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Zuletzt aktualisiert: 20.11.2010 um 15:17 UhrKommentare

Jobs mit Zukunft

Berufe in der Gesundheitsbranche - auf welche Ausbildungen man setzen sollte. Auszüge aus der Diskussion beim Themenabend der Kleinen Zeitung.

Boom in der Gesundheitsbranche

Foto © FotoliaBoom in der Gesundheitsbranche

In welchem Bereich gibt es den größten Andrang von Bewerbern bzw. wo ist der Bedarf am Arbeitsmarkt am größten?

LIESELOTTE EGGER: Die Bewerberzahlen haben sich im Vergleich zu 2008/2009 verbessert. 2010 hatten wir über 700 Aufnahmen im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege. Erfreulich ist, dass der Maturantenanteil dabei über 50 Prozent liegt. In der Pflegehilfe werden in der Steiermark insgesamt rund 600 bis 800 Personen pro Jahr ausgebildet.

NICOLE KRAULE: Bei uns landen sehr viele Personen aus dem gehobenen Gesundheits- und Krankenpflegedienst oder aus dem Masseurbereich, die sich zum Pharmareferenten oder Medizinprodukteberater ausbilden lassen. Es kommen aber auch Quereinsteiger zu uns, kürzlich ein gelernter Tischler. Wichtig ist, dass man die nötige Motivation und Persönlichkeit mitbringt.

Worin liegt der Unterschied zwischen den beiden Berufsbildern?

KRAULE: Der Pharmareferent ist für ein Pharmaunternehmen im Außendienst tätig, besucht Ärzte und informiert über Medikamente. Der Medizinprodukteberater deckt den restlichen Gesundheitsbereich ab. Ein spannender und zukunftsorientierter Sektor. Obwohl wir das ausbildungsstärkste Institut in Österreich sind, können wir die Aufträge seitens der Unternehmen kaum besetzen, weil zu wenige Pharmareferenten fertig werden.

Gibt es unter den Masseuren viele Quereinsteiger?

SARAH DRUMBL: Das ist unterschiedlich, weil es verschiedene Möglichkeiten der Ausbildung gibt - den medizinischen Masseur etwa, der ohne Grundvoraussetzung startet. Für den Heilmasseur "neu" muss man Vorkenntnisse mitbringen. Nach erfolgreichem Ausbildungs-Abschluss darf er dann selbstständig an Kranken arbeiten.

EGGER: Voraussetzungen dazu sind die allgemeine Schulpflicht, die gesundheitliche Eignung und die Vertrauenswürdigkeit.

Hat Prävention das Problem, nicht dort zum Einsatz zu kommen, wo sie gebraucht wird?

LUKAS SCHINKO: Wir engagieren uns seit zehn Jahren verstärkt in der Prävention - in der Industrie und im Privatkundenbereich. Für das Gesundheitssystem ist es nachhaltiger, wenn man schon in jungen Jahren die Ohren schützt. Für den Hörakustiker ist das vor allem interessant, weil sich das Einstiegsalter der Kunden, das derzeit bei 70 Jahren liegt, herabsetzt.

GABRIELE MACHHAMMER: Junge Menschen, gerade Musiker, wissen teilweise schon über Hörschäden Bescheid. Aber es müsste noch viel mehr in diese Richtung getan werden.

Welche Rolle spielen Wellness und Wohlfühlen?

MACHHAMMER: Wohlfühlen ist einfach ein Thema. Nicht nur in der Hörgeräteakustik, auch in der Optik oder Orthopädie. Wir wissen, dass es wichtig ist, dieses Wohlgefühl zu vertiefen - und wir können uns nur wohlfühlen, wenn alle Sinne gut funktionieren. In Autos wird ohne Nachzudenken investiert, in gutes Schuhwerk, Sonnenbrillen oder Gehörschutz vergleichsweise wenig. Man muss die Vorsorge in den Wellnessbereich bringen, damit gerne etwas getan wird.

ALOIS DRUMBL: In dem Bereich gibt es eine Menge Berufe, ich denke da etwa an den Energetiker. Auch der gewerbliche Masseur ist für das Thema Wohlfühlen zuständig.

In welchem Bereich - außer in der Pflege - sind die Berufsaussichten in den nächsten Jahren gut?

SCHINKO: Menschen werden immer älter, das Einstiegsalter für ein Hörgerät verlagert sich in den jüngeren Bereich, insofern hat ein Hörgeräteakustiker alle Chancen. Generell sollte man nie bei der Ausbildung sparen. Wichtig ist es, die neuen Berufe, die sich auftun, in der Bevölkerung bekannter zu machen.

MACHHAMMER: Es herrscht generell Facharbeitermangel. Kontaktlinsen- oder Augenoptik, Schuhmacher, Orthopädietechnik, Bandagisten, Zahntechniker - wir haben sehr interessante Berufe mit Zukunft. Ich glaube, dass auch Eltern bald draufkommen, dass man nicht jeden in ein Studium zwingen muss, sondern, dass man mit einer guten handwerklichen Ausbildung, wo Weiterbildung möglich ist, viel erreichen kann.

BIRGIT PICHLER



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