Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
19. Mai 2013 16:36 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Das war das Multimedia-Jahr 2007 Das war das Multimedia-Jahr 2007 Voriger Artikel Jahresrückblick: 2/9 Nächster Artikel Bewegtes Medienjahr 2007 2007 war das heißeste Jahr der Geschichte
Zuletzt aktualisiert: 21.12.2007 um 10:35 Uhr

"Das CD-Spiel ist vorbei": 2007 brachte Umbruch in Musikindustrie

Kaffee und Musik: Starbucks war Vorreiter

Foto © APKaffee und Musik: Starbucks war Vorreiter

Paul McCartney bei Starbucks, die Eagles bei WalMart, die Alben von Prince und Ray Davies als Zugabe englischer Zeitungen: Die Verkaufs-Mechanismen der Popkultur des 20. Jahrhunderts lagen 2007 in den letzten Zuckungen. Madonna pfiff auf einen Plattenvertrag und sagte ihrem Tourveranstalter, er könne ihre nächsten drei Alben irgendwie unter die Leute bringen - die Musikindustrie ist längst nicht mehr nur im Umbruch, ihre Struktur liegt in Scherben.

Ramsch-Preise? "Das (Musik-)Geschäft, wie wir es bisher kannten, gibt es nicht mehr", sagt Chris Rea, der sich inzwischen auf "Ear Books" - aufwendige Bildbände mit mehreren CDs - verlegt hat. McCartneys Wechsel vom Hauslabel seiner Karriere, EMI, zur US-Kaffeebar-Kette ist für den bewusst aus dem Rockstar-Zirkus ausgestiegenen Gitarristen und Sänger Rea pure Verzweiflung. "Ich habe kürzlich auf dem Flughafen gesehen, wie sie Paul-McCartney-CDs zu Ramsch-Preisen verkauften. Ich dachte: Er sollte aufhören. Selbst Paul McCartney, der immer so schlau war, weiß nicht, dass es vorbei ist. Das CD-Spiel ist vorbei."

Nummer eins. Die Eagles haben das Problem für ihr Studio-Album-Comeback nach 28 Jahren pragmatisch gelöst: Exklusiver Vertrieb über die US-Kaufhauskette WalMart, zu dem eine Präsentation ihres Produkts gehört, die interessierten Kunden ins Auge fällt. "Wenn man ein Album aufnimmt, möchte man halt auch, dass es zur Kenntnis genommen wird", erklärte Glenn Frey in einem Interview. Es hat funktioniert: "The Long Road Out Of Eden" wurde Nummer eins der Billboard-Verkaufscharts, freilich erst nach einer Änderung der Regeln. Der Deal der in ihren Songs so kritischen Eagles mit der wegen ihres Umgangs mit der Umwelt und Gewerkschaften kritisierten Kaufhauskette: Eine Notlösung. Fast alle Musiker, ob alt oder jung, sagen, dass es sehr schwierig sei, mit einem neuen Album in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden.

Zeitungsbeilage. Prince und Madonna haben das Album einfach fallen lassen: Ein volles Stadion ist ihnen wichtiger. Prince ließ sein Album einer englischen Zeitung beilegen und begrüßte die Fans dann zu Stadionkonzerten, bei denen die Ticketpreise um ein Vielfaches über dem Preis einer CD lagen. Ex-Kinks-Frontmann Ray Davies folgte im wesentlich kleineren Maßstab seinem Beispiel - er erreichte immerhin, das England zur Kenntnis nahm, dass er immer noch Musik macht. Madonna begründete den Wechsel zum Konzertveranstalter Live Nation in einer gemeinsamen Erklärung damit, dass sich das Musikgeschäft in den letzten Jahren verändert habe und sie mit der Zeit gehen müsse.


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang