Weiterbildung bringt höheres Einkommen und mehr Jobsicherheit
Kursteilnehmer hatten im Schnitt einen um elf Prozent höheren Lohn.

Foto © APWeiterbildung bringt vielfältigen Nutzen
Teilnehmer beruflicher Weiterbildungskurse können auf
vielfältige Weise Nutzen daraus ziehen. Das zeigt eine neue Studie
des Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw). Fast jeder
zweite Befragte erachtet die in einem Kurs vermittelten Kenntnisse
für den Beruf als sehr nützlich. Während sich vor allem bei jüngeren
Absolventen die Weiterbildung in einem höheren Einkommen
niederschlägt, steigt vor allem bei Älteren die Jobsicherheit,
betonten die Studienautoren vom ibw.
Kursteilnehmer befragt. Befragt wurden für die Studie mehr als 1.100 Teilnehmer von
WIFI-Kursen in Nieder- und Oberösterreich des Wintersemesters
2006/07. An oberster Stelle der Motive für die Weiterbildung standen
bei den Befragten das inhaltliche bzw. thematische Interesse sowie
die Freude am Lernen. Weit oben rangierten auch Aufstiegsmotive wie
höheres Gehalt, Karriere, interessantere bzw. anspruchsvollere
Tätigkeit, sowie Motive im Bereich Qualifikationsanpassung
(Arbeitsplatzsicherung, neue Tätigkeiten, etc.). Schließlich zählten
auch spezielle Bedürfnisse wie Wunsch nach Selbstständigkeit oder
einem zweiten Standbein zu den Motiven.
Beruflicher Nutzen.
Ganz allgemein sind die Teilnehmer mit der Nützlichkeit der
vermittelten Kenntnisse für die berufliche Tätigkeit zufrieden. 45
Prozent erachten sie als sehr nützlich, 40 Prozent als teilweise
nützlich. Unter den 15 Prozent, welche die Kursinhalte beruflich
nicht anwenden können, sind nach Angaben von Studienautor Kurt Schmid
auch jene, die einen Kurs aus privaten Motiven machten und etwa eine
Sprache lernten.
Vorteile.
Konkret sehen 37 Prozent die Vorteile der Weiterbildung in einer
höheren Job-Sicherheit, 29 Prozent in einer interessanteren
beruflichen Tätigkeit, 20 Prozent in einer besseren beruflichen
Position, fast ebenso viele (19 Prozent) in einem höherem Gehalt
(Mehrfach-Antworten möglich).
Höheres Einkommen.
Hoch ist die Auswirkung auf die Brieftasche: Kursabsolventen des
Wintersemesters 2006/07 haben derzeit im Schnitt ein um elf Prozent
höheres Einkommen als vor der Kursteilnahme. Jeder fünfte Befragte
nennt dabei die Weiterbildung als ursächlichen Grund für die
Einkommenserhöhung - in diesem Fall betrug das Plus am Konto
durchschnittlich 23 Prozent. Jene 82 Prozent, die meinten, der Kurs
hatte keinen direkten Einfluss auf das Einkommen, verdienten im
Schnitt um neun Prozent mehr. Die Studienautoren erklären dies durch
überdurchschnittliche Motivation, Ehrgeiz und Fleiß von
Weiterbildungswilligen, was sich auch im Gehalt niederschlägt. Als
Kontrollgruppe wurden Arbeitnehmer befragt, die in den vergangenen
fünf Jahren nicht weiterbildungsaktiv waren: Ihre Lohnsteigerung lag
im Schnitt bei vier Prozent.
Wechsel des Arbeitgebers.
Die Befürchtung, dass die Weiterbildung zu einem
Unternehmenswechsel führen könnte und eine Firma damit allfällige
Kostenbeteiligungen etwa in Form von Finanzierung oder Arbeitszeit
verliert, scheint durchaus berechtigt. Rund ein Fünftel der
Teilnehmer hat nach dem Kurs den Arbeitgeber gewechselt. Aber nur
fünf Prozent der Absolventen geben an, dass die Kursteilnahme einen
direkten Einfluss auf den Jobwechsel gehabt hat.
Verstärkte Anreize gefordert.
Angesichts des in der Studie belegten vielfältigen Nutzens der
Weiterbildung fordert ibw-Präsident Michael Walter verstärkte
Anreiz-Maßnahmen seitens der Politik, vor allem auch wegen des im
internationalen Vergleich großen Nachholbedarfs bei der Weiterbildung
in Österreich. "So sollte man etwa das Thema Bildungssparen ernst
nehmen und - ähnlich wie beim Bausparen - staatliche Anreize dafür
geben", so Walter, der auch den "Förderdschungel" vereinheitlicht
sehen möchte und eine "Top-Bildungsberatung" in Österreich fordert.
"Bildungs-Coaches müssten einzelne Personen lenken und führen, um
viele Fehlinvestitionen in der Aus- und Weiterbildung zu verhindern",
so Walter.















