Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
19. Mai 2013 13:59 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
 
Mehr Mut im Arbeitsalltag Wie werde ich Yoga-Lehrerin? Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Meine Karriere Nächster Artikel Mehr Mut im Arbeitsalltag Wie werde ich Yoga-Lehrerin?
Zuletzt aktualisiert: 13.07.2012 um 10:33 UhrKommentare

Österreich und Deutschland werden zu Billiglohnländern

Laut dem Aufdecker-Journalisten Günter Wallraff hat Europa ein Problem: Lohndumping. Aus Angst vor Abwanderung der Industrie werden prekäre Dienstverhältnisse und Scheinselbständigkeit zugelassen.

Aufdecker-Journalistne Günter Wallraff

Foto © APAAufdecker-Journalistne Günter Wallraff

Aus Sicht des Aufdecker-Journalisten Günter Wallraff befindet sich Europa in einer Abwärtsspirale. Aus Angst davor, dass die Produktion in Schwellenländer ausgelagert werde, habe Europa seine sozialen Standards ausgehöhlt. In vielen europäischen Staaten, darunter in Deutschland und auch in Österreich gebe immer Sozial-Dumping. "Wir sind zu einem Billiglohnland geworden", sagte Wallraff am Donnerstagabend in Wien. Das Netzwerk Soziale Verantwortung hatte Wallraff zum Thema Corporate Social Responsibility eingeladen.

Als Beispiel nannte Wallraff seine aktuelle Reportage beim Paketzusteller GLS. Seit dem Aufdecken der Zustände in der Paketdienstleiterbranche habe er hunderte Hilferufe erhalten. Die Branche stehe unter Rechtfertigungsdruck. Die Paketfahrer kommen laut Wallraff auf einen Stundenlohn von nur zwei, drei Euro. Wallraff will "da dran bleiben". Er ist überzeugt, dass sich was ändere. Momentan bereitet er einen Musterprozess eines Subunternehmers gegen GLS wegen Scheinselbstständigkeit vor. Die Schwierigkeit dabei sei allerdings, dass sich kaum jemand traut, gegen den Konzern rechtlich vorzugehen, erzählte Wallraff vor Journalisten.

Die Entscheidung, die Reportage im deutschen Privatfernsehen RTL auszustrahlen, sei im Nachhinein die richtige gewesen, sagte er. So habe er mehr Jugendliche erreicht. Generell bemerkt Wallraff, dass jüngere Leute wieder solidarischer werden. Die deutschen Gewerkschaften würden nach einem Mitgliederschwund jetzt wieder steigende Mitgliederzahlen verzeichnen.

Vorgehen gegen Betriebsräte

Das sei auch wichtig, denn Wallraff ortet einen Trend, dass Konzerne immer öfters gegen "unliebsame Betriebsräte" vorgehen. Deutsche Autohersteller etwa würden die Belegschaft in Subfirmen, Leiharbeiter und Stammpersonal spalten. Insgesamt fünf Millionen Deutsche arbeiten unter dem Existenzminimum, zählte Wallraff auf. Anwälte haben sich laut Wallraff auf "Arbeitsrecht für Arbeitgeber" spezialisiert. Mit "Psycho-Terror" und kriminellen Methoden würden kritische Belegschaftsvertreter aus den Unternehmen geekelt.

Prekäre Arbeitsverhältnisse sieht Wallraff auch bei Callcentern oder bei Großschlächtern. Generell seien immer mehr Branchen betroffen. In Deutschland liege die Lebenserwartung von Menschen, die unter 1.000 Euro verdienen, zehn Jahre unterhalb jener von Besserverdienern. Wallraff: "Reiche werden immer reicher, Arme immer zahlreicher." Für die nächsten zehn Jahre ist er pessimistisch, das Sozialsystem breche ein. "Ich sehe einen Kollaps", prophezeite er.






Die besten Forschungsprojekte

contrastwerkstatt - Fotolia

Die Kleine Zeitung präsentiert in Kooperation mit den fünf steirischen Universitäten, den beiden Fachhochschulen, den zwei Pädagogischen Hochschulen und Joanneum Research die besten steirischen Forschungsprojekte.



Lebe deinen Plan!

Alles zur Lehre

Kleine Zeitung

Das Lehrlings-Special der Kleinen Zeitung bietet einen Überblick über den aktuellen Markt und Ereignisse. Außerdem gibt's hier Tipps, Tricks und Hinweise für den Weg zur perfekten Lehrstelle.

KLEINE.tv

Fischer: "Medien sind einfach spannend"

Der Studiengang Journalismus und PR feiert Donnerstag und Freitag sein 1...Bewertet mit 1 Stern

 

Online-Anzeigen-Tool

Inserieren Sie jetzt in nur 6 Schritten Ihre Zeilenanzeige in der Kleinen Zeitung Weiter



Seitenübersicht

Zum Seitenanfang