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    Zuletzt aktualisiert: 26.11.2011 um 06:00 UhrKommentare

    Ach, du heiliger Saftladen

    Gute Ideen sind schön, sie auf den Boden zu bringen schwierig. Innocent-Drinks, heute die Kultmarke für Smoothies, gäbe es nicht ohne rettenden Engel in letzter Sekunde. Ein Konzern zeigt Dankbarkeit.

    Dreamteam. Die drei Freunde kannten sich schon lange vor dem Innocent-Start. Reed: "Wir ergänzen uns einfach gut."

    Foto © InnocentDreamteam. Die drei Freunde kannten sich schon lange vor dem Innocent-Start. Reed: "Wir ergänzen uns einfach gut."

    Und was hat das jetzt alles mit diesen Mützen zu tun? Die sind seit dieser Woche auf allen "Innocent"-Fläschchen im Kühlregal zu finden. Ein Werbegag. Ja, auch. Perfekte Kundenbindung. Mit Sicherheit. Das Wichtigste: "Das große Stricken" hilft der Caritas. 152.361 Mini-Hauben haben Menschen im Rahmen der Aktion in Österreich eingeschickt. Jede davon ist für die Caritas 30 Cent wert. Weil Österreich der heimliche Sieger im internationalen Strick-Contest war, überreichte Richard Reed in Wien der Caritas einen Scheck über 45.708 Euro und 30 Cent. 420.000 Mützen haben Innocent-Fans in Großbritannien, Irland, Deutschland, Österreich, den Benelux-Ländern und der Schweiz zusammen gestrickt.

    "Rich" Reed, 38, ist einer der drei Gründer, die heute 250 Mitarbeiter in ganz Europa beschäftigen und mittelfristig global expandieren wollen. "Ja, ich bin echt immer wieder, immer noch erstaunt über den Erfolg", sagt Reed. Er glaubt aber auch, dass sich die hohen ethischen Werte, die sich Innocent vom Start weg auf seine Fahnen geheftet hat, auszahlen. Dass es sich auch beim Geldverdienen lohnt, anständig zu sein. "Wir haben die Verantwortung, Dinge besser zurückzulassen, als wir sie vorfinden."

    Der Heiligenschein als Markenzeichen auf den Fläschchen ist kein Zufall. Genau so wenig wie der Name Innocent, der unschuldig bedeutet. Die fünf Grundsätze sind schnell aufgezählt: Hundert Prozent Saft, Obst aus "fairem" Anbau, nachhaltige Verpackungen, Ressourcen schonende Produktion und Gewinne teilen. Zehn Prozent des Gewinns werden für wohltätige Zwecke gespendet. "Rich" Reed würde sich wünschen, dass das alle Unternehmen machen.

    Er findet Profit auch wichtig, "damit wir stolz auf uns sein können". Ob "Rich", was man mit "der Reiche" übersetzen könnte, inzwischen selbst reich ist? "Nur auf dem Papier. Wir stecken immer wieder alles in die Firma. Aber jetzt habe ich mir dann doch ein Auto gekauft. Bisher hatte ich nie eins." Er sei sehr bodenständig, liebe die Natur, Campen, Klettern, Mountainbiken. "Meine persönlichen Werte sind nicht anders als die im Job. Natürlichkeit, Ehrlichkeit, Qualität, Freundschaft."

    Klingt alles so gut, dass es kaum zu glauben ist. Skeptiker brauchen es mit einem Job bei Innocent gar nicht erst probieren. Reed: "Da würde es sehr schnell zu Friktionen kommen." Gearbeitet werde ohne Ellbogentechnik, aber systematisch sehr klar und straff. "Wir haben hochgesteckte Ziele und toughe interne Ratings."

    ZITIERT

    Wir haben die Verantwortung, Dinge besser zurückzulassen, als wir sie vorfinden."

    Richard Reed

    Heftig angekreidet wurde dem Unternehmen 2009 die Hereinnahme des Coca-Cola-Konzerns als Investor. Reed sieht darin gar kein Problem, man müsse keinerlei Konzessionen machen. Coca-Cola dürfte in den nächsten Jahren der Garant für die internationale Expansion sein, an der Innocent derzeit bastelt. Im Fokus sind die USA, Indien und China. "Wir wollen eine international renommierte Marke werden", sagt Reed.

    Dass es heute so weit ist, verdankt Innocent einem einzigen Retter in der Not nach einem Verzweiflungs-Mail an hunderte Menschen, an alle, die die drei Freunde damals kannten. "Kennt irgendwer jemand Reichen, der uns unsere Idee finanziert?" Damals war der Saftladen ein Jahr nach der ersten Idee finanziell ausgetrocknet, Banken, Venture Capital-Geber, alle hatten abgewunken. Der eine letzte, der ist auf den Geschmack gekommen.

    CLAUDIA HAASE

    Zur Person

    Das Unternehmen. Innocent wurde von den Engländern Richard Reed (38), Adam Balon (39) und Jon Wright (39) gegründet. Der Anspruch der Studienfreunde: Das Produkt soll Menschen gesünder, die Welt besser machen.

    Der Test. Bei einem Jazzfestival ließen sie die Kunden über ihre Säfte abstimmen, per Kübel: "Yes" für weitermachen, Jobs kündigen. "No" für lasst es bleiben. Innocent macht heute mit 250 Mitarbeitern mehr als 200 Millionen Euro Umsatz.

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