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Zuletzt aktualisiert: 02.01.2012 um 16:50 UhrKommentare

Zittern: Jahr der Arbeitslosigkeit?

Wegen des für heuer erwarteten Konjunktureinbruchs rechnet das Arbeitsmarktservice mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl - Politiker und Gewerkschafter sehen bereits so schlechte Jobzahlen wie im Krisenjahr 2009 auf Österreich zukommen.

Foto © granata68 - Fotolia.com

Wegen des für heuer erwarteten Konjunktureinbruchs rechnet das Arbeitsmarktservice (AMS) mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl um durchschnittlich 10.000 bis 15.000 Personen.

Optimisten und Pessimisten

AMS-Chef Johannes Kopf suchte damit trotz der schwächer werdenden Wirtschaftsdaten Sorgen von Politikern und Gewerkschaftern zu zerstreuen, die heute bereits so schlechte Jobzahlen wie im Krisenjahr 2009 auf Österreich zukommen sahen. Die Arbeitsmarktdaten würden im neuen Jahr nicht so schlimm wie 2009, als man Zuwächse von mehr als 30.000 Stellensuchenden hatte, sagte Kopf in der ORF-ZiB am Montag. Aufgabe des AMS sei es, zu verhindern, dass sich diese Arbeitslosigkeit verfestige. Man versuche sie also so kurz wie möglich zu halten

.

Für dieses Jahr befürchten die Wirtschaftsforscher in Österreich einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf ein ähnliches Niveau wie im Krisenjahr 2009, deshalb warnte ÖGB-Arbeitsmarktsprecher und vida-Vorsitzender Rudolf Kaske am Montag davor, "nur an Schuldenbremsen herumzudoktern". Aktive Arbeitsmarktpolitik dürfe nicht durch Sparpakete konterkariert werden, forderte der Gewerkschafter. Für die ÖVP verteidigte der Wirtschaftsausschuss-Vorsitzende Konrad Steindl postwendend den Versuch, die Schuldenbremse in die Verfassung zu bringen. Gerade jetzt sei "intelligentes Sparen" angesagt.

Industriellen-Vizegeneralsekretär Peter Koren warnte heute ebenfalls davor, dass der positive Trend am Arbeitsmarkt nicht mit standortschädlichen Maßnahmen abgewürgt werden dürfe. Er meint damit allerdings neue oder höhere Steuern: Die müssten wegen der ökonomischen Herausforderungen 2012 ein "absolutes Tabu" sein. Im Dezember sei die Industrie der Motor der Beschäftigung geblieben. Nach der EU-Quote sei Österreich sogar weiterhin "arbeitsmarktpolitisches Musterland", findet die Industriellenvereinigung.

Auch Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sieht in Österreich Unternehmen und Standort zum Jahresbeginn gut aufgestellt. Nach den Prognosen der Wirtschaftsforscher und des AMS werde allerdings 2012 auch für den Arbeitsmarkt ein schwieriges Jahr, es seien wieder höhere Arbeitslosenzahlen zu erwarten. "Daher gibt es keinen Anlass für Euphorie, aber trotzdem Gründe für Optimismus," meinte Mitterlehner in einer Aussendung.

Die Finanz- und Schuldenkrise beeinträchtigten die Realwirtschaft. Der Wirtschaftsminister ortet mittelfristig dennoch genug weltweite Nachfrage nach Erzeugnissen und Dienstleistungen österreichischer Unternehmen. "Wichtig ist, dass wir künftig die Marktpotenziale in den weniger verschuldeten und wachstumsstarken Ländern außerhalb Europas stärker nutzen." Laut Industriellenvereinigung belegten die aktuellen Zahlen, dass österreichische Güter und Arbeitskräfte weiter stark nachgefragt würden. 2012 fordert IV-Vize Koren deshalb, schwerpunktmäßig gegen den Fachkräftemangel anzukämpfen.

"Luft wird dünner"

Nach Angaben der Gewerkschaft sind in den vergangenen Monaten sowohl Niedrig- als auch Hochqualifizierte vermehrt arbeitslos geworden. "An beiden Enden wird die Luft dünner", befand vida-Chef Kaske am Montag in einer Aussendung. Er urgierte weitere Qualifizierungsmöglichkeiten, einen Mindest-Satz beim Weiterbildungsgeld in Höhe des durchschnittlichen Arbeitslosengeldes und die Förderung der Ausbildungskosten während der Bildungskarenz für Personen mit geringer Qualifikation.

Während in den Debatten um eine Schuldenbremse Politiker die Abschaffung der Frühpensionen als "ein Allheilmittel" entdeckt hätten, zeige ein "Reality-Check" in den Betrieben, dass vielfach altersgerechte Arbeitsplätze fehlten, befand Kaske. Hier gebe es großen Handlungsbedarf - bei den ÖBB, im Tourismus und in anderen Sparten.






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