Der tiefer gelegte Garten
Ein Kräutergarten hoch oben auf dem Carport, eine offene Feuerstelle und ein Schwimmteich: So sieht es aus, wenn zwei Gartenplaner ihre private Grünoase gestalten. Ein Streifzug durch den Garten von Gertraud Monsberger und Christian Dolezal.

Foto © Oliver WolfInsel-Urlaub: Die Terrasse ragt in den Naturteich hinein
Gärten brauchen Zeit, um zu wachsen und in ihrer vollen Pracht zu wirken. Das ist so, und das ist gut so. Aber wenn beide Hausherren von Beruf Gartenplaner sind, kann es durchaus noch ein bisschen länger dauern. Aber dazu später.
Seit knapp zehn Jahren leben Gertraud Monsberger und Christian Dolezal in der schmucken gelben Gleisdorfer Villa Baujahr 1931. Vieles haben die beiden Gartenarchitekten in seiner Ursprünglichkeit erhalten, wie etwa die Holzfenster, durch die man aus dem Haus seit 80 Jahren in die Welt blickt. Dazu passend wachsen klassisch Rosen, Buchs und Co. rund um den hölzernen Treppenaufgang.
Vom Keller zum Büro
Vieles, aber bei Weitem nicht alles: Sie haben nämlich kurzerhand den ganzen Garten um 80 cm tiefer gelegt. "Dort, wo früher der Erdkeller des Hauses war, ist heute unser Büro", erzählt Monsberger. Von dem lichtdurchfluteten Raum aus hat das Gartenplaner-Paar einen perfekten Blick auf den Garten, umrahmt von einer nimmermüden Glyzine. "Die frei tragende Pergola beschattet zum einen die Denkwerkstatt, zum anderen bricht sie optisch die Höhe des Hauses."
870 Quadratmeter tiefergelegter Garten sind durch das Abtragen entstanden. Nicht riesig, deshalb arbeiten die Profis mit allen Tricks: "Geradlinige Rasenflächen lassen den Garten größer wirken", verrät die Planerin. Üppige Bepflanzung mit Stauden und Gehölzen in den Beeten am Grundstücksrand sorgen für die softe Note. Toleriert wird sogar Wildwuchs: "Es muss nur zusammenpassen."
Einen Platzverweis gibt es in ihrem Garten für alles, was man zum Leben und Wohnen nicht braucht. So muss etwa das Carport hinter einer Murnockerl-Fassade draußen bleiben. Aber nicht ohne Blumengruß: Auf dem Dach der Garage sprießt nämlich Schnittlauch.
Elementar
Geht es um den Garten, sind die Zuständigkeiten klar verteilt: "Mein Mann kümmert sich um Teich und Rasen", erklärt die gebürtige Kärntnerin. Eindeutiges Hoheitsgebiet der Männer, schließlich muss der grüne Teppich auch wegstecken, wenn Papa Christian und Sohn Manuel (5) darauf Golf und Fußball spielen. Für sie darf es dafür kein Garten ohne Wasser und Feuer sein, das ist für Gertraud Monsberger elementar.
Deshalb ist die Feuerstelle auch nicht nur Zierde, sondern wird von der Familie ausgiebig zum Würstelgrillen und Chilikochen genutzt, genauso wie der Sitzplatz auf der Terrasse, die weit in den 50 Quadratmeter großen Schwimmteich hineinragt. Der ist ganz Natur mit Fröschen, Molchen und allem, was sonst so im Schilf haust. "Mein Sohn hat darin im Sommer das Schwimmen und darauf im Winter das Eislaufen gelernt", erzählt Mama stolz über das Nass, das für Manuel und seine Freunde nicht nur Biotop für naturnahe Nachforschungen ist, sondern quasi auch verkehrsberuhigend wirkt. "Die Wasserspeier in der handgeschichteten Murnockerlwand übertönen den Verkehrslärm."
Aber wie war das noch mit der Planung im Hause Monsberger-Dolezal? "Wir machen meist fünf bis zehn Entwürfe, wenn wir einen Bereich des Gartens neu gestalten wollen. Schließlich möchten wir etwas Besonderes schaffen, aber es muss trotzdem unseres sein." Wenn zwei vom Fach sind, kann es bis zur Entscheidungsfindung ein wenig dauern. "Aber wenn die Handwerker vor der Tür stehen, entscheiden wir ganz spontan."


















