"Süßigkeiten-Raub" und Eierwürfe
So manche Maskeraden sorgten für Übermut, dienten teils aber auch als Schutzmantel für Kriminalität: In Wien gingen Maskierte auf Raubzug. Insgesamt gab es in den Bundesländern aber wenig Zwischenfälle.

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Die Halloween-Nacht hat heimischen Behörden trotz Feierwut und Streiche-Laune relativ wenig Arbeit beschert. Zwei Fälle von Süßigkeiten-Raub wurden angezeigt, ebenso wie gewaltsamer Diebstahl von Handys durch Maskierte. Ansonsten blieb die Nacht im Rahmen, ergab ein APA-Rundruf in den Bundesländern.
Relativ ruhig verlaufen ist die Halloween-Nacht in der Steiermark. Bei der Sicherheitsdirektion lagen zu Mittag keine Meldungen vor, beim Stadtpolizeikommando Graz hieß es, dass rund 20 Sachbeschädigungen angezeigt wurden. Etwa die Hälfte davon waren "Eierbeschuss". Beim Roten Kreuz Steiermark dagegen waren sehr wohl mehr Einsätze als in einer normalen Freitag- oder Samstagnacht zu bewältigen: Partytiger hätten auch durch das lange Wochenende etwas mehr als sonst getrunken, weshalb es mehr Zwischenfälle mit alkoholisierten Patienten gab.
Überfall
Die Maskeraden sorgten bei manchen für Übermut, teils aber auch einfach als Schutzmantel für kriminelle Aktionen: In Wien-Floridsdorf etwa wurden am frühen Montagabend zwei 15-Jährige in einer Parkanlage von sechs mit weißen Vampirmasken verkleideten Jugendlichen bedroht und sogar mit einer Pistole dazu gezwungen, ihre Handys herauszugeben. Die Täter entkamen unerkannt.
Auch drei Mädchen im Alter von 15, 13 und elf Jahren wurden Opfer eines Raubes. Als die drei im Zuge des Halloween-Brauches in der Wiesberggasse in Wien-Ottakring umherzogen, kamen plötzlich zwei mit Kapuzen maskierte junge Männer auf sie zu und bedrohten sie. Die Täter packten die Elfjährige am Arm und forderten die Mädchen auf, die Süßigkeiten herzugeben. Nachdem die Jugendlichen den Opfern die Sackerl entrissen hatten, flüchteten sie mit einem Moped.
Fünf Jugendliche tobten sich außerdem in einer Schule in Wien-Meidling aus. Die Burschen, die laut Zeugen Scheiben eingeschlagen hatten, wurden festgenommen und räumten laut Polizei ein, einen "aus dem Ruder geratenen" Halloween-Scherz geplant zu haben.
In der Tiroler Bezirksstadt Imst kam es ebenfalls zu einer Art Süßigkeiten-Raub, so die Polizei: Zwei Burschen entrissen einem Zehnjährigen sein Plastiksäckchen mit gesammelten Süßigkeiten. Die Beamten konnten die Tatverdächtigen im Alter von 14 und 15 Jahren rasch ausforschen. Die drei Buben im Alter von zehn Jahren waren in den Abendstunden unterwegs und den Jugendlichen aufgefallen. Der 15-Jährige verwickelte die Kinder ein Gespräch, während der 14-Jährige mit den Süßigkeiten und zwei Euro Bargeld das Weite suchte. In der Gemeinde Zirl (Bezirk Innsbruck Land) gab es einen Fall von Sachbeschädigung: Eine Hausbesitzerin meldete einen Eierwurf auf ihre Fassade, so die Polizei.
Die Halloween-Nacht ist in der Stadt Salzburg laut Polizeisprecher Anton Schentz "relativ ruhig" verlaufen. "Wir hatten um neun bis zehn Prozent mehr Einsätze als in einer herkömmlichen Nacht vor einem Feiertag." Von schweren Sachbeschädigungen sei bisher nichts bekannt. In den Stadtteilen Maxglan und Lehen wurde in den Straßen mit Eiern herumgeworfen, einmal landeten die Eier auf einem öffentlichen Bus. In Anif im Flachgau wurde ein Auto beschädigt.
Relativ ruhig ist die Halloween-Nacht in Oberösterreich verlaufen. Es wurden keine größeren strafbaren Handlungen gemeldet, wie die Polizei Linz und die Sicherheitsdirektion Oberösterreich auf APA-Anfrage mitteilten. In Linz wurde ein Fall gemeldet, wo Unbekannte Eier auf eine Hausmauer geworfen hatten, außerdem schossen vermutlich Jugendliche einen Kracher auf ein vorbeifahrendes Auto. Es sei aber zu keinen nennenswerten Schäden gekommen.
Keine vermehrten Einsätze
Für die Rettung war die Halloween-Nacht in Niederösterreich sowohl von den Einsatzarten als auch -zahlen her durchschnittlich, hieß es auf Anfrage bei "144 - Notruf NÖ". Auch bei der Sicherheitsdirektion wusste man am Dienstagvormittag nichts von vermehrten nächtlichen Einsätzen oder Sachbeschädigungen.
Im Burgenland ist die Nacht nach Angaben der Einsatzkräfte ohne besondere Vorkommnisse verlaufen: Es gebe keine Meldungen über Vorfälle im Zusammenhang mit Halloween, es lägen bisher auch keine Anzeigen vor, hieß von der Sicherheitsdirektion Burgenland.
In Kärnten war von Halloween - zumindest für die Behörden - nichts zu bemerken. "Es war eigentlich eine eher ruhige Nacht", hieß es etwa bei der Polizei auf APA-Anfrage.
Auch in Vorarlberg dürfte es keine gröberen Zwischenfälle gegeben haben. Die Sicherheitsdirektion berichtete von eingeschlagenen Glasscheiben bei der Anschlagtafel der Pfarrkirche Mellau (Bregenzerwald) sowie von Graffiti-Schmierereien an den Wänden der Unterführung des Bahnhofes in Bludenz. Ansonsten sei es aber verhältnismäßig ruhiggeblieben, die Vorkommnisse haben sich offenbar auf einige kleinere Sachbeschädigungen beschränkt.











