Richtig gut benotet werden
Dienstzeugnisse richtig zu interpretieren ist eine eigene Kunst: Was der Arbeitgeber wirklich mit seinen Formulierungen meint.

Foto © CORBISNicht jedes Zeugnis, das gut klingt, ist auch so gemeint
"Er war recht fleißig", ist im Dienstzeugnis zu lesen. Was der ehemalige Arbeitgeber mit dem Satz wirklich zum Ausdruck bringen will, ist kein Lob. Zwischen den Zeilen steht zu lesen: Er war da, wenn man ihn gebraucht hat, war aber nicht wirklich zu gebrauchen. Ein K.-o.-Kriterium für den nächsten Job. Auch vernichtende Kritik wird im Dienstzeugnis in positive Sätze gepackt. Experten raten deshalb, sich das Zeugnis genau durchzulesen, bevor man mit der Firma abschließt. So sind die Formulierungen gemeint:
Das Wort "gut" bedeutet nicht die Schulnote zwei, sondern mittelmäßig. Gerade einmal ausreichende Leistungen werden so beschrieben: "Die Arbeiten wurden zu unserer Zufriedenheit/mit Sorgfalt und Genauigkeit erledigt". "Sie hat sich bemüht", kommt einem "Nicht genügend" gleich. Herausragende Bewertungen sind überschwänglich, enthalten Steigerungen und Zeitergänzungen ("stets äußerst zuverlässig").
Fehlt im Dienstzeugnis ein Satz zur persönlichen Führung, ist davon auszugehen, dass es in dem Bereich massive Probleme gegeben hat. Wörter wie "meist", "überwiegend", "im Großen und Ganzen" oder "im Allgemeinen" lassen bei Personalverantwortlichen die Alarmglocken schrillen. In der "Zeugnissprache" werden Einschränkungen negativ gedeutet.
Features
WISSENSWERT
1. Streichen lassen: Krankeitszeiten etwa haben im Zeugnis nichts zu suchen.
2. Selbst verfassen: Einen Versuch ist es wert - einen Eigenentwurf vorlegen.














