Bei Lehrstellen klafft ein tiefes Loch
Die Lage spitzt sich zu. In der Steiermark gibt es gegenwärtig um 500 Lehrstellen zu wenig. In ganz Österreich werden im Herbst 6000 junge Menschen auf eine Lehrstelle warten.

Foto © APAViele Jugendliche sind auf Lehrstellensuche
Der Einstieg ins Berufsleben wird für Schulabgänger immer schwieriger. Im Schnitt entfallen in Österreich auf eine freie Lehrstelle drei Bewerber.
Wunschberufe.
An den Wunschberufen hat sich seit Jahren, zeigt eine Aufstellung der Wirtschaftskammer Steiermark, nicht viel verändert (siehe Grafik). Seit 2003 ist die Anzahl der dem Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldeten Lehrstellen deutlich gestiegen, "seit 2005 wirkt sich die Förderpolitik durch den Blum-Bonus positiv aus", erklärt Herta Kindermann-Wlasak, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS Steiermark. Die Zahl der Lehrlinge im ersten Lehrjahr hat sich hingegen von 5379 im Jahr 2003 auf 6195 im vergangenen Jahr nicht so stark entwickelt.
Offene Lehrstellen.
Ende Juli - die letzte aktuell vorliegende Statistik - waren im AMS Steiermark, sagt Kindermann-Wlasak 1140 offene Lehrstellen gemeldet, 343 davon als sofort verfügbar. Beim großen Rest warten die Unternehmen auf September/Oktober. 1644 Jugendliche warten auf einen Lehrplatz.
Firmen klagen.
Von vielen Firmeninhabern hört man Klagen. Einerseits seien die Schüler schlecht auf das Berufsleben vorbereitet, meint Karl Schrenner: "Manche beherrschen lesen, rechtschreiben und die Grundrechnungsarten nur mangelhaft." Außerdem würden viele Jugendliche "lieber ausgedehnt Ferien machen", satt sich um eine Lehrstelle zu kümmern.
Berufswunsch und Wirklichkeit.
Die meisten offenen Lehrstellen gibt es in der Steiermark in der Gastronomie, in Metall- und Elektroberufen, im Handel. Ein geringes Angebot gibt es bei Büroberufen (54 Stellen) und bei Friseuren. Hier zeigt sich besonders, dass Berufswunsch und Wirklichkeit weit auseinander klaffen - 138 Mädchen und ein junger Mann suchen eine Lehrstelle als Friseurin/Friseur, nur 28 Stellen sind aber verfügbar.
Chancen.
In der Wirtschaftskammer heißt es, dass sich in Berufen, die von den Jugendlichen nicht besonders heftig nachgefragt werden, durchaus Chancen auftun, etwa bei Spenglern, Dachdeckern oder Rauchfangkehrern.
Neuer Weg.
Der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl schlägt einen eigenen Weg ein. Soweit es den Bestimmungen entspreche, sollen bei der Vergabe von Landesaufträgen Firmen bevorzugt werden, die Lehrlinge ausbilden.
Features
Fakten
Laut aktuellen Zahlen des Arbeitsmarktservice (AMS) haben Ende Juli exakt 9.083 Jugendliche einen Ausbildungsplatz gesucht. Dazu kämen noch 5.312 Jugendliche, die zwar auch gerne einen Lehrplatz hätten, vom AMS aber eine Schulung bezahlt bekommen.
















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