Mitarbeiter verzweifelt gesucht
Der Fachkräftemangel wird erstmals stark spürbar. Nun will man schlummernde Reserven heben - auch durch Behindertenintegration.

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Das Jahr 2016 bringt eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt: Erstmals werden dann bei uns mehr Menschen pensioniert als neu in die Arbeitswelt aufgenommen. Entsprechend nervös gehen die Firmen schon heute in das Rennen um die besten Köpfe. In allen Teichen wird gefischt: Alte sollen länger arbeiten, Junge besser ausgebildet werden, die Frauenerwerbsquote soll steigen. Und auch Nicht-EU-Studenten will man das Arbeiten in Österreich künftig erlauben.
Menschen mit Behinderung
Ein bisher wenig beachtetes Hoffnungsgebiet sind Menschen mit Behinderung. Trotz vielen Förderprogrammen sind sie nur schwach in der Arbeitswelt vertreten. Das soll sich jetzt ändern. Das Sozialministerium gibt bis 2016 insgesamt 725 Millionen Euro Steuergeld für integrative Maßnahmen aus.
Über die neue Dachmarke "Netzwerk Berufliche Assistenz" werden künftig Talente behinderter Jugendlicher ausgelotet und gefördert sowie die Begleitung bei Arbeitssuche und Job-Einstieg intensiviert. "Mit Blick auf die demografische Entwicklung wird diese Gruppe immer wichtiger", sagt Sozialminister Rudolf Hundstorfer.
Ein Ausblick auf 2050
Laut Josef Kytir, Bevölkerungsfachmann bei der Statistik Austria, wird es 2050 im Inland um 200.000 Arbeitskräfte weniger geben als heute. Die Jobinitiative "careermoves" setzt an diesem Punkt an und ersucht Firmen, auf ihrer Plattform (www.careermoves.at) gezielt auch freie Stellen anzubieten, die für Menschen mit Einschränkungen geeignet sind. Rund 3000 Jobs wurden auf dem Portal bereits offeriert, erzählt Initiator Gregor Demblin.
Die Firmen seien nur zum Teil auf die kommenden Herausforderungen eingestellt, mahnt der Chef des Arbeitsmarktservice, Johannes Kopf. Und für die Steiermark sagt der hiesige AMS-Landesgeschäftsführer Karl-Heinz Snobe: "Wir fangen an, die demografische Keule erstmals wirklich zu spüren, etwa bei den Lehrlingen." Im ungelernten Bereich sieht es freilich anders aus, dort fehlen offene Stellen. Einer der Gründe: Seit der Arbeitsmarkt-Ostöffnung arbeiten 3200 Ungarn und Slowenen in der Steiermark.














