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Zuletzt aktualisiert: 22.07.2008 um 12:27 UhrKommentare

Leser-Reporter-Interview mit Carina Wenninger

Vor cirka einem Jahr übersiedelte Carina Wenninger vom österreichischen Bundesligisten LUV Graz zum FC Bayern München. Unser Leser-Reporter Helmut Pichler aus Altmünster führte das Interview mit der Fußballerin.

Carina Wenninger

Foto © Bayern MünchenCarina Wenninger

Vor ca. 1 Jahr bist du vom österreichischen Bundesligisten LUV Graz zum FC Bayern München übersiedelt. Wie sieht deine Bilanz über das vergangene Jahr aus?
Carina Wenninger: Meine Erwartungen wurden wirklich alle erfüllt. Ich bin froh, dass ich den Schritt nach München gewagt habe und bereue es in keiner Weise. In diesem Jahr habe ich nicht nur sportlich, sondern auch persönlich einiges dazugelernt. Ich bin vor allem selbstständiger geworden.

Wie oft bist du wo zum Einsatz gekommen?
Wenninger: 11 Spiele habe ich mit der U 17 mitgemacht, wobei der Deutsche Vizemeisterinnentitel für mich sehr viel zählt, und 16 Spiele im Team Bayern II mit dem Endrang 3 in der Regionalliga Süd. Insgesamt also 27 "Pflichtspiele", So oft war meines Wissens nach keine andere Bayern-Spielerin im Einsatz.
Mehr als 2 Einberufungen in den Kader von Bayern I waren deshalb schon zeitlich nicht möglich, weil zahlreiche Terminkollisionen auftraten. Außer den Spielen für die Isar-Teams habe ich auch noch 6 EM-Qualifikationsspiele für Österreichs U 19-Auswahl und 4 A-Team-Länderspiele bestritten.

Gibt es "Fächer", in denen du noch nicht ganz zufrieden bist?
Wenninger: Ich bin grundsätzlich sehr kritisch mit mir selbst und bin davon überzeugt, dass es immer Dinge geben wird, an denen man arbeiten kann, um sie zu verbessern. Besonders im Torabschluss möchte ich aber noch viel effizienter und kaltschnäuziger werden. Nach meiner Selbsteinschätzung bin ich eine sehr faire Spielerin, vielleicht sogar zu fair und ich sehe diese Eigenschaft nicht immer wirklich als Vorteil (z.B. einen Elfmeter herausholen, oder eine gelbe Karte provozieren...).

In welcher Hinsicht bist zu mit dir selbst schon ziemlich zufrieden?
Wenninger: Technik, körperliche Fitness, Laufstärke, Schnelligkeit; aber wie schon gesagt: alles ist verbesserbar.

Deine Lieblingsposition?
Wenninger: Als Allrounderin wurde ich in der letzten Spielsaison außer als Torfrau und Stürmerin auf jeder Position eingesetzt. Ich spiele dort am liebsten, wo ich dem Team am meisten nütze und wo ich meine Stärken am besten einsetzen kann.

Wie schaffst du das sportliche "Multi-Tasking" zwischen Bayern- U 17, Bayern II, Kader der Bundesligaelf, ÖFB-U 19-Auswahl, Österreichische Nationalelf?
Wenninger: Ich glaube, dass es enorm wichtig ist, einfach nicht darüber nachzudenken, in welcher Mannschaft man spielt oder auf welcher Position, sondern dass man immer versucht, sein Bestes zu geben und vor allem Spaß am Fußball zu haben.

Wo siehst du die größten Unterschiede zwischen den vielen verschiedenen Teams, in denen du aktiv bist, bzw. hauptsächlich im Vergleich: Österreich-Deutschland?
Wenninger: Die größten Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland sehe ich in der Schnelligkeit, Professionalität und dem höheren Niveau innerhalb der Mannschaften und auch zwischen den Ligen.

Hast du die EM der Männer verfolgt und für dich selber Anregungen dadurch erhalten?
Wenninger: Besonders beeindruckt war ich vom Spiel der Russen, aber auch vom Spiel der Spanier, die meiner Meinung nach sehr schnellen, modernen Fußball geboten haben.

Deine Ansicht über den Unterschied zwischen Frauen- und Männerfußball?
Ich finde, dass man Frauen- und Männerfußball schwer vergleichen kann, weil das Tempo und die körperlichen Vorraussetzungen ganz andere sind.


Leser-Reporter

Dieser Artikel wurde uns von Leser-Reporter Helmut Pichler aus Altmünster geschickt.

Carina Wenninger

Die 16-jährige Carina Wenninger übersiedelte 2007 gemeinsam mit ihrem Vater und ihrer Fußballer-Kollegin und -Freundin Victoria Schnaderbeck nach München.

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