Einfach perfekt auf allen Ebenen
Passivhaus in Hanglage mit Terrassen und luftigen Räumen: Lydia und Harald Eisenberger haben sich in der Nähe von Graz ein Passivhaus gebaut, das keine Wünsche offen lässt.

Foto © EisenbergerFamilie Eisenberger in ihrem gemütlichen Wohnzimmer
Das Glück, wenn man schon viel gesehen hat: Man weiß (meistens) recht genau, was man will. Das Pech: Man weiß auch, dass es sicher nicht billig ist. Harald Eisenberger hat als Fotograf schon jede Menge Häuser und Wohnungen gesehen, die vor allem eines sind: gut und teuer. Als er vor zwei Jahren selbst ans Bauen am Grazer Stadtrand dachte, ging es folglich nur um die Prioritätenliste: "Worauf kann ich verzichten? Was muss ich unbedingt haben?"
Wartungsfrei
Was dabei nie infrage stand, war das Thema Passivhaus. "Wir haben bei unserer Arbeit mit vielen Passivhaus-Bewohnern geredet", erzählen Harald Eisenberger und seine Frau Lydia, "und der gemeinsame Tenor war immer, dass hier alles ganz simpel ist." Der Hintergrund: Das Ehepaar Eisenberger ist berufsbedingt viel unterwegs, "und wir sind beide keine Wartungsmenschen", sagt die Hausherrin und ergänzt: "Hier muss sich niemand um Heizung und Lüftung kümmern, das funktioniert ohne unser Zutun ganz reibungslos."
Auch ganz oben auf der Prioritätenliste: die Hanglage. "Weil wir im Untergeschoss vollwertigen Wohnraum haben wollten", erklärt der Hausherr. Auch nie eine Frage: die Kubatur. "Wir wollten einen kompakten Bau, nichts Überdimensionales - am besten einen Würfel." Gleichzeitig sollte alles luftig-leicht wirken.
Der richtige Mann für diese Aufgabe: der Passivhaus-Pionier und Architekt Erwin Kaltenegger, ein guter Freund der Familie. Entsprechend dem Geländeverlauf stapelte er drei Wohnebenen übereinander. Die mittlere Etage ist dabei der zentrale Wohnraum, der bei Bedarf auch als separate Wohneinheit barrierefrei funktionieren würde, weil das Atelier einen Stock tiefer einen eigenen Hauseingang hat.
Alles in einem
Schaltzentrale für das Familienleben ist also ein großer, offener Wohnraum, in dem Kochinsel, Esstisch und ein ausladendes Lümmel-Sofa die einzelnen Funktionsbereiche markieren. Rückzugsmöglichkeiten bieten zwei Kinderzimmer (in zwei Monaten ist das Drei-Mäderl-Haus von Harald Eisenberger komplett), an die ein eigenes Bad angeschlossen ist.
Einen Stock höher haben Lydia und Harald Eisenberger ihr Schlafzimmer, einen begehbaren Schrank und ein (Eltern-)Bad eingerichtet. Dabei wurde sparsam mit den Quadratmetern umgegangen, um eine möglichst große Dachterrasse zusammenzubringen: Hier warten noch rund 80 Quadratmeter Außenfläche, einstweilen nur mit Kiesboden, auf ihren Ausbau zum privaten "Skywalk" samt Whirlpool. Aber das stand weiter unten auf der Prioritätenliste.
Das Treppenhaus, das die drei Etagen des Hauses verbindet, fällt auch auf den zweiten Blick nicht auf - dies wiederum stand weiter oben auf der Wunschliste: "Wir wollten kein sichtbares Stiegenhaus", erklärt der Hausherr. Die Treppe wurde einfach hinter der Küche versteckt.
Raumhöhen bis zu drei Meter, raumhohe Türen und Eichenparkett im ganzen Haus unterstreichen den Eindruck von Großzügigkeit. Bunte Akzente setzen vor allem Bilder, eine lilafarbene Wand im Bad, eine gelbe im Kinderzimmer - und der Mix von neuen und alten Möbeln. Alles ganz einfach, könnte man sagen. "Wir sind Glückskinder", meinen die Bewohner.
Features
Fotoserie
Das Projekt
Passivhaus mit Wärmetauscher und Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung, Massivbau, 213 Quadratmeter Wohnfläche.
Bauzeit: März bis Oktober 2010.
Heizkosten pro Quadratmeter und Jahr: 1 - 1,5 Euro.
Architekt:
Erwin Kaltenegger, Weizer Straße 390, 8192 Passail

















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