken im Süden und Osten verringern sich.

Hochgerechnet auf das Haushaltseinkommen pro Kopf bleibt die Steiermark aber - gemeinsam mit Kärnten - das "Armenhaus" unter den Bundesländern. Nur 19.700 Euro stehen hier pro Haushaltsmitglied zu Verfügung, wobei aber die Haushaltsgröße eine Rolle spielt und die Unterschiede zu den anderen Bundesländern generell sehr gering sind.

Zumindest, was die individuelle Kaufkraft angeht, gilt aber der Spruch von der "guten alten Zeit". Denn in den 1980er- und 90er-Jahren stiegen die Einkommen deutlich stärker als die Inflationsrate.

Die beiden Kurven verlaufen zwar mittlerweile weitgehend parallel, der Bonus aus den Vorgängerjahrzehnten schlägt aber immer noch durch. So sind die verfügbaren Einkommen zwischen 1995 und 2010 um 56 Prozent gestiegen, der Verbraucherpreisindex kletterte im selben Zeitraum "nur" um 29,7 Prozent. Demnach haben wir heute rund 20 Prozent mehr Geld zu Verfügung. "Eine Milchmädchenrechnung", schränkt Martin Mayer, Leiter der Landesstatistik ein. Als Trend-Aussage lässt er sie aber gelten.

KLAUS HÖFLER





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