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Zuletzt aktualisiert: 08.11.2012 um 08:56 UhrKommentare

Rock 'n' Rost: Eine Garage mit Fifties-Charakter

Robert Redl hat ein Faible für Ami-Schlitten. Grund genug, ihnen eine Garage mit entsprechendem Flair mitten in Graz einzurichten.

Altblech-Aficionado: Robert Redl lässt seine Sammlung in Frieden rosten

Foto © Marija Kanizaj Altblech-Aficionado: Robert Redl lässt seine Sammlung in Frieden rosten

Robert Redl, Baujahr 1974, wirft eine Heizkanone an, die nicht nur wie eine Düsentriebwerk geformt ist, sondern auch ein bisschen so klingt. Heißer haucht sie der alten Garage Wärme ein. Einst war sie eine Werkstatt, dann Möbellager, seit zwei Jahren schwingt der gelernte Mechaniker dort an zwei bis drei Abenden pro Woche den Schraubenschlüssel.

Zum Einstand als Mieter hat er ein neues Garagentor eingebaut, die Fenster isoliert, Neonröhren montiert, Regale gezimmert, die Wände - oben lindgrün, unten orange, dazwischen eine Borte mit Zielflaggen-Karo - gestrichen, die schönen Ziegel-Vorsprünge in Weiß wirken lassen.

Aber als eigentlich alles fertig war, hat Redl beim Projekt Garage erst so richtig Gas gegeben.

Panoptikum der Geschichte

Heute ist die Werkstatt ein Panoptikum an Gegenständen mit Geschichte. Vier Autos bietet die 90-m2-Garage in der Grazer Innenstadt ein Dach über dem Kopf: dem 1950er Chevrolet, dem Ford Mustang aus den 70ern, dem Hot Rod Marke Eigenbau und dem Fahrgestell, auf dem ein Dragster entsteht, wie sie in den USA bei Viertelmeilenrennen an den Start gehen.

Vier Autos, wie gesagt, und Hunderten anderen "Oldtimern": Rund 40 alte Blech-Werbetafeln, unzählige patinierte Metallgebinde oder Radzierkappen lachen einen von den Wänden an. "Ich sammle alles, was alt und rostig ist. Das zieht mich irgendwie magisch an." Es sind Fundstücke vom Flohmarkt, von Freunden, die auf dem Dachboden gekramt oder Werkstätten, die ihr Lager geräumt haben. Die Senioren seiner Sammlung ist ein Bataillon von Holzkohle-Bügeleisen, das aus dem 19. Jahrhundert datiert.

Schrott? Von wegen!

Das Jagdfieber hatte ihn schnell gepackt: "Am Anfang war noch eine Sitzecke herinnen, aber bald habe ich dafür keinen Platz mehr gehabt."

Alte Dinge zu sammeln ist das Eine, aber der Grazer geht noch einen Schritt weiter: "Es soll aussehen wie damals, als hier noch eine Werkstatt war. Deshalb habe ich auch alte Geräte zusammengetragen." Ein Druckluftkompressor anno 1958, eine Wuchtmaschine aus den 60ern, eine Hebebühne aus den 70ern. "Das gehört für mich dazu, wenn man alte Autos hat."

Schatz seiner Sammlung ist ein rund 50 Jahre altes Motor-Diagose-Gerät. "Eines zu finden, dass noch funktioniert, ist wie ein Lottogewinn." Sein Statement wider der Wegwerfgesellschaft: "Neue Dinge altern nicht in Würde, man sollte viel mehr Altes wiederverwenden." Apropos: "Eine alte Zapfsäule würde mir noch taugen." Aber bitte schön angerostet.

Karin Riess

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