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Zuletzt aktualisiert: 02.10.2012 um 19:51 UhrKommentare

Zur Prüfung, bitte

Erfolgreich lernen: Wie man sich den Stoff besser merkt, Prüfungsangst besiegt und ob das Strebern in letzter Minute noch etwas bringt.

Zum Haareraufen, dieser Stress. Mit diesen Tipps klappt die nächste Prüfung

Foto © FOTOLIAZum Haareraufen, dieser Stress. Mit diesen Tipps klappt die nächste Prüfung

Eine gesunde Portion Nervosität gehört zu jeder Prüfung und kann sich positiv auf die Leistung auswirken. Nackte Angst allerdings ist nicht unbedingt förderlich, im schlimmsten Fall führt sie zum Blackout. Wann und wie man sich am besten auf Prüfungen vorbereitet, die Nerven im Zaum hält und ob man notfalls in den letzten Minuten noch Wissen aufnehmen kann, erklären Experten.

Wie viel? "Die Faustregel lautet: Pro Tag und Stoffgebiet eine Stunde lang lernen", sagt Josef Zollneritsch vom steirischen Landesreferat für Schulpsychologie und Bildungsberatung. Wer zu spät beginnt, muss sich eben entsprechend länger vor die Bücher setzen. Dabei sollte man nach dem Schachbrett-Prinzip vorgehen und sich verschiedenen Stoffgebieten abwechselnd widmen. Ähnliche Bereiche wie etwa zwei Sprachen sollte man nicht nacheinander durchgehen. Und: Immer wieder Pausen einlegen.

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Fernsehen, emotionale Belastungen oder konzentriertes Lernen von neuem Stoff knapp vor der Prüfung können das bereits Gelernte ,löschen'.

Kurzzeitgedächtnis. "Prinzipiell ist es möglich, auch größere Stoffmengen rasch im Kurzzeitgedächtnis zu speichern. Aber Blackouts treten dabei einfach häufiger auf", erklärt der Experte. Sein Rat dazu: nur in Notfällen und nur bei einem Stoff, den man nicht auswendig lernen muss. Von unreflektiertem Lernen rät Gedächtnistrainerin Luise Maria Sommer ab: "Davon bleibt nur ganz wenig erhalten, schade um die Energie." Besser: verstehen, einprägen, den Stoff gezielt wiederholen. Wenn man genügend Zeit hat, gilt der "Faktor drei": Nach einem Tag, dann nach drei, neun und 27 Tagen die Lerninhalte wiederholen. Und bei hartnäckigem Nicht-einprägen-Können: "Was dann immer noch nicht gewusst wird, kommt am nächsten Tag wieder dran."

Merkhilfen. Wer sich einredet, sein Gedächtnis sei ein Nudelsieb, tut sich schwerer als Menschen mit einer positiven Einstellung. Man solle ruhig mehr Vertrauen in die eigene Merkleistung legen und sich ruhig einmal dafür loben, wie viel man sich schon gemerkt hat, bekräftigt Sommer. Sätze wie "Das darf ich nicht vergessen!" sollte man durch "Das merk ich mir!" ersetzen.

Eselsbrücken beim Lernen baut man zum Beispiel mit der Loci-Methode. Dabei legt man die Inhalte gedanklich an bestimmten Orten (loci) ab - kennt man den Hörsaal nicht, kann auch der eigene Körper dafür herhalten. Braucht man die Infos, klappert man die Orte der Reihe nach ab. Dabei gelte es, die Logik auszuschalten. Je absurder die Kombinationen, desto schneller hat man später alles parat.

Angst. Wer sich gut vorbereitet, kann das Nervenflattern auch so eindämmen: bei den Prüfungen anderer zuhören, wenn man die Gelegenheit hat, und Räumlichkeiten, Ablauf, Dauer und anwesende Personen kennenlernen. Das Szenario kann man im Vorfeld zu Hause nachstellen und trainieren. Auch diese Atemtechnik hilft gegen Nervosität: die flache Hand etwa zwei Zentimeter unterhalb des Nabels auf den Bauch legen. Dann ruhig und tief ein- und langsam wieder ausatmen. Man stellt sich dabei vor, wie der Atem in Richtung Hand strömt, und spürt, wie sie sich leicht anhebt. Dann verfolgt man den Weg der Luft über die Brust zurück bis zur Nase. Einige Minuten lang wiederholen.

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Man sollte ruhig ein wenig mehr Vertrauen in die eigene Merkleistung legen und sich hin und wieder dafür loben, wie viel man sich schon gemerkt hat.

Letzte Stunden. Was man am Morgen vor dem Test nicht kann, kann man auch bei der Prüfung nicht. In den letzten Stunden vorher sollte man das Lernen sein lassen und sich ablenken, am besten mit Bewegung an der frischen Luft oder Musikhören. Speichert am besten: den Stoff am Vorabend noch einmal wiederholen und dann sein Wissen ohne große Ablenkung "ins Bett bringen". Vorsicht: Fernsehen, emotionale Belastung oder konzentriertes Lernen von neuem Stoff am Morgen vor der Prüfung können das bereits Gelernte "löschen".


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