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Zuletzt aktualisiert: 09.07.2009 um 20:30 UhrKommentare

Der Mensch braucht Stress zum Wohlfühlen

Stress muss nicht negativ sein, wir brauchen ihn, um zu leben.

Auch, wenn es nicht immer so ausschaut: Stress ist der Weg zur Selbstverwirklichung

Foto © APAuch, wenn es nicht immer so ausschaut: Stress ist der Weg zur Selbstverwirklichung

Unter dem Wort "Stress" wird nichts Gutes verstanden: Menschen leiden unter Stress, bekommen Bluthochdruck und Magenprobleme, ihr Alltag ist hektisch. Dabei muss Stress nach der Ansicht von Fachleuten nichts Negatives sein, im Gegenteil: "Wir brauchen Stress, um zu leben", sagt Experte Peter Heilmeyer. Ähnlich sieht es auch Psychologe Joachim Kugler: "Stress ist der Weg zur Selbstverwirklichung."

Richtig mit Stress umgehen

Dass Stress nicht ausschließlich negativ zu sehen ist, hat als erster der Anfang der 80er Jahre verstorbene Mediziner Hans Selye herausgefunden. Er gilt als der Vater der Stressforschung und hat sich Jahrzehnte lang mit diesem Thema beschäftigt. Um dem Stress etwas Positives abzugewinnen, müssen die Menschen allerdings richtig mit ihm umgehen. Wichtig ist die Balance zwischen Belastung und Regeneration sowie eine positive Einstellung zum Leben.

Stress und ein gesundes Leben sind also kein Widerspruch. Wer nicht nur die negativen Seiten einer Situation sieht, hat es deutlich einfacher. So stört sich zum Beispiel einer nicht daran, dass er seinen Bus verpasst. Der andere ist darüber so aufgeregt, dass er schon völlig entnervt ins Büro kommt. Wer ein gutes soziales Umfeld hat, ist in der Regel ausgeglichener und damit auch stressresistenter als ein Mensch ohne Familie und Freunde. "Einer der größten Stressoren ist es, wenn plötzlich eine Vertrauensperson weg ist", sagt Kugler. Dann sinke die Stressverträglichkeit deutlich.

Richtig regenerieren

Zur Regeneration nach Stress ist Bewegung sehr sinnvoll. Denn in stressigen Situationen steigt der Blutdruck, das Herz schlägt schneller. "Früher, als noch mehr körperlich gearbeitet wurde, gab es sofort einen Ausgleich durch Bewegung", sagt Heilmeyer. "Das ist heute bei einem Schreibtisch-Job nicht möglich." Umso wichtiger ist es, nach der Arbeit zum Beispiel Spazieren zu gehen oder zu joggen. Um sich bewusst zu entspannen, eignen sich auch Yoga, mentales Training oder einfach nur ein gutes Buch.

Ein Leben ohne Stress kann zwar auf den ersten Blick seinen Reiz haben, erstrebenswert ist es jedoch auch aus gesundheitlichen Gründen nicht. Denn neben dem vielzitierten Burn-Out-Syndrom gibt es mittlerweile auch ein Bore-Out-Syndrom. Es leitet sich vom englischen "to bore" (sich langweilen) ab. Heilmeyer greift das in einem Buch auf. "Wenn der Job zu Tode langweilt, kann das weit schlimmer sein als ein noch so hektischer Arbeitsalltag", schreibt er. Wer ständig unterfordert wird und im Büro die Stunden zählt, bis er wieder nach Hause gehen kann, ist müde, lustlos und frustriert. Gipfeln kann dies in einer Depression - ähnlich wie beim Burn-Out-Syndrom.

Auch Monotonie löst Stress aus

"Ich warne davor, immer nur die Überlastung zu sehen", sagt auch Kugler. Immer häufiger gebe es auch Monotonie-Stress. Dies ist in langweiligen Situationen der Fall, bei denen die Menschen immer in Alarmbereitschaft sein müssen - zum Beispiel, wenn eine unterbeschäftigte Sekretärin auf einen wichtigen Anruf wartet.






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