Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 25. Juli 2014 01:07 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Innere Werte Ein Familiennest für sechs Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Homestorys Nächster Artikel Innere Werte Ein Familiennest für sechs
    Zuletzt aktualisiert: 20.12.2012 um 13:19 UhrKommentare

    Ein Zuhause für die Patchwork-Familie

    Erst emotionales wie reales Möbelrücken machte das Haus von Familie Mair-Edlinger zum Zuhause. Karin Riess besuchte die Patchworkfamilie.

    Zu Hause angekommen: Verena und ihre Mutter Sylvia, Lebensraum-Couch Petra Jerovsek-Peer, Nichte Anna und Michael (v.l.) im kombinierten Wohn- und Esszimmer im Erdgeschoß

    Foto © Oliver WolfZu Hause angekommen: Verena und ihre Mutter Sylvia, Lebensraum-Couch Petra Jerovsek-Peer, Nichte Anna und Michael (v.l.) im kombinierten Wohn- und Esszimmer im Erdgeschoß

    Es klingt alles sehr kompliziert. Da wäre einmal Michael Mair, dessen Kinder Hannah und Max seit einigen Jahren bei deren Mutter wohnen. Und Sylvia Edlinger, deren Sohn Thomas bereits flügge geworden ist, und Tochter Verena, die als einziges der Kinder im Haus im steirischen Trofaiach lebt. Seit 2007 sind Michael und Sylvia ein Paar und basteln an einer Patchwork-Familie. Aber das Zusammenziehen bedeutete emotionales wie reales Möbelrücken im 180-m2-Eigenheim, das der Installateur mit seiner damaligen Partnerin gebaut hatte.

    Viel Vergangenheit, die Sylvia zu schaffen machte. Schon einmal hatte sie einen Rückzieher gemacht, weil aus dem Haus für sie einfach kein Zuhause werden wollte. "Ich war verunsichert, ob ich etwas verändern darf. Man weiß ja nicht genau, was ,heilig' ist", erinnert sich die Wellnesstrainerin. Beim zweiten Anlauf zur gleichen Adresse holten die beiden sich professionelle Unterstützung von Lebensraumcoach Petra Jerovsek-Peer, die selbst in einer Patchwork-Familie lebt und die Herausforderungen kennt.

    "Raumaufstellung"

    Bei einer "Raumaufstellung" wurde Sylvia bewusst, warum das Fremdeln nie ganz verschwunden ist. Und Michael, dass er bis dato gar nicht verstanden hat, warum ihr das Heimischwerden so schwerfällt. "Ich habe gedacht, dass ja eh alles da ist, was man für ein Zuhause braucht." Doch in Wirklichkeit war da genug für zwei Zuhause: Also hieß es, sich von altem Ballast zu trennen, um Raum für Neues zu schaffen. Aber das ist eben viel leichter gesagt als getan. "Dann stellen wir es halt in den Keller", resignierten die beiden bei jedem Stück, über dessen Verbleib sie sich nicht einigen konnten. Aber irgendwann ist auch das größte Souterrain voll.

    Parade-Zankapfel war der alte gusseiserne Heizkörper, den Michael auf Augenhöhe im Eingangsbereich postiert hatte. "Es ist ein seltenes Stück, von dem ich mich nicht trennen wollte." Aber Sylvia fühlte sich vom Anblick des schwarzen Radiators erdrückt. "Man kann ja nicht einfach sagen: ,Tu das weg, das gefällt mir nicht.' Der Heizkörper sollte einen guten Platz bekommen, aber eben nicht unbedingt den im Vorhaus."

    Kompromisse verlangen Kreativität, zu der die Expertin die beiden anstiftete: Heute steht er im Wohnzimmer an der Wand, wo seine Lamellen sich wie Regalbretter nützlich machen. "Er sieht aus wie ein Designer-Stück."

    In Bewegung gebracht

    Das Ausmisten fiel dem Ober-steirer besonders schwer: "Viele Jahre konnte ich das Kinderzimmer von meinem Sohn Max nicht ausräumen", sagt Michael und erinnert sich, dass darin bis vor Kurzem noch das Spielzeug des heute 15-Jährigen lag. Und auch wenn sie "Gästezimmer" und er "Max-Zimmer" zu dem Raum im ersten Stock sagt, so sind sie sich über die neue Funktion doch einig geworden: ein Plätzchen für jedes der drei Kinder, das auf Besuch vorbeikommt. Deshalb waren auch alle in die Gestaltung des Raumes eingebunden, schließlich sollte sich ja jeder darin heimisch fühlen. Gleich nebenan hat Maturantin Verena ihr Reich, auch ihr Bruder Thomas hat sich im Projekt Patchwork-Familie verewigt: Von Beruf Maler, schwang er gemeinsam mit seiner Mutter Walze und Pinsel.

    Heute hat jeder seinen Platz gefunden: die Dame des Hauses etwa in ihrem Rückzugsort in der Galerie im ersten Stock, der Herr interessanterweise in der Küche, die Sylvia aus ihrer alten Wohnung mitbrachte. "Durch die Montage habe ich sie ein Stück zu meiner eigenen gemacht."

    Die Unterscheidung zwischen "mein" und "dein", die ist den beiden geblieben, aber: "Nächstes Jahr legen wir gemeinsam einen Garten an", sagt die Hausherrin, die sich mit jedem Tag mehr so fühlt. "Das wird dann unseres."

    In den letzten Monaten ist vieles Festgefahrene in Bewegung gekommen, Vergangenheit abgehakt, Zukunft in die Hand genommen worden. Das Aussortierte hat die Familie schließlich gespendet. "So ist mir das Weggeben schon leichter gefallen", erinnert sich Michael.

    "Ich habe nur Tipps und Anregungen gegeben, den Rest hat die Familie selbst in die Hand genommen", sagt Wohnberaterin Jerovsek-Peer zufrieden. "Es waren keine großen Investitionen nötig, wir haben mit dem bestehenden Mobiliar gearbeitet. Manchmal braucht es für ein neues Wohngefühl nur ein wenig Farbe und ein bisschen Ausmisten."

    Ein Stück näher zusammenzurücken, ist eben keine Frage des Geldes.

    Karin Riess

    Was & Wer

    Wohnraum-Expertin Petra Jerovsek-Peer ist spezialisiert auf Lebensraumcoaching, Homestyling und -staging sowie Beratung für Seniorenheime und Firmen.

    Kontakt: Tel. (0 650) 44 40 070, info@home-style.at.

    Mehr Homestorys

    Mehr aus dem Web



      So viel kosten Baugründe in der Steiermark

      Fotolia

      Energie vergleichen

      Energievergleich

       

      Online-Anzeigen-Tool

      Inserieren Sie jetzt in nur 6 Schritten Ihre Zeilenanzeige in der Kleinen Zeitung Weiter

      Bauratgeber Steiermark

      Zum Bauratgeber

      Homestorys

      Foto: Oliver Wolf

      Wie wohnen Sie?

      Ein kuscheliges Sofakissen, ein alter Bilderrahmen vom Flohmarkt, nostalgisches Silberbesteck: Zeigen Sie uns Ihr liebstes Möbelstück!

       

      Immo & Wohnen-Newsletter

      Die neuesten Möbel-Trends für Ihr zu Hause, architektonische Gustostückerln und viel Service rund um Haus und Garten per E-Mail!

       

      Sicherheit für Ihr Heim

      Fotolia: remar

      Schon mit wenigen Maßnahmen an Ihrem Eigenheim können Sie Einbrechern die "Arbeit" erschweren.

       

      KLEINE.tv

      Wohnen im Schiffscontainer

      In Washington wird derzeit ein innovatives Apartment-Haus gebaut. Eines,...Noch nicht bewertet

      Sprechstunde

      Umbau, Neubau oder Sanierung: Was auch immer Sie von einem Architekten wissen wollen: Schicken Sie Ihre Frage per E-Mail an die Kammer der Ziviltechniker für Steiermark und Kärnten. Die Antworten werden in regelmäßigen Abständen hier veröffentlicht.

       

      Immo-Fotoserien

      Grazer Altbaujuwel mit Persönlichkeit 

      Grazer Altbaujuwel mit Persönlichkeit

       

      Der Maler-Guide

      istock
       


      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!