Hier ist die ganze Welt zu Hause
Sammelsurium schöner Dinge: Familie Schneider aus Frankfurt integrierte fernöstliche Fundstücke perfekt ins Feriendomizil in Bad Kleinkirchheim.

Foto © Helmuth WeichselbraunJutta Schneider-Lander fertigt Kleinmöbel, Vorhänge und Pölster auch selbst an
Schon vor vielen Jahren haben sich Hans-Jörg Schneider und Jutta Schneider-Lander aus Frankfurt am Main in den Ferienort Bad Kleinkirchheim verliebt. Bald entstand der Wunsch, sich hier ein Feriendomizil und ein Heim für den Ruhestand zu schaffen. Die Schneiders konnten ein Grundstück in St. Oswald erwerben und engagierten die Firma Ökobau aus dem Mölltal, die auf Holzhäuser spezialisiert ist. "Es kam nur ein Haus in Holzriegelbauweise für uns infrage, da sich unser Heim harmonisch in die Umgebung einfügen sollte", betont die Hausherrin. Im Jahr 2000 war es so weit - das Haus war bezugsfertig und es ging an die Inneneinrichtung, die ganz und gar nicht alltäglich ist.
Das Ehepaar lebte jahrelang an verschiedenen Orten in Asien und von überall her mussten Möbel und Dekorationsstücke mit, an die die Globetrotterin ihr Herz gehängt hatte. "Es macht Spaß, Stücke aus unterschiedlichen Kulturen miteinander zu kombinieren", sagt sie und erklärt: "Bauernhäuser wie auch rustikale Einrichtungsgegenstände auf der ganzen Welt haben sehr ähnliche Strukturen, daher passt alles sehr gut zusammen."
Bei einem Rundgang durchs Haus bemerkt man tatsächlich oft erst auf den zweiten Blick, dass sich hier asiatisches, englisches oder ungarisches Mobiliar ganz selbstverständlich zu Kärntner Vorratskästen und vom Schreiner angefertigten rustikalen Möbeln aus altem Holz gesellt. Durch die Fußböden und Wände aus Holz und viel Farbgefühl bei der Auswahl der Textilien wird alles optisch zusammengehalten, warme Töne sorgen für ein anheimelndes Ambiente.
Einzelstücke in Eigenbau
Jutta Schneider-Lander, die in Hongkong eine Zeit lang Interieur-Design studierte, fertigt Kleinmöbel, Vorhänge oder Polster auch selbst an. Überall im Haus stößt man auf originelle Lampen, deren Füße aus alten Büchern oder totem Holz aus der Umgebung gefertigt sind, selbst gemalte Bilder und andere Werkstücke, die mit sicherer Hand mit Neuem und Altem kombiniert werden. So manches schöne Stück hat sie aus dem Sperrmüll gerettet, wie zum Beispiel ein kleines Holztischchen, das nun von einer "Bücherlampe" Marke Eigenbau ins rechte Licht gerückt wird. Darüber hängen große Kalligrafiepinsel aus Singapur und Bilder von asiatischen Häusern.
Vieles wird auch kurzerhand umfunktioniert, wie der Schirmständer im Eingangsbereich, der eigentlich ein japanisches Stand-urinal ist, oder der Vorratsschrank, der den Fernseher verbirgt, wenn er nicht gebraucht wird. Das chinesische Sammelporzellan findet Platz in einem antiken Schrank aus Taiwan - ein Lieblingsstück der Hausherrin, was mit seinem ursprünglichen Verwendungszweck zusammenhängt, wie sie lachend erklärt: "Im unteren Teil wurden Hühner gehalten und darüber Lebensmittel aufbewahrt." Selbst die beiden Bäder und das Gäste-WC sind liebevoll mit diversen alten und neuen Fundstücken dekoriert.
Obwohl selbst Decken und Küchenfronten aus Holz sind, wirken die Räume weit und hell, was vor allem am Licht liegt, sagt die Hausherrin: "Vor allem bei Sonnenschein ergeben sich weiche, warme Farbtöne, die Atmosphäre hier ist wunderbar." Das finden auch die vielen Hausgäste, die hier beherbergt werden. "Nicht nur unsere Tochter ist mit ihrer Familie oft zu Gast, auch unsere Eltern und Freunde fühlen sich hier sehr wohl." Das glaubt man der sympathischen Hausherrin sofort.


















