Glasklare Landpartie in Bad Aussee
Modern, warm, offen und lichtdurchflutet: Felicitas Hager und Thomas Maderbacher haben sich mit ihrem neuen Haus in Bad Aussee auf sehr viel Natur eingerichtet.

Foto © Paul OttIm Untergeschoß gibt es zusätzlich eine Einlegerwohnung
Wie erklärt man einem Architekten, dass man möglichst "kein Haus" will? Indem man ihm das Grundstück von Thomas Madersbacher und Felicitas Hager in Bad Aussee zeigt: eine grüne Wiese am Rande eines Siedlungsgebietes - mit dem Blick auf Loser, Zinken, Backenstein und Trisselwand. "Ich wollte einfach auf der Wiese wohnen", erklärt die Hausherrin ihren Wunsch nach einem Zuhause, in dem man so viel Wiese, Himmel und Berge wie nur irgendwie möglich erleben kann - und das dabei auch noch (fast) ein typisches Ausseer Haus ist.
Der Architekt Josef Hohensinn verstand, was die Familie Madersbacher-Hager meinte, und entwarf ein Glashaus auf der Wiese, das von außen betrachtet ein schlichtes Holzhaus ist. Der Trick dabei: Die feingliedrige Fassadengestaltung aus Lärchenholz wird in aufgelockerter Form vor den Glasflächen weitergeführt und wirkt dabei wie ein Filter. "Durch die großzügigen Glasflächen sowie die Glasgeländer im Innenbereich beginnt der Raum zu fließen und man hat das Gefühl, im Freien zu sein", erklärt der Planer. Das Haus passt sich mit drei Wohnebenen perfekt dem steilen Gelände an.
Freiheit
Man betritt das Gebäude über das Untergeschoss, in dem die Küche und eine Einliegerwohnung untergebracht sind. Was streng genommen Keller ist, wird hier als lichtdurchfluteter Raum erlebbar, in dem man quasi mitten auf der grünen Wiese kocht: Die Wand über dem Küchenblock ist ein Schiebefenster. "Man kann unser Haus gar nicht beschreiben, Fotos nutzen auch nicht viel, dieses Haus muss man erleben", sagt Thomas Madersbacher. Spätestens auf der Treppe ins Obergeschoss wird klar, was er meint: Hier führt ein Weg durch das Haus, auf dem sich die Grenzen zwischen innen und außen vollständig auflösen: raumhohe Verglasung auf drei Etagen mit Durchblick bis unter das Dach. Im bis zu sechs Meter hohen Obergeschoss wurde das Schlafzimmer wie eine Galerie eingehängt.
Standfest
Um in all der Transparenz nicht die Erdung zu verlieren, wählte die Hausherrin Böden aus geölter Lärche, die mit ihrem satten Rotton für viel Wärme sorgen. Außen und innen werden damit im Hause Madersbacher-Hager wieder zur Einheit.
Das Wohnen in offenen Räumen, wie es das Ehepaar schon vorher gewohnt war, erfährt hier eine ganz neue Dimension. Um einzelne Funktionsbereiche zu trennen, wird im Essbereich zum Beispiel die Rücklehne der Sitzbank zum Paravent hochgezogen, und im Obergeschoss trennt eine "Heizkiste" des Künstlers Jürgen Rajh das Wohnzimmer vom Home-Office. Wohnen und Arbeiten auf der grünen Wiese, hier ist es Realität.
Features
Das Projekt
Einfamilienhaus
mit 247 m2 Nutzfläche, Fertigstellung
Dezember 2007.
Holzriegelbau mit KLH-Decken,
durch die großzügige Verglasung
teilweise ein Skelettbau.
Auszeichnung mit dem
"Steirischen Holzbaupreis 2011"
für "handwerkliche Leistungen".
Architektur: Hohensinn
Architektur, Grieskai 80,
8020 Graz, Tel. (0 31 6) 81 11 88




















