Ein Haus zum Wohlfühlen
Das extravagante Heim der Familie Pock wurde unlängst mit dem Kärntner Holzbaupreis 2011 ausgezeichnet. Am Rand von Klagenfurt entstand ein moderner Wohntraum, der vom Beginn der Planungsphase an Holz als Bauelement in die Stadt zurückbringen sollte.

Foto © H. WeichselbraunKurt Pock und Melanie Pflauder vor ihrem gemütlichen Holzhaus
Wer die Familie Pock in ihrem Haus am Fuße des Klagenfurter Kreuzbergls besucht, spürt sofort, wie wohl sich die vier Bewohner hier fühlen: Es wird gelacht, gekocht, gespielt und gekuschelt. Doch vor Baubeginn erlebten die Pocks erst einmal ihr "blaues Wunder".
Offen für Experimente
Gemeinsam mit dem Architekten Peter Kaschnig wurde im Sommer 2009 eine spektakuläre Kunstaktion gestartet. Bevor das alte Haus auf dem Grundstück der Familie der Abrissbirne zum Opfer fiel, überzog es Kaschnig innen und außen mit marineblauer Farbe und sorgte damit für Aufsehen. Mit dieser Idee stieß er beim Bauherrn Kurt Pock sofort auf Begeisterung: "Für solche Sachen bin ich immer zu haben", sagt der experimentierfreudige Bauingenieur, der als Extremsportler vier Mal den Dolomitenmann gewann. Seit einem Jahr lebt der Tragwerksplaner gemeinsam mit seiner Frau Melanie Pflauder und den Töchtern Viktoria (8) und Magdalena (5) nun in dem dem 193 m2 großen, neuen Haus.
Trotz ihrer Liebe zu unkonventionellen Ideen ging das Ehepaar die Hausplanung langsam und pragmatisch an. "Wenn man immer in vorgefertigten Räumen lebt, muss man erst einmal herausfinden, wie man denn eigentlich genau wohnen möchte", sagt der Bauherr, Ehefrau Melanie bestätigt: "Wir hatten zum Glück sehr ähnliche Vorstellungen, wollten Design und Alltagstauglichkeit kombinieren." Trotzdem ist sich das Paar einig: "Ohne die Unterstützung unseres Architekten hätten wir es nie geschafft, unser Traumhaus zu bauen."
Barrierefrei wohnen
So entstand ein offener barrierefreier Wohnbereich im Erdgeschoß, der trotzdem extravagante Nischen und Rückzugsmöglichkeiten bietet. Ein Gästezimmer mit separatem Bad und Eingang schließt an den Wohnbereich an. Über eine offene Treppe gelangt man in den ersten Stock. Hier befinden sich ein Kinderzimmer, das Elternschlafzimmer, ein großes Bad und ein von zwei Seiten begehbarer Kleiderschrank.
Noch ein Stockwerk darüber liegt das sogenannte Turmzimmer mit großem Balkon, in dem Tochter Viktoria lebt. Für Ordnung sorgen raumhohe Einbauschränke, hinter denen allerlei Krimskrams verschwindet. "Auch unsere Garderobe im Eingangsbereich versteckt sich hinter raumhohen Schranktüren," sagt Pock. Damit der im gesamten Haus verwendete Sichtbeton nicht zu kühl wirkt, wurde er mit großzügigen Holzelementen kombiniert. Antike Möbel im Vintage-Look sorgen im Wohnraum für Ausehen. "Die frei stehenden Möbel sind größtenteils Erbstücke. Uns gefällt der Kontrast zwischen Alt und Neu", sagt Melanie Pflauder, die auch in der zum Wohnraum offenen Küche einen rustikalen Gasherd einem modernen Induktionskochfeld vorzog.
Features
Fotoserie
Was & Wer
Architekt Peter Kaschnig von halm.kaschnig.wührer
Tragwerksplanung: Hausherr Kurt Pock plante das Tragwerk selbst.
Ausführung: Plankensteiner Holzbau GmbH
















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