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Zuletzt aktualisiert: 30.09.2008 um 13:58 UhrKommentare

Auch ein Nein bringt Sie weiter

Warum notorische Jasager schneller im Abseits landen, und wie Sie lernen, souverän und freundlich Nein zu sagen.

Eigentlich kommt dieser Kollege ja immer mit der selben Masche: Es ist kurz vor Dienstschluss, wenn er ins Büro tänzelt, auf den Lippen ein unwiderstehliches Lächeln. Dieses Mal ist es der alte Schulfreund Walter, der nur heute in der Stadt ist und den er seit der Matura nicht mehr gesehen hat. Ausgerechnet heute, wo er diesen dringenden Bericht fertigstellen sollte. "Nur heute, bitte, ausnahmsweise. Du weißt, ich bitte dich sonst nie darum", säuselt er mit zuckersüßer Stimme. Und schon ist es wieder passiert: Sie haben sich nicht nur die Arbeit eines anderen umhängen lassen, sondern dürfen dafür auch noch ein paar Überstunden machen.

Burnout. Obwohl es nicht mehr als vier simple Buchstaben sind, fällt es vielen Menschen schwer, Nein zu sagen. "Oft steckt dahinter eine überzogene Angst vor Konflikten oder die Befürchtung, unhöflich zu erscheinen," sagt die Sozialwissenschaftlerin Tanja Baum. Auseinandersetzen sollte man sich mit diesem Charakterzug spätestens dann, wenn die eigene Arbeit auf der Strecke bleibt und der tägliche Stress dadurch immer öfter überhandnimmt. "Denn notorische Jasager vernachlässigen ständig ihre eigenen Interessen und sind damit Burn-out-gefährdet", warnt die Expertin.

Freundlich Nein sagen. Ihr Rat: "Lernen Sie, freundlich Nein zu sagen." Warum freundlich? "Eine Ablehnung erzeugt natürlich immer einen Konflikt. Wer allerdings auf eine nette Art und Weise Nein sagt, schafft sich damit nicht nur eine bessere Ausgangsposition, sondern setzt auch seine eigenen Ziele durch", ist die Personaltrainerin überzeugt. Damit das Nein beim nächsten Mal nicht wieder im Hals stecken bleibt, hat Baum einen Vier-Stufen-Plan zum Lernen entwickelt. Oder, wie sie es nennt: Die Plus-Minus- Minus-Plus-Strategie.

Verständnis vermitteln. Zeigen Sie Interresse am Anliegen Ihres Kollegen, denn damit schaffen Sie von vornherein ein positives Gesprächsklima. Ein klares Nein formulieren.

Ein klares Nein formulieren."Nur nicht um den heißen Brei herumreden, denn genau das kann ganz schnell zu Missverständnissen führen," betont die Expertin. Formulieren Sie stattdessen ein freundliches, aber eindeutiges Nein.

Das Nein begründen. Sobald Sie erklären, warum Sie diese Aufgabe jetzt nicht übernehmen können, schaffen Sie damit auch Verständnis für Ihre eigene Situation.

Alternativen aufzeigen. Wenn möglich, bieten Sie einen Lösungsvorschlag an, oder helfen Sie dem anderen bei der Suche nach einer Alternative. "Damit geben Sie dem Gegenüber das Gefühl, dass Sie bereit sind, ihn zu unterstützen", betont Baum. Nicht immer geht die Strategie beim ersten Mal auf. Sobald der andere eine Diskussion anzettelt, wiederholen Sie diese Vorgangsweise. Baum: "Spätestens nach drei Durchgängen gibt auch der Hartnäckigste auf, garantiert".

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