Voestalpine plant Betriebsstillstand
Der Konzern soll im August zwei Wochen stillstehen. Voestalpine-Boss setzt auf eine Ausweitung der Kurzarbeit.

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Das Linzer Voestalpine-Werk plant im August einen zweiwöchigen Betriebsstillstand. Generaldirektor Wolfgang Eder geht in der "Rundschau am Sonntag" davon aus, dass die Kurzarbeit das Unternehmen über den Sommer bringen werde.
"Sollte sich die Konjunktur stabilisieren, wird es im Herbst keine Verschärfung der Situation - sprich Kündigungen - geben", sagte Eder und forderte zugleich eine Ausweitung der Kurzarbeit auf 24 Monate und Flexibilität, ganz nach deutschem Modell.
Zielsetzung.
Der Voestalpine-Konzern soll aus dem weltwirtschaftlichen Stahlbad gestärkt hervorgehen - trotz roter Zahlen im ersten Geschäftshalbjahr 2009. Nach der Qualitäts- und Technologieführerschaft, die Eder schon jetzt für den international aufgestellten Stahlriesen reklamiert, sei nun das Erreichen der Kostenführerschaft in zwei Jahren oberstes Ziel. "In der Boom-Phase hatten wir einfach keine Zeit dafür," sagte Eder letzten Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Wien.
Keine weiteren Kündigungen.
Per Ende Mai haben 3500 Mitarbeiter, davon 2000 Leiharbeitskräfte ihren Job im Konzern verloren. Das sind noch einmal 700 mehr als Ende 2008. Ein Viertel der insgesamt 41.000 Voestler ist in Kurzarbeit. Für die nächsten Monate gebe es definitiv keine weiteren Pläne von Stellenkürzungen, so Eder. Ab September werde sich dann zeigen, ob im zweiten Halbjahr langsam der Boden der Krise gefunden werde.
"Krise nicht schön reden."
Bis dahin schreibt die Voest rote Zahlen. Die Auslastung der Werke liegt im Schnitt bei 70 Prozent. "2009/10 wird sicher das schwierigste Geschäftsjahr der vergangenen Jahrzehnte. Wir gehören nicht zu denen, die die Krise schön reden, davon gibt's in Österreich eh genug," so der Voest-Boss. Stabilisiere sich die Lage auf niedrigem Niveau, könne man die Verluste des ersten Halbjahres im zweiten Halbjahr aber voraussichtlich wettmachen. Beim Jahresergebnis sieht Eder den Konzern "rund um Null" landen. "Es wird eine mühsame und langsame Erholung," warnt er vor zu viel Optimismus. "Das Niveau von 2007 sehen wir frühestens in fünf Jahren wieder."
Dividende.
Umso glänzender erscheint die gute Milliarde Gewinn, die der Konzern im Geschäftsjahr 2008/09 einfahren konnte. Aktionäre bekommen genau die Hälfte der Vorjahresdividende. Vorwürfe, dass dadurch das Unternehmen ausgesaugt werde, könne er nicht im nachvollziehen. Der gesamten Ausschüttungssumme von 1,35 Milliarden Euro seit dem Börsengang stünden 13 Milliarden an Investitionen in das Unternehmen gegenüber. Eder: "Wir können uns die Dividende leisten."














