Gleichstellung rückt in weite Ferne
Österreich fiel international von Platz 29 auf Platz 42 - das liegt vor allem an der ungleichen Entlohnung, mit Rang 26 ist man mittlerweile das EU-Schlusslicht.

Foto © Robert Kneschke - Fotolia.comGleichwertig, aber leider nicht gleich behandelt
Österreich ist im internationalen Vergleich bei der Frauen-Gleichstellung dramatisch abgestürzt. Das Land liegt im aktuellen "Global Gender Gap Report 2009" nur noch auf Platz 42, im Vorjahr war es noch Platz 29. Besonders schlecht steht es um die wirtschaftliche Teilnahme (Platz 103). Das liegt in erster Linie an der ungleichen Entlohnung, Österreich ist
hier mit Rang 26 Schlusslicht unter den EU-27. Die Frauensprecherin der Grünen, Judith Schwentner, bezeichnete die Ergebnisse als "Katastrophe", die sofortige Maßnahmen erfordere. In den letzten vier Jahren ist Österreich im Report kontinuierlich zurückgefallen, 2006 hatte es noch Platz 26 belegt. Bewertet werden in der Studie der Grad der Gleich- bzw. Ungleichstellung der Geschlechter auf einer Skala von null bis 100 Prozent - Österreich
erreichte seinen 42. Rang mit insgesamt 70 Prozent. Herangezogen werden dabei vier Bereiche: wirtschaftliche Partizipation und Chancengleichheit, Bildungsniveau, politische Teilhabe, Gesundheit und Lebenserwartung. Besonders schlecht bestellt ist es in Österreich um die Gleichstellung der Frauen im Bereich wirtschaftliche Teilhabe und Chancen, hier liegt Österreich mit 57 Prozent auf Platz 103. Das liegt vor allem an der ungleichen Entlohnung (Stichwort: Einkommensschere) und den schlechten Aufstiegschancen von Frauen. Schwentner spricht von einer "katastrophalen Situation" und ortet "dringenden Handlungsbedarf". Sie verlangte u.a. verpflichtende Transparenz bei Frauen- und Männereinkommen und eine "beinharte Koppelung von Wirtschaftsförderungen an Frauenquoten". Angesichts der"beschämenden" Ergebnisse bräuchte es ein ganzes Maßnahmenpaket, so
Schwentner in Richtung Frauenminister Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Die Frauenministerin hat wiederholt Quotenregelungen und Transparenz verlangt, ist aber beim Koalitionspartner ÖVP (mit wenigen Ausnahmen) und teils auch in den eigenen Reihen bisher auf taube Ohren gestoßen. Das schlechte Abschneiden bei der Bildung (Platz 78) ergibt sich durch den sinkenden Anteil weiblicher Schüler in den Sekundarstufen. Laut Schwentner erklärt sich dies durch die Geschlechterselektion im Bereich der technischen Berufe: Während Burschen diese vermehrt
erlernen, orientieren sich Mädchen zu frauentypischen und in der Regel deutlich schlechter bezahlten Branchen. Den ersten Platz belegt Österreich in Gesundheit und Lebenserwartung: Das ist allerdings nicht zu hoch zu werten, sondern vielmehr westlicher Standard, da hier vor allem die Geburtsrate nach Geschlecht und die Lebenserwartung gemessen werden. Bei "politischer Teilhabe" liegt Österreich auf Platz 23.Kontinuierlich zurückgefallen
Internationales Ranking
Schlechte Bildungs-Werte














