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    Zuletzt aktualisiert: 28.09.2012 um 08:40 UhrKommentare

    Wohnen wie im Märchen

    Astrid und Folke Tegetthoff haben in einem ehemaligen Kloster ihren Wohntraum wahr gemacht. Jetzt wurde der Stall zum Ferienhaus.

    Foto © Oliver Wolf

    Das Glück ist bekanntlich kein Maßanzug, in den man hineinschlüpft, und alles ist gut. Viel eher ist es eine ewige Baustelle, oder um mit dem Märchenerzähler Folke Tegetthoff zu sprechen: eine Never Ending Story. Wenn das Dach auch immer wieder einmal leck ist und der Putz bröckelt: Mit viel Kreativität und Fantasie und noch mehr harter Arbeit kann daraus am Ende ein Haus werden, für das es nur ein Wort gibt: Paradies.

    Wie das im Einzelfall gelingen kann, lässt sich im Zuhause der Familie Tegetthoff im südsteirischen St. Georgen an der Stiefing erleben. Hier zeigt sich, "wie man aus sehr wenig sehr viel machen kann", wie es der Bauherr formuliert. Anders gesagt: "Wir haben ein Märchen wahr gemacht." Und das begann so:

    Es war einmal...

    Es war einmal ein Kloster, das die Franziskanerinnen vor rund 160 Jahren auf den Mauerresten eines Meierhofes aus dem 17. Jahrhundert errichtet hatten. Bis 1972 wurden hier ganze Generationen von Ortsbewohnern von den Nonnen unterrichtet. 1990 hörten die Tegetthoffs von einem Freund, das Kloster stünde zum Verkauf. Ohne jede Absicht und Notwendigkeit, ein Haus zu kaufen - geschweige denn mit den nötigen finanziellen Mitteln ausgestattet zu sein -, sahen sich Astrid und Folke Tegetthoff das Anwesen an und wussten nach ein paar Sekunden: "Das ist unser Haus." Wie das Ehepaar die Nonnen und die Diözese davon überzeugen konnte, genau der richtige Käufer für das rund 750 Quadratmeter große Haus zu sein, ist eine reine Glücksgeschichte.

    Ein Heim für 40.000 Bücher

    Danach fängt aber auch schon die Baustelle an: Vor 22 Jahren gab es im Haus nämlich weder eine akzeptable Heizung noch ein Badezimmer. "Wir haben das Haus unter einem Wahnsinnsdruck binnen zwei Monaten so weit hergerichtet, dass wir einziehen konnten - weil dann schon 40.000 Bücher von meinem neu gegründeten Verlag ins Haus geliefert wurden", erinnert sich der Hausherr. Es folgten zwei Jahrzehnte, in denen die Tegetthoffs Quadratmeter um Quadratmeter des Hauses für sich eroberten - und die Geschichte des alten Gemäuers langsam mit der eigenen verwoben. In die Substanz des Gebäudes wurde dabei nur an zwei Punkten sichtbar eingegriffen.

    Ein Dichter als Planer

    Das Haus wurde nach Tegetthoffs Planung bald um einen Vorbau mit Arkaden ergänzt, und im 72 m2 großen ehemaligen Klassenzimmer, in dem vor 22 Jahren noch die Schultafel hing, wurde ein Panoramafenster eingezogen, das den Blick auf eine Traumlandschaft freigibt, die bis nach Kitzeck reicht. Im Vertrauen auf sein sicheres Gespür für Formen und Proportionen ließ Tegetthoff nur für die Optik links und rechts der neuen Fensteröffnung noch zwei schmale Fenster setzen. Bei den Umbauarbeiten zeigte sich: Die waren schon früher einmal genau hier.

    Der Dichter als Architekt - das ist auch so eine Glücksgeschichte. "Ich habe als Kind am liebsten mit Lego gespielt. Bis zur Matura wollte ich Architekt werden", erzählt der Hausherr. Schwächen in der darstellenden Geometrie haben den Plan zunächst vereitelt. In St. Georgen lebt er seinen Traum dennoch seit 22 Jahren täglich aus. Zuletzt sah man ihn dabei oft im "Klosterstall".

    Und er wäre nicht Folke Tegetthoff, hätte er nicht auch diesen Ort zu einer ganz besonderen Geschichte gemacht.

    Vom Stall zum Gästehaus

    Der Anblick des verfallenen Gebäudes, in dem einst die Klosterschwestern ihre Kühe und Schweine hielten und wo sich bis vor ein paar Jahren die Haustiere der Tegetthoffs tummelten, war dem Bauherrn schon lange ein Dorn im Auge. Während der Schriftsteller noch am letzten Kapitel seines neuen Buches schrieb, skizzierte er nebenbei mit ein paar Strichen, wie aus dem Stall ein Gästehaus für alle werden könnte, die Urlaub in besonderem Ambiente machen möchten. Seit Juli ist der "Klosterstall" fertig - und gut gebucht. Innen wie außen entstand dabei ein echter Tegetthoff, soll heißen: Die Details sind gut ausgedacht. Wieder so ein Lehrstück in Sachen "So macht man aus ganz wenig sehr viel".

    Schwere Handarbeit

    Die marktüblichen Kosten von etwa 2400 Euro pro Quadratmeter für ein Gebäude dieser Qualität hat der Bauherr weit unterschritten. Mit Fantasie, Kreativität - und harter Arbeit. Nehmen wir etwa die Anrichte in der Küche: Sie besteht aus alten Ziegeln, die sich die Tegetthoffs immer wieder von einer Bauernhaus-Ruine holen, mit der Hand bürsten und neu einsetzen - ergänzt durch Bretter, die ursprünglich zur Holzverschalung des Stalles gehörten. Aus ebendiesem Holz bestehen auch die Kästen bzw. Kastentüren, die die Wandnischen in den Gästezimmern verschließen. Die Nostalgie-Beschläge gab es günstig in Slowenien. In den Badezimmern setzt sich die Geschichte fort: Statt die Lieblingsarmaturen beim nächstbesten Händler zu kaufen, recherchierte Tegetthoff nächtelang im Internet, bis er die Produkte seiner Wahl um einen Bruchteil des ursprünglichen Preises in England fand. Die Waschbecken bestehen aus indischem Fluss-Stein, die Platte, auf die sie gesetzt wurden, gibt's günstig im Baumarkt. Die Duschtasse wurde wieder mit dem alten Holz aus dem Stall umrahmt. Fazit: Ein "Märchenbad" gibt's auch mit geringem Budget.

    Perfekt für nackte Füße

    Der Fußboden im Klosterstall provoziert bei den Besuchern auch immer wieder ein Fragezeichen. Uraltes Holz? "Kork, darüber eine dünne Holzschicht und zuletzt Vinyl", klärt Tegetthoff auf. "Fantastisch weich zum Barfußgehen, perfekt für die Fußbodenheizung, in vielen Holzarten erhältlich und gar nicht teuer." Die Treppe ins Obergeschoß war ebenfalls ein guter Einfall des Bauherrn: Die besondere Patina kostete hauptsächlich Eigenleistung. Sie entstand durch mehrere Farbschichten auf dem polierten Beton.

    Die Dekoration? Ein Stück eines alten Weinstocks, eine Brotschaufel aus Piran, ein Geweih als Garderobe, das alte Stallfenster als Bild an der Wand. Das ist der Stoff, aus dem ein Märchen ist. Eines, das man erleben kann.


    Was & Wer

    Klosterstall: Der ehemalige Stall wurde heuer zum 130 Quadratmeter großen Ferienhaus mit drei Schlafzimmern mit eigenen Bädern und einem gemeinsamen Wohnbereich umgebaut. Die Zimmer werden vermietet. Ein 30 Quadratmeter Terrasse und ein kleiner Garten gehören dazu. www.klosterstall.com

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