Wieder Todesfall beim Elektronik-Riesen Foxconn
Foxconn, ein Zulieferbetrieb unter anderem für Apple und Sony, hatte erst im Juni nach zehn Selbstmorden in seinen Fabriken die Löhne angehoben.

Foto © Reuters24-Stunden-Schichten sind bei Foxconn keine Seltenheit
Ein Mitarbeiter des chinesischen Elektronik-Herstellers Foxconn ist in Südchina aus bisher ungeklärter Ursache aus dem sechsten Stock eines Wohngebäudes zu Tode gestürzt. Die Polizei habe die Ermittlungen beim Foxconn-Tochterunternehmen Chimei Innolux in Foshan aufgenommen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag. Foxconn hatte erst im Juni nach zehn Selbstmorden in seinen Fabriken die Löhne angehoben.
24 Stunden-Schicht ohne Pause
Die Fälle warfen ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen bei dem taiwanischen Unternehmen, das unter anderem für Apple das iPhone zusammenbaut, aber auch als Auftragsfertiger für die US-Computerfirma Dell, die japanischen Elektronik-Konzerne Sony und Nintendo produziert. Nach Angaben von Foxconn-Mitarbeitern sind dort 24-Stunden-Schichten ohne Pause keine Seltenheit. Das Unternehmen beschäftigt derzeit mehr als 800.000 Menschen.
China im Wandel
Das Label "Made in China" wird womöglich künftig seltener auf Produkten zu sehen sein. Chinesische Fabrikarbeiter fordern immer massiver höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Damit steigen für ausländische Firmen die Produktionskosten in der Volksrepublik, deren südliche Küstenregion bisher als Fabrikhalle der Welt galt. "China macht eine sehr dramatische Zeit durch", sagt Rick Goodwin, dessen Firma Geschäfte zwischen ausländischen Käufern und chinesischen Anbietern vermittelt. "Die großen Firmen haben damit begonnen, das Land zu verlassen."
Die größte Veränderung spielt sich offenbar in und nahe der Stadt Shenzhen ab, wo Tausende Exporthersteller zu Hause sind, auch der taiwanesische Elektronikhersteller Foxconn. Das Unternehmen geriet in jüngster Zeit mit einer Selbstmordwelle unter seinen 400.000 Arbeitern am Standort Shenzen in die Schlagzeilen. Als Reaktion auf die Suizide hat Foxconn die monatlichen Arbeiterlöhne auf umgerechnet knapp 230 Euro verdoppelt. Auch die von Streiks betroffenen Automobilhersteller Honda und Toyota haben die Löhne angehoben.
Firmen folgen den günstigen Löhnen
Um den höheren Löhnen im Süden des Landes zu entgehen, will Foxconn zusammen mit einigen der weltweit größten Computerhersteller in der westlichen Stadt Chongqing das womöglich größte Laptop-Produktionszentrum der Welt aufbauen. In der 32-Millionen-Stadt Chongqing sind die Lohnkosten nach Schätzungen 20 bis 40 Prozent niedriger als in den Küstenstädten.
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Chinas Arbeiter haben bisher am wenigsten vom chinesischen Wirtschaftswunder profitiert. Ihre Löhne wuchsen bei weitem nicht so schnell wie Chinas Wirtschaft. Der Anteil der Einkommen an der Wirtschaftsleistung fiel zwischen 1993 und 2007 sogar von rund 50 auf 40 Prozent. Seit drei Jahrzehnten profitierte Chinas Exportwirtschaft von den Billiglöhnen.















