Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
25. Mai 2013 12:59 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
 
Warum sind Emotionen ansteckend? Beschäftigungsgarantie für alte Langzeitarbeitslose Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Meine Karriere Nächster Artikel Warum sind Emotionen ansteckend? Beschäftigungsgarantie für alte Langzeitarbeitslose
Zuletzt aktualisiert: 16.07.2012 um 14:42 UhrKommentare

Die geheimen Codes der Chefs

Jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf ein korrekt ausgestelltes Dienstzeugnis. Arbeitszeugnisse zu deuten ist jedoch eine eigene "Wissenschaft": Wie der Chef meint, was er schreibt. So lesen Sie zwischen den Zeilen und deuten die Formulierungen richtig.

Foto © Fotolia

Vernichtende Kritik wird schön gefärbt

Auf den ersten Blick lesen sich Dienstzeugnisse positiv. Auch vernichtende Kritik wird in nette Sätze verpackt, trotzdem ist Vorsicht geboten. Wer die Codes nicht kennt, könnte Probleme beim nächsten Job bekommen. Das Wort "gut" bedeutet nämlich nicht die Schulnote zwei, sondern nur mittelmäßig. "Sie hat sich bemüht" kommt einem "Nicht genügend" gleich. Herausragende Bewertungen sind überschwänglich, enthalten Steigerungen/Zeitergänzungen wie "Er war stets äußerst zuverlässig". Ein "Sehr gut" wird im Arbeitszeugnis durch höchstes Lob honoriert.

Im Dschungel der Zeugnissprache

Steht im Dienstzeugnis die Floskel "Sie hat ihre Arbeiten ordnungsgemäß erledigt", ist das als "Nicht genügend" zu werten. Übersetzt bedeutet er etwa: "Sie ist eine Bürokratin, die nie die Initiative ergreift."

Mit "Die Qualität seiner Arbeitsergebnisse lag über den Anforderungen" will man darauf hinweisen, dass noch mehr drinstecken würde. Eine gute Beurteilung wäre: "Die Qualität seiner Arbeitsergebnisse lag, auch bei sehr schwierigen Arbeiten und Termindruck, stets sehr weit über den Anforderungen."

Wenn Wörter einfach vergessen werden

Oft werden Aussagen oder Wörter "vergessen". Fehlt ein Satz zur persönlichen Führung, ist davon auszugehen, dass es in dem Bereich Probleme gegeben hat. Der Satz "Er zeigte ein einwandfreies Betragen gegenüber den Kollegen" ist auch kein Grund zur Freude. Hier wird mit der Leerstellentechnik gearbeitet: Das Verhalten war den Kollegen gegenüber korrekt, für den Chef trifft das aber nicht zu - ". . . stets einwandfrei" wäre positiv.

Wörter wie "meist", "überwiegend", "im Großen und Ganzen" oder "im Allgemeinen" lassen bei HR-Verantwortlichen die Alarmglocken schrillen. Einschränkungen werden negativ bewertet.

Fehldeutungen vermeiden

"Mit seinen Vorgesetzten ist er gut zurechtgekommen" - dieser Satz stellt dem Mitarbeiter kein gutes Zeugnis aus. Wer als Arbeitgeber Fehldeutungen vermeiden will, sollte ihn anders formulieren, er bedeutet nämlich, dass der Mitarbeiter bestenfalls ein Mitläufer ist, der sich nur gut verkaufen kann. Ein dickes Lob enthält hingegen dieser Satz: "Sie hat die ihr gestellten Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit erledigt."

Dass man durch übermäßiges Tratschen aufgefallen ist, verrät die Formulierung: "Er trug durch seine Geselligkeit zum guten Betriebsklima bei."

Mein Recht auf ein Dienstzeugnis

Jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf ein korrekt ausgestelltes Dienstzeugnis. Es kann bis zu 30 Jahre rückwirkend vom Arbeitgeber verlangt werden, informiert die AK. Bei mangelhaften Dienstzeugnissen sollte der Arbeitgeber auf die Fehler hingewiesen und mit Nachdruck ersucht werden, diese zu korrigieren, betonen die Experten der AK. Im Zweifelsfall können Arbeitnehmer ihr Zeugnis auch überprüfen lassen.


Zitiert

"Er war immer zuverlässig."

Was der ehemalige Arbeitgeber mit dem Satz ausdrückt, ist alles andere als ein Lob. Zwischen den Zeilen steht zu lesen: Er war zwar da, wenn man ihn gebraucht hat, war aber nicht immer zu gebrauchen.

Zitiert

"Wir danken ihm für seine Mitarbeit."

Mit diesem Satz wird einem eine bestenfalls mittelmäßige Leistung zugestanden. Dank wird im Arbeitszeugnis etwa so bekundet: "Wir bedauern sein Ausscheiden außerordentlich und danken ihm für die kontinuierlich sehr gute Leistung."

Zitiert

"Wir wünschen ihm künftig viel Erfolg."

Auch dieser Satz ist nicht positiv zu deuten. Hier wird nicht aufrichtig viel Erfolg gewünscht, sondern Folgendes ausgedrückt: "Er hatte zwar bei uns keinen Erfolg, aber vielleicht klappt es ja in der Zukunft." Positiv wäre: "Wir wünschen ihm weiterhin viel Erfolg."





Die besten Forschungsprojekte

contrastwerkstatt - Fotolia

Die Kleine Zeitung präsentiert in Kooperation mit den fünf steirischen Universitäten, den beiden Fachhochschulen, den zwei Pädagogischen Hochschulen und Joanneum Research die besten steirischen Forschungsprojekte.



Lebe deinen Plan!

Alles zur Lehre

Kleine Zeitung

Das Lehrlings-Special der Kleinen Zeitung bietet einen Überblick über den aktuellen Markt und Ereignisse. Außerdem gibt's hier Tipps, Tricks und Hinweise für den Weg zur perfekten Lehrstelle.

KLEINE.tv

Pflegeberuf: Job-Garantie der Zukunft?

Finanzkrise, Wirtschaftskrise, steigende Arbeitslosenzahlen und eine imm...Bewertet mit 5 Sternen

 

Online-Anzeigen-Tool

Inserieren Sie jetzt in nur 6 Schritten Ihre Zeilenanzeige in der Kleinen Zeitung Weiter



Seitenübersicht

Zum Seitenanfang