Arbeitslosigkeit stieg kräftig an
Im August stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem August des Vorjahres um 6,1 Prozent auf 232.661 Arbeitslose. Dramatisch ist die Situation bei den Langzeitarbeitslosen und Zeitarbeitern.

Foto © Fotolia: Tom-McNemarDie Wirtschaftskrise ist am Arbeitsmarkt angekommen.
Das sind um 13.414 Personen mehr als noch vor einem Jahr. Dramatisch ist die Situation bei den Langzeitarbeitslosen, hier gab es ein Plus von über 20 Prozent. Ebenfalls stark zugenommen hat die Zahl der Arbeitslosen mit einer Beeinträchtigung (plus 16,7 Prozent). Auch bei Ausländern gab es einen starken Anstieg (plus 13,2 Prozent), während der Zuwachs bei den Jugendlichen im Gesamtvergleich moderat ausfiel (plus 3,2 Prozent).
Zeitarbeiter besonders schlecht dran
Besonders hart erwischt hat es die Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen, hier gab es im Jahresvergleich um 11,4 Prozent mehr Arbeitslose. Schlecht schaut es auch beim angeblichen Jobmotor Gesundheitsberufe aus (plus 9,0 Prozent). Weit besser haben es hier die produzierenden Berufe mit einem leichten Zuwachs der Arbeitslosenrate um 2,8 Prozent.
Wie in schlechten Zeiten üblich hat auch die Zahl der Schulungsteilnehmer zugenommen (plus 4,3 Prozent). Damit waren zusätzlich zu den 232.661 Arbeitslosen noch 56.562 Personen in Schulung. Dem standen 31.494 gemeldete offene Stellen gegenüber. Ihre Anzahl ist im August um zwei Prozent zurück gegangen. Rückläufig war auch die Zahl der Arbeitssuchenden mit Einstellungszusage (minus 11,3 Prozent).
Nach EU-Berechnung
Nach EU-Berechnung belief sich die heimische Arbeitslosenquote im Juli - das ist der aktuellste verfügbare Wert - auf unverändert 4,5 Prozent. Österreich hat damit weiterhin die mit Abstand niedrigste Arbeitslosigkeit in der EU. Im Schnitt lag die Arbeitslosenrate in der EU-27 im Juli bei 10,4 (10,4) Prozent, in der Eurozone bei 10,6 (11,2) Prozent.
Noch immer würden viele Unternehmen ältere Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit schicken, kritisiert AK-Präsident Herbert Tumpel in einer Aussendung. "Wir brauchen rasch einen Schwerpunkt in der Arbeitsmarktpolitik für diese Personengruppe", verlangt Tumpel. Er fordert unter anderem die Einführung eines Bonus-Malus-Systems, um die Arbeitsplätze der Älteren besser abzusichern, oder mehr Umstiegsmöglichkeiten innerhalb der Unternehmen auf weniger belastende Arbeitsplätze. Die Reform der Invaliditätspension müsse so umgesetzt werden, dass Arbeitnehmer mit guter Ausbildung eine neue Beschäftigungsmöglichkeit mit ausreichendem Einkommen finden.
Die Arbeitslosigkeit steig in allen Bundesländern, am stärksten in Oberösterreich (plus 7,8 Prozent), am wenigsten in Vorarlberg (plus 3,5 Prozent).
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Arbeitslose im August in Österreich

Grafik vergrößernArbeitslose im August in Österreich Grafik © APA/Infografik
Fakten
7,3 Prozent mehr Arbeitslose gab es im August in der Steiermark. Vor allem im Handel, im Bau, in der Gastronomie und in der Leiharbeit gibt es weiterhin ein Plus.















