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Zuletzt aktualisiert: 03.01.2011 um 20:50 UhrKommentare

1651 Jobs sind in Kärnten zu haben

2010 ging die Arbeitslosigkeit in Kärnten um 2,8 Prozent zurück. Heuer rechnet das AMS mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Sorgen bereiten vor allem die älteren Arbeitnehmer, also die Generation 50 plus.

Foto © APA

Eigentlich kann das Arbeitsmarktservice mit einer positiven Nachricht das Jahr 2010 abschließen: Die Arbeitslosigkeit hat wieder abgenommen, um 2,8 Prozent. Bundesweit waren es 3,7 Prozent.

Doch die Erfolgsmeldung geht nur vordergründig als solche durch. "Die Abnahme der Arbeitslosigkeit verflacht sich. Und das Wirtschaftswachstum wird in diesem Jahr nicht ausreichen, um eine Entspannung am Arbeitsmarkt zu erreichen." Im Klartext: Für das neue Jahr rechnet Zewell wieder mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit - "um bis zu 400 Personen".

60 statt 72 Millionen Euro

Sorgen bereiten vor allem die älteren Arbeitnehmer, also die Generation 50 plus. Hier gab es im Dezember ein Plus von zwei Prozent, 5750 Menschen über 50 waren arbeitslos. Verglichen mit dem Jahr 2008 stieg die Zahl der Arbeitslosen in dieser Gruppe sogar im 31 Prozent. "Daher werden wir uns im kommenden Jahr auch verstärkt um diese Gruppe kümmern", erklärt Zewell.

Leicht wird dieses Vorhaben allerdings nicht. Statt wie im vergangenen Jahr 72 Millionen Euro, stehen dem AMS heuer nur noch 60 Millionen Euro zur Verfügung. "Wir versuchen die Mittel für die Ausbildungsmaßnahmen noch zielgerichteter einzusetzen", erklärt Zewell die Strategie. Im Schnitt waren im Vorjahr 3428 Arbeitssuchende in Schulungen, im Dezember waren es 2692. Dass man so nur die Arbeitslosen aus der Statistik entferne, bestreitet Zewell. "Auch wenn wir die Personen, die in Schulungen sind, zu den Arbeitssuchenden dazuzählen, haben wir netto weniger Arbeitslose."

Arbeitsmarktreferent Uwe Scheuch kündigte an, dass sich das Land Kärnten auch weiterhin an Maßnahmen für Langzeitarbeitslose und Wiedereinsteiger beteiligen werde.

Techniker sind gefragt

Immerhin: Einen Erfolg konnte man mit den Schulungen im abgelaufenen Jahr erreichen. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen konnte mit massivem Geldeinsatz - 45 Prozent des Schulungsbudgets wurden hierfür verwendet - um 8,2 Prozent oder 266 Personen gesenkt werden. Im Schnitt gab es im Vorjahr 2973 Arbeitslose Jugendliche.

Zumindest bei einigen Industrie-Flaggschiffen entspannt sich die Lage aktuell. Jüngste Erfolgsmeldungen von Leitbetrieben wie Infineon oder Mahle lassen auf weitere Jobs hoffen. Aktuell gibt es 1651 offene Stellen in Kärnten. "Facharbeiter sind besonders in Metall- und Elektrobetrieben gefragt, einen Mangel an Technikern gibt es im Entwicklungsbereich", so Zewell. Alleine bei den Technikern sind aktuell 117 Stellen quer durch Kärnten frei.

THOMAS CIK

Fakten

20.239 Arbeitslose gab es im Jahr 2010 im Schnitt. Zum Vergleich: In der Hochkonjunktur des Jahres 2008 gab es im Schnitt nur 16.244 Arbeitslose.

117 Techniker haben quer durch Kärnten sofortige Job-Chancen. In Summe sind in Kärnten 1651 Stellen frei.

3428 Kärntnerinnen und Kärntner waren im Jahr 2010 durchschnittlich in Schulungen untergebracht. Im Dezember gab es 2692 Schulungsteilnehmer.

60 Millionen Euro beträgt das Budget des AMS in diesem Jahr. Im Vorjahr waren es noch 72 Millionen Euro.

400 Arbeitslose mehr wird es laut dem AMS im kommenden Jahr geben - das Wirtschaftswachstum reicht nicht aus, um nachhaltig die Arbeitslosigkeit abzubauen.

Audio

Antenne Josef Sibitz von der AMS: "Arbeitslosigkeit friert fest"



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