Fit für das Geschäftsessen
Wenn der Chef zu Tisch bittet: die besten Benimm-Tipps von Thomas Schäfer-Elmayer.

Foto © FotoliaEin Burger darf im Freien im Notfall mit der Hand gegessen werden
Wie man eine Artischocke verspeist
Artischocke. Die Blätter werden mit den Fingern abgezupft und der weiche Teil mit den Schneidezähnen abgeschabt. Artischockenherzen und -böden werden mit Gabel und Messer zerkleinert.
Fisch. Üblicherweise wird Fisch mit einem dementsprechenden Messer zerteilt, notfalls auch mit zwei Gabeln. Gräten zupft man mit Messer und Gabel aus dem Fisch - von den Lippen mit den Fingern.
Knödel. Wer Knödel schneidet, demonstriert, dass er für die Gabel zu hart ist, was einer Beleidigung für den Koch gleichkommt. Deshalb zersticht oder "zerreißt" man Knödel mit Gabel und Messer.
Spaghetti. Wenige Nudeln vom Rest trennen, dann die Gabel am Tellerboden drehen und die Spaghetti ohne Löffel aufrollen.
Spargel. Spargelstücken kann man mit den Fingern nachhelfen, wenn sie in den Mund gleiten.
Eingetunkt und eingewickelt
Besteck. Das Haxerl eines Backhendls darf man mit einer Serviette umwickelt mit den Fingern essen. Beim Verspeisen von Krebsen ist der Einsatz der Hände unerlässlich. Im Freien darf man Pommes frites oder Würstel getrost mit der Hand verzehren. Sushi und Maki (nicht Sashimi) können mit Stäbchen oder den Fingern gegessen werden.
Brot. Von Brot bricht man kleine Stücke ab. Als "Ladehilfe" kann man Brot bei Vorspeisen nutzen, wenn nur eine Gabel auf dem Tisch liegt. "Getunkt wird eigentlich nicht", sagt Thomas Schäfer-Elmayer. "Vielleicht sehen wir beim Gulasch weg."
Das Handy auf den Tisch legen?
Ablage. Was auch beim Geschäftsessen im Restaurant nicht auf den Esstisch gehört: Hut, Handschuhe, Handy, Brieftasche, Autoschlüssel, Taschentücher und Handtaschen. Dafür reserviert man sich nötigenfalls einen extra Sessel.
Serviette. Noch bevor man einen Blick auf die Speisekarte wirft, positioniert man die Serviette. Wer auf die Toilette geht, legt die Serviette inzwischen auf den Stuhl, nicht auf den Tisch. Das wäre das Zeichen des Gastgebers zum Aufbruch.
Sitzordnung. Die Sitzordnung kann zum Gelingen des Abends beitragen. Speisen zwei Kollegen oder Chef und Mitarbeiter mit zwei Kunden, sitzen sich die Gastgeber nicht gegenüber, sondern quasi im 90-Grad-Winkel "nebeneinander". Werden vier Kunden erwartet, nimmt je ein Gastgeber an den Stirnseiten Platz - die Kunden nimmt man dabei "in die Mitte".
Persönliche Einladung an meinen Chef
Anzahl. Wenn man den Chef zum ersten Mal nach Hause einlädt, sollte man darauf achten, dass wenigstens eine dritte Person dabei ist, die ihn unterhält, weil man als Gastgeber immer wieder in die Küche verschwinden muss. Schäfer-Elmayer warnt jedoch vor "dem Langweiler".
Allergien. Vor dem Kochen abfragen, ob der Chef Lebensmittelunverträglichkeiten/Allergien hat oder Vegetarier ist und die Menüfolge dementsprechend planen.
Menü. "Konzentrieren Sie sich auf drei Gänge, die Sie gut können", rät der Benimm-Experte.
Nicht-Köche. Wer gar nicht kochen kann, fragt einen Freund oder engagiert einen Miet-Koch.
Features
Buchtipp
Alles, was Sie über gutes Benehmen wissen müssen": Thomas Schäfer- Elmayer, ecowin-Verlag, 382 Seiten, 24,90 Euro.














