Auf seiner Ranch ist er König
Landleben: Werner Strauss, Chef der Ligne-Roset-Studios in Wien, hat sich in Unterkärnten einen Lebenstraum erfüllt und ein Haus mit Reitstall gebaut.

Foto © H. WeichselbraunWerner Strauss hat aus einem alten Reiterhof seinen Traum von einer Ranch gemacht
Orte, an denen man richtig ankommen kann, die findet man nicht - sie finden einen. So war das auch mit Werner Strauss und seinem Unterkrain 26 in Gallizien. Vor sieben Jahren war er das erste Mal hier, vor zweieinhalb Jahren wieder - und ist geblieben, um im Nachhinein festzustellen, dass er hier ohnehin familiäre Wurzeln hat.
Die Ausgangslage: ein bestehender Reiterhof und vier Hektar Grund - mit Blick auf die Karawanken, bis zu den Drau-Auen und ins Klagenfurter Becken - nicht weit vom höchsten frei fallenden Wasserfall Europas entfernt, und zum Klopeinersee sind's auch nur zehn Kilometer. Ein wunderbares Eck von Kärnten, der ideale Platz, um sich neu zu erfinden oder besser gesagt: zu finden - diesmal als Pferdezüchter.
Bauerfahren
Wenn es um Veränderung, um Neubau und ums Möbelrücken geht, ist Werner Strauss in seinem Element. "An die zehn Mal hab' ich sicher schon für mich selber gebaut, wenn man die Geschäfte mitzählt", zieht der ehemalige Inhaber von "Strauss Schöner Wohnen" in Klagenfurt Bilanz. Vor fünf Jahren verkaufte er sein Stammhaus in Kärnten und konzentrierte sich auf die Arbeit als Franchise-Partner von Ligne Roset in Wien. "Im Schnitt mache ich alle drei Jahre etwas Neues", erklärt er, weshalb es wohl Zeit war für Gallizien.
Wirklich bei null begann er dabei nicht: Als Bauherr hat Werner Strauss mit dem Tischler Gerald Martinschitz seit vielen Jahren den idealen Planungs-Partner für alle seine Projekte gefunden. So auch beim neuen Wohnhaus am Hang über dem Pferdestall. "Perfekt in die Landschaft und zum Reitstall passen sollte es, dabei aber möglichst nicht rustikal, sondern modern wirken", erzählt er. Da in Form des Reiterhofes schon viel Holz da war, wurde das Material auch für die Fassade des Wohnhauses gewählt. Rund 120 m2 Wohnfläche, von der Straße barrierefrei begehbar, waren gewünscht. "Ein Haus auf Stelzen war in Summe aber fast ebenso teuer wie ein Untergeschoss."
Der Sonne nach
Fazit: An den Hang wurde ein sehr reduzierter, lang gestreckter Baukörper mit zwei Geschossen und Flachdach gestellt. Unten ist jetzt Platz für die erwachsenen Kinder, wenn sie auf Besuch kommen. Oben wohnt das Ehepaar Strauss und hat dabei vor allem eines: den vollen Aus- und Durchblick. Die 60 Quadratmeter überdachte Terrassenfläche, die sich hangseitig wie ein U um den Baukörper legt, macht es möglich, den ganzen Tag mit der Sonne zu wandern: quasi von Lieblingssitzplatz zu Lieblingssitzplatz.
Im Innenraum ist sich der Hausherr bei aller Veränderung treu geblieben. "Seine Möbel" hat er schon vor Jahrzehnten gefunden. "Ich habe hier die ganz gleichen Ligne-Roset-Möbel, wie sie auch in meinem Haus in Klagenfurt stehen, auch wenn Sie das nie glauben würden, weil die Möbel in unterschiedlichen Räumen ganz anders wirken." Womit auch gleich der Begriff von Zeitlosigkeit und klassischem Design bei Werner Strauss geklärt wäre.
Das ganze Haus wurde von innen nach außen geplant. Der Kern des Ganzen ist ein offener Kamin: "Das Feuer ist ein wichtiger Kommunikationspunkt", sagt Strauss. Rund um den Kamin sind Küche, Essplatz, Wohnzimmer, Schlafzimmer und Bad als offene Wohnbereiche angeordnet. Mit Schiebetüren können die einzelnen Zonen bei Bedarf abgekoppelt werden. Die Türen sind raumhoch, versteht sich.
Versteckte Dusche
Ein echter Eyecatcher ist das Badezimmer, das dank Fenster zum Wohnzimmer an Weite gewinnt: Einem hölzernen Waschtisch (made by Martinschitz) steht eine einfache Sitzbank aus Holz gegenüber, unter der Container den nötigen Stauraum bieten. Sonst ist nicht viel zu sehen, weil Dusche und Sauna als eigene Räume hinter dem Waschtisch bzw. der Spiegelwand versteckt sind. Tageslicht kommt hier auch von der öffenbaren Lichtkuppel in der Decke ins Bad.
Farben und Formen sind reduziert. Weiß- und Brauntöne dominieren im Hause Strauss, Farbe bringen einzelne Accessoires und Bilder ins Haus. Eine ganz eigene Geschichte ist der Boden: Was auf den ersten Blick wie Stein wirkt, ist ein Holzboden in Steinoptik. Womit sich der Kreis zwischen außen und innen wieder schließt.
Features
Was & Wer
Wohnhaus mit Reitstall in Unterkrain 26, in der Fremdenverkehrsgemeinde Gallizien. Werner Strauss ist Inhaber der Ligne Roset-Häuser am Opernring und an der Urania in Wien.
Ausführung: Innenarchitektur & Tischlerei Martinschitz in Villach.
Holzbau: Zimmerei Salbrechter















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