Kampf dem Krankfeiern
Die Zahl der Krankenstandstage ist 2011 in der Steiermark um 300.000 auf mehr als 5,1 Millionen gestiegen. Wirtschaft fordert schärfere Kontrollen.

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Das Thema ist seit Jahren für Aufreger gut. Erst vor wenigen Monaten hat der ÖVP-Wirtschaftsbund gefordert, dass am ersten Krankenstandstag künftig kein Gehalt mehr ausbezahlt werden soll. Um so Kurzkrankenstände einzudämmen. Der Sturm der Entrüstung machte nicht einmal vor der eigenen Partei halt, auch der Arbeitnehmerbund ÖAAB sprach sich gegen die Forderung aus.
Rückendeckung kommt jetzt aber aus der Steiermark. In einer Umfrage der Wirtschaftskammer unter 250 Betrieben sprechen sich mehr als 62 Prozent dafür aus, dass der erste Krankenstandstag unbezahlt sein soll. Sechs von zehn Unternehmern geben an, bereits durch vorgetäuschte Krankenstände geschädigt worden zu sein. Daher fordern 83,3 Prozent der Befragten strengere Kontrollen. Dem schließen sich auch die steirischen Direktoren von Wirtschaftskammer und Wirtschaftsbund, Thomas Spann und Kurt Egger, an. Missbrauch müsse verhindert werden, so die Devise.
444 Millionen Euro
Im Vorjahr ist die Zahl der Krankenstandstage in der Steiermark um 307.500 auf 5,15 Millionen gestiegen. Wobei, so Egger, in dieser Zahl die Kurzkrankenstände gar nicht berücksichtigt seien, da von vielen Arbeitgebern erst ab drei Krankenstandstagen eine ärztliche Bestätigung verlangt werde. "Auf Basis des Durchschnittsverdienstes in der Steiermark wurden heimische Betriebe im Vorjahr mit Kosten von 444 Millionen Euro nur durch Krankenstandstage belastet", so Egger. Nun wird gefordert, dass die Krankenstandskontrollen - die laut Egger zuletzt rückläufig waren - auf zehn Prozent erhöht werden.
Nicht neu, aber traditionell heiß umstritten, ist eine weitere Forderung, die Spann und Egger formulieren. Und zwar jene, nach der Einführung von Selbstbehalten für Arztbesuche bei allen Sozialversicherungsträgern. Bei der gewerblichen Sozialversicherung hätte sich das bewährt. Selbstbehalte würden - neben einem finanziellen Vorteil für die Gebietskrankenkasse - auch ein höheres Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit der eigenen Gesundheit fördern. Im Vorjahr hatten sich Arbeiterkammer sowie GKK-Obmann Josef Pesserl dagegen ausgesprochen - unter Verweis auf ohnehin bereits vorhandene Selbstbehalte wie die Rezeptgebühr.
Egger betont, dass diese Maßnahme unter Einberechnung von Ausnahmeregelungen für sozial Schwache, chronisch Kranke, Kinder und Jugendliche rund 36 Millionen Euro an Einsparungen bringen könnte.














