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Zuletzt aktualisiert: 13.09.2012 um 10:54 UhrKommentare

Ein Ankleidezimmer mit Haus rundherum

Innenarchitektin Veronika Grilc-Rutar plante ein Haus für zwei, das bis ins Details den Bedürfnissen der Bewohner angepasst ist. Sonja Schindler besuchte die beiden in Wölfnitz.

Foto © Weichselbraun

Planen Sie ein Ankleidezimmer mit Haus rundherum." Das war - neben Barrierefreiheit und Energieeffizienz - die Vorgabe für Innenarchitektin Veronika Grilc-Rutar für das Bauvorhaben eines Ehepaars in Wölfnitz.

Tatsächlich wurde das Haus von innen nach außen geplant, wie sie sagt: "So ergab sich die Größe des offenen Ankleidebereiches aus dem benötigten Stauraum für Kleidung, Schuhe und Accessoires. Am Ende waren es 43 Quadratmeter." Türen gibt es im privaten Rückzugsbereich ebenso wenig wie ein Badezimmer im herkömmlichen Sinn: Dusche mit Infrarotkabine und Sanitäranlagen verlaufen rund um einen kleinen Technikraum. Auf eine Badewanne konnte verzichtet werden, da der Whirlpool auf der Terrasse das ganze Jahr über benutzt werden kann.

Wunsch nach Wellness

"Das Ehepaar hat bereits erwachsene Kinder und wollte ein Haus, das völlig auf die eigenen Vorlieben und Bedürfnisse abgestimmt ist", sagt die Innenarchitektin. Ein großzügiger Wellnessbereich stand ganz oben auf der Wunschliste.

Wichtig war dem Paar auch ein offener Wohnbereich, in dem Gäste verwöhnt werden können. Er gehört zum sogenannten "offiziellen" Teil im vorderen Bereich des Hauses, dem auch eine kleine zweite Terrasse angeschlossen ist. "Durch eine raumhohe Schiebetür sind diese Zimmer von der privaten Ruhezone inklusive Schlaf- und Arbeitszimmer abzutrennen. So ist gewährleistet, dass man sich bei Bedarf zurückziehen kann, selbst wenn noch eine Party im Gange ist", erläutert Grilc-Rutar das Konzept.

Komfortable Lösungen

Durch den ebenerdigen Bau und großzügige Abmessungen der Räume und Durchgänge ist Barrierefreiheit im gesamten Haus gewährleistet. Vom Parkplatz zur Eingangstür führt eine Rampe, auch der Zugang zur Dusche und zur rückwärtigen Terrasse wird durch nichts behindert. Mittels Bus-System kann man Beleuchtung und Beschallung zentral und übers Handy regeln. Dabei sorgen verschiedene "Szenen" für das gewünschte Ambiente.

In der offenen Küche mit dem eleganten Essplatz ist ebenfalls alles gut durchdacht. "Die Positionierung der Fenster ergab sich aus den Vorgaben der Hausherrin. Erst als die Kücheneinrichtung ausgesucht war, wurde geplant", erzählt die Innenarchitektin. Zwei Personen können hier bequem arbeiten und aneinander vorbeigehen. Anstatt einer traditionellen "Speis" gibt es eine raumhohe Schiebetür vor einer Nische, in der alle Küchengeräte einsatzbereit stehen, auch Sperriges wie Getränkekisten findet dort Platz. Auf dieselbe Weise verschwinden übrigens in der Ankleide- und Badezone Waschmaschine und Trockner.

Schattenspiele

Ein besonderer Clou ist die Terrasse an der Nordseite des Hauses. "Das ist ungewöhnlich", räumt Grilc-Rutar ein, "aber sehr praktisch: Es gibt hier immer natürlichen Schatten - Sonnenschirme sind überflüssig". Der einstöckige Bau wirft aber keinen zu langen Schatten - der Hausherr mag es im Gegensatz zu seiner Gattin nämlich lieber sonnig. Und wann immer er möchte, kann der passionierte Golfer sein kurzes Spiel auf dem hauseigenen Golfplatz verbessern.

Veronika Grilc-Rutar hat ihr Credo "Das Haus muss sich den Bedürfnissen der Bewohner anpassen anstatt umgekehrt" hier anschaulich umgesetzt.

SONJA SCHINDLER

Was & Wer

Das Projekt: Wohnhaus in Holzriegelbauweise mit Flachdach.

Die Heizung: Wärmepumpe mit Flachkollektoren, Solaranlage für Warmwasserversorgung und Poolheizung:

Planung und Bauleitung: Veronika Grilc-Rutar, Innenarchitektin.

Baumeister: Struckl & Ogris.

Tischler: Christian Gomernik.

Bauzeit: 23. Mai bis 27. Oktober 2001.



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