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Zuletzt aktualisiert: 21.12.2010 um 13:04 UhrKommentare

365.000 "Nichterwerbspersonen" könnten arbeiten

26,2 Prozent der Österreicher sind arbeitsfähig, aber nicht auf Jobsuche. Darin sieht das Wirtschaftsforschungsinstitut ein "großes ungenutztes Erwerbspotential".

Foto © APA

In Österreich gibt es abgesehen von den offen Job suchenden Arbeitslosen noch rund 365.000 Menschen, die keinen Job haben, aber grundsätzlich bereit wären, einen Beruf zu ergreifen. Es handelt sich um gut ein Viertel der "Nichterwerbspersonen", also Erwachsenen (15 bis 64 Jahre), die weder berufstätig sind noch arbeitslos, zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo). In Österreich bestehe damit "ein großes ungenutztes Erwerbspotential".

Nach Zahlen von 2008 waren 72,1 Prozent der erwachsenen Österreicher erwerbstätig, 2,9 Prozent arbeitslos. 25 Prozent waren damit "Nichterwerbspersonen". Von diesen gab ein gutes Viertel (26,2 Prozent) an, arbeiten zu wollen, obwohl sie nicht nach Arbeit suchten. Das entspricht rund 6,5 Prozent der Erwachsenen.

Frauen zwischen 25 und 49 Jahren

Vor allem Frauen zwischen 25 und 49 Jahren mit Betreuungspflichten sowie Männer und Frauen zwischen 50 und 64, die schon im Ruhestand sind, wären für den Arbeitsmarkt zu aktivieren, hält die Studie von Christine Mayrhuber und Rainer Eppel fest. Um jüngere Frauen zu motivieren, müsse man die Kinderbetreuung ausbauen und Väter motivieren, mehr Karenz und Kinderbetreuung zu übernehmen. Um die älteren im Beruf zu halten, sollten die Menschen motiviert werden, länger zu arbeiten.

Österreich hat im Vergleich zu acht ausgewählten Staaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Großbritannien, Niederlande, Schweden und Slowenien) einen überdurchschnittlich großen Anteil der Nichterwerbspersonen, hält das Wifo fest. Der Anteil der Arbeitswilligen unter ihnen ist der höchste unter den verglichenen Ländern.

Dabei sind in Österreich mit 7 Prozent unterdurchschnittlich wenige Erwachsene (15 bis 64-jährige) in Ausbildung, in den anderen Staaten sind es 8 Prozent. Auch Krankheit ist mit 2,2 Prozent eine relativ seltene Ursache für Nicht-Erwerbstätigkeit (Durchschnitt 4,7 Prozent). Dafür hat Österreich mit 8,6 Prozent einen deutlich höheren Anteil von Pensionisten (Durchschnitt 5,5 Prozent). Auch Betreuungspflichten für Kinder oder Pflegebedürftige sind in Österreich mit 2,8 Prozent ein relativ häufiger Grund für Nichterwerbstätigkeit (Schnitt 1,9 Prozent). Auch "andere persönliche oder familiäre Gründe" spielen mit 2,9 Prozent eine überdurchschnittliche Rolle (1,5 Prozent).

Von den 25 Prozent Nichterwerbspersonen entfiel der größte Teil mit 8,6 Prozentpunkten auf Pensionisten, sieben Prozentpunkte auf Personen in Aus- oder Weiterbildung. Betreuungspflichten machten 2,8 Prozentpunkte, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit 2,2 Prozentpunkte, "andere persönliche oder familiäre Gründe" 2,9 Prozentpunkte und Sonstiges 1,6 Prozentpunkte.






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