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    Zuletzt aktualisiert: 03.06.2012 um 16:23 UhrKommentare

    Olivier Baussan: Der Poet der Düfte

    Literaturstudent, Kosmetikproduzent, Verpackungsdesigner: L'Occitane-Gründer Olivier Baussan philosophiert im Gespräch mit der Kleinen Zeitung über sein jüngstes wohlriechendes "Kind" und seine große Leidenschaft.

    Olivier Baussam auf dem Dorfplatz von Revest-des-Brousses im Herzen der Provence

    Foto © L'OccitaneOlivier Baussam auf dem Dorfplatz von Revest-des-Brousses im Herzen der Provence

    Warum präsentieren Sie die neuen Düfte Eau Ravissante, Eau Universelle und Eau Captivante ausgerechnet an einem Brunnen?

    OLIVIER BAUSSAN: Es ist das Herz jedes Dorfes. Über Jahrhunderte hat man am Brunnen Weisheit und Philosophie weitergegeben. Ich habe auch Zeilen von Jean Giono, einem Schriftsteller aus Manosque, im Kopf. ,Machst Du eine Faust, entfließt Dir alles, öffnest Du die Hand, bleibt es Dir.' Es ist eine Sichtweise, die nicht nur für Wasser gilt, sondern auch für das Leben. Der Flakon steht für eine typische Fontäne in der Provence, der Schriftzug ist eine Hommage an die Letter am Eingang provençalischer Dorfcafés.

    Sie haben das Unternehmen L'Occitane 1976 gegründet. Warum dauerte es mehr als 30 Jahre bis zum ersten Eau de Cologne?

    BAUSSAN: Es hat mit der Nähe unserer Zentrale in Manosque zur Parfumwelthauptstadt zu tun. In Grasse entstand seit dem 18. Jhd. eine Vielzahl an herrlichen Düften und Flakons. Ich habe mich nicht bereit gefühlt zu konkurrieren, wollte etwas Bleibendes kreieren. Man kann sagen, ich habe mir dafür 36 Jahre Zeit gelassen.

    In den Anfangsjahren haben Sie destilliert, Seifen und Shampoos hergestellt. Wie kommt der Wandel vom Produktentwickler zum Verpackungsdesigner?

    BAUSSAN: Es ist meine große Leidenschaft, die Geschichte eines Inhaltsstoffes zu erzählen und die Passion des Produzenten zu vermitteln. Wie mit der neuen Pfingstrosenlinie. Ich habe mich von Jean-Luc Rivières Gärten inspirieren lassen. Er hat rund 700 Sorten Päonien, von ihm stammen unsere Ingredienzien. Wir benutzen die Wurzeln, nicht die Blume, Pfingstrose duftet kaum. Es ist eine so zarte Blüte, die man unbedingt berühren möchte, das Verlangen wollte ich mit der Schachtel erwecken. Daneben habe ich traditionelles Handwerk einfließen lassen, der Schriftzug fühlt sich an wie gestickt.

    Der Vorarlberger Reinold Geiger ist 1996 als Haupteigentümer eingestiegen. Wäre die Geschichte ohne ihn eine andere geworden?

    BAUSSAN: Ich gehe so weit zu sagen, L'Occitane wäre in Frankreich geblieben. Er hat Gefallen an der Welt als Ganzes, fährt immer "Schuss", nicht nur auf der Skipiste, auch im Business. Mir fehlt die weltweite Vision und ich spreche auch kaum Englisch.

    Bis auf wenige Ausnahmen, wie die Sheabutter aus Burkina Faso, werden ausschließlich regionale Inhaltsstoffe verwendet. Warum?

    BAUSSAN: Meine Eltern waren Bauern. Aber eigentlich haben mein Vater und meine Mutter als Künstler gearbeitet. Vielleicht konnten sie durch diese bewusste Entscheidung die Leidenschaft für das Land und die Region so gut an mich weitergeben. Die Balance zwischen Natur und Leben zu wahren, war immer wichtig für mich. Wir haben nachhaltig gearbeitet, fair gehandelt, als es keine Adjektive dafür gab. Es ist Jahrzehnte her, dass ich begonnen habe, Frauen in Burkina Faso zu unterstützen - damals hat niemand gewusst, was Fair Trade ist.

    Etwas ganz Persönliches zum Schluss: Welche Ihrer Produkte verwenden Sie eigentlich selbst?

    BAUSSAN: Ich gehöre zur Generation Mann, die keine Gesichtscreme hat. Aber ich liebe die Sheabutter-Handcreme, nach der Arbeit im Garten, an den Olivenbäumen. Von den Eaux de Cologne ist "Universelle" mein Favorit. Ich weiß, man sollte das nicht machen, aber ich benutze es als Aftershave.

    MARTINA STIX

    Zur Person

    Olivier Baussan erwirbt 1976 mit 23 Jahren einen Destillationsapparat zur Erzeugung ätherischer Öle - es ist die Geburtsstunde des Kosmetikkonzerns L'Occitane mit derzeit 1899 Verkaufsstellen auf fünf Kontinenten.

    Der Vorarlberger Reinold Geiger - mit 1,05 Mrd. Euro Gesamtvermögen einer der reichsten Österreicher - ist seit 1996 Haupteigentümer. Die rot-weiß-rote Zentrale befindet sich in Villach, geleitet von Elisabeth Hajek.

    Der Firmengründer selbst ist heute Kreativkopf, familiär stark unterstützt: Bruder Alain kreiert die Shop-Möbel, Ehefrau Nadette die Weihnachtsdesigns, Schwester Pascale leitet die Grafikabteilung, Mutter Gisèle illustrierte einst die Kirschblütenlinie.

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