Länger im Job - wie soll das gehen?
Das Sparpaket bei den Pensionen ist eine Herausforderung für alle. Ältere Arbeitnehmer müssen länger arbeiten wollen, doch die Unternehmer müssen Bedingungen schaffen, dass sie das auch können.

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Das Sparziel der Bundesregierung bei den Pensionen dürfte die Republik in Aufruhr versetzen. Denn das Hinaufsetzen des Pensionsalters bedeutet nichts Anderes, als dass die Österreicher länger arbeiten -oder arbeitslos sein - müssen. Ist das im Klima der vorherrschenden "Frühpensionitis" schon ungewohnt, steht die bange Frage im Raum, ob denn die Wirtschaft diese älteren Arbeitnehmer überhaupt will.
Derzeit arbeitet nur eine Minderheit von 42,4 Prozent der Österreicher, die älter als 55 Jahre sind. Josef Muchitsch, Vorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz, macht die Arbeitgeber dafür verantwortlich. Deren Stelleninserate würden sich ausschließlich an die Jungen wenden, junge oder ausländische Arbeitskräfte würden gegenüber älteren bevorzugt. Diese würden manchmal sogar richtig "hinausgedrängt". Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer, sieht das naturgemäß anders: "Solange der Staat den frühen Zugang in die Pension zulässt, wird er genutzt. Von den Arbeitnehmern und von der Wirtschaft."
So werden seit rund 30 Jahren die österreichischen Pensionisten immer jünger. Bei der heutigen Lebenserwartung heißt das aktuelle Pensionsantrittsalter, dass Frauen im Schnitt 27 Jahre in Pension erleben, Männer 23 Jahre. Die Schweizer arbeiten fast sechs Jahre länger und sind entsprechend kürzer im Ruhestand. Solange das Pensionsantrittsalter nicht steigt, kann die Folge nur lauten, dass die Pensionen niedriger oder Pensionsbeiträge und Steuern höher werden.
Gegen dieses Dilemma haben die Sozialpartner - Wirtschaft und Arbeitnehmervertreter - ein Konzept erarbeitet. Beschäftigte und Arbeitgeber sollten bei einem späteren Pensionsantritt eine Prämie von je 2000 bis 4000 Euro bekommen. Umgekehrt sollten Firmen ein Pönale zahlen, wenn sie ältere Mitarbeiter kündigen. Auch nierigere Lohnnebenkosten und Bildungsmaßnahmen sind im Konzept enthalten. Insgesamt würden die vorgeschlagenen Maßnahmen bewirken, dass die Österreicher in zehn Jahren um durchschnittlich zwei Jahre später in Pension gehen. Was nach viel aussieht, könnte aber wenig sein. Auch die Schweiz sucht fieberhaft nach Wegen, das Pensionsalter weiter anzuheben.















