Landhaus: In Hülle und Fülle
Familie Scheiblechner hat aus einem alten Pfeilerstadel nahe Admont ein modernes Passivhaus gemacht. 200 Quadratmeter Wohnhaus, ein Wellnessbereich und eine Kunstgalerie machen das (Ferien-)Haus aus.

Foto © Harald EisenbergerDie Fensternischen ziehen auch Scheiblechners Enkelin Lisa magisch an
Gottfried Scheiblechner kann sich noch gut daran erinnern, wie er vor sieben Jahren in seinem Geburtsort Palfau bei Admont von der Dorfkirche, in der seine Mutter 30 Jahre lang Organistin war, ins Freie sah und sein Blick auf der alten Scheune hängen blieb: "Ein schönes Grundstück, hab ich mir gedacht", sagt er. "Wär toll, den umzubauen", war der zweite Gedanke. "Wird wohl nicht gehen", folgte die Einsicht.
Nicht gerade mühelos
Georg W. Reinberg war anderer Meinung. Der Architekt, mit dem Scheiblechner schon in der Vergangenheit zusammengearbeitet hatte, sah den alten Stadel und wollte gar nichts anderes mehr sehen. Als Spezialist für die Sanierung alter Substanz und den Bau von Passivhäusern konnte er Scheiblechner überzeugen, dass das Projekt alle Mühe wert ist. Und Mühe machte es in der Tat genug, zumal das Grundstück nicht als Bauland gewidmet war. "Aber mit dem Erhalt des ursprünglichen Erscheinungsbildes konnten wir daraus auch ein Wohnhaus machen", sagt der Bauherr.
Und so kam es, dass in den alten Stadel sozusagen ein neues, modernes Wohnhaus aus Brettsperrholzplatten hineingestellt wurde. Das alte Scheunendach war der perfekte Wetterschutz, bis das neue Zuhause fertig war.
Galerie
Innen verbergen sich zwei Welten: Kunst die eine, Architektur die andere - mit fließenden Übergängen. Denn eines war von Anfang an klar: Mit dem Gebäude sollte auch der Nachlass von Scheiblechners Schwiegervater, dem Maler Hans Stockbauer, ein neues Zuhause bekommen. Im Parterre, wo einst ein Viehstall untergebracht war, entstand eine Galerie, die sich außerhalb der thermischen Hülle des Passivhauses befindet. Darüber wurde sozusagen auf Stelzen der zweigeschoßige Wohnraum errichtet, den man über die ehemalige Scheuneneinfahrt bzw. Rampe im Norden auch direkt betreten kann.
Egal, wer die Scheiblechners besucht, es ist immer das gleiche Muster: "Die Fensternischen ziehen alle magisch an", sagt der Bauherr. Diese Nischen sind besonders tief ausgefallen, weil sie den Raum zwischen altem Gebäude und neuem Haus überbrücken, die Dreifachverglasung verhindert Kälteabstrahlung und der Ausblick ist schlichtweg atemberaubend: Hochkar, Hochschwab, Gesäuse, Gamsstein - wow. Sein Bett hat sich Scheiblechner folgerichtig auch in einer solchen Nische eingerichtet.
Wellness inklusive
Die 200 Quadratmeter Wohnraum teilen sich auf in einen offenen Wohn- und Kochbereich nach Osten und Westen sowie zwei Schlafzimmer mit eigenen Sanitäreinheiten im Norden. Der mittlere Bereich ist dank Galerie zweigeschoßig. Eine Brücke verbindet hier zwei Gästezimmer auf der einen Seite und ein weiteres Wohnzimmer mit Wellnessbereich auf der anderen. Fazit: "Zehn Personen und vier Hunde gehen sich hier locker aus", beschreibt Scheiblechner sein offenes (Ferien-)Haus, das ein beliebter Treffpunkt für Familie, Freunde und Verwandte geworden ist. "Zumal auch das Raumklima hier fantastisch ist", schwärmt der Hausherr vom "großen Vorzug eines Passivhauses". Anders zu bauen wäre für ihn nie infrage gekommen.
Features
Fotoserie
Was & Wer
Der umgebaute Stadel in Palfau dient als Wohnhaus und Kultur-Treffpunkt.
Kontakt-Tel-Nr: (0664) 101 72 71
Planung: Architekturbüro Reinberg ZT, Lindengasse 39/10, 1070 Wien




















