Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
23. Mai 2013 10:08 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Ein Pförtnerhäuschen mit Schiffsrumpf Zwischen Offenheit und Rückendeckung Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Homestorys Nächster Artikel Ein Pförtnerhäuschen mit Schiffsrumpf Zwischen Offenheit und Rückendeckung
Zuletzt aktualisiert: 18.08.2010 um 11:14 UhrKommentare

Auf dem richtigen Dampfer

Nach mehr als 40 Jahren Globetrotter-Dasein ist Franz Scheriau wieder in der Heimat angekommen. Auf dem einzigen Schiff an der Donau, das eine eigene Hausnummer hat.

Kapitän Franz Scheriau mit seinen Hunden auf seinem "Hausboot"

Foto © Willfried Gredler-OxenbauerKapitän Franz Scheriau mit seinen Hunden auf seinem "Hausboot"

Mit 14 Jahren zog es ihn das erste Mal fort von seinem Zuhause in Leoben. Auf einem Donauschiff ging's bis nach Russland. Von da an war's um Franz Scheriau geschehen - etwas anderes als Kapitän wollte er nie mehr werden. Erst 16 Jahre später kam er wieder einmal heim. Und auch nur kurz. Dazwischen und danach ein Leben wie aus einem Abenteuerroman: Jahre am Steuer riesiger Schiffe, eine "halbe Weltumsegelung bis nach Neuseeland", der Aufbau einer eigenen Reederei und mehrere Jahre in Uganda. Die ganze Welt hat er gesehen, mit Jackie O. hat er Twist getanzt - "bald hab' ich euch", hat er ihr damals ins Ohr geflüstert und auch daran geglaubt, bis die Ölkrise kam - und Scheriaus Pleite.

Irgendwann "vor 15 bis 20 Jahren", hat ihn ein Schiff wieder in heimatliche Gefilde gebracht. Und damals ist er ausgestiegen, hat in Leoben ein altes Haus gekauft und versucht, richtig anzukommen. "Man wird ja älter", sagt Scheriau. "Und im Ausland ist man immer ein Ausländer." Aber was tut ein alter Seebär, wenn ihm beim Hausbauen die Arbeit ausgeht? "Er will wieder aufs Wasser. Ich bin ein Kapitän, sonst kann ich nichts", sagt der Mann.

Liebe auf den ersten Blick

Als ihm ein Freund von einem alten Dampfschiff erzählt, das im Donaudelta auf seine Verschrottung wartet, macht er sich auf den Weg - und es wird Liebe auf den ersten Blick. Scheriau verkauft seinen gesamten Besitz und schleppt die "Frederic Mistral", ein fast 100 Jahre altes Dampfschiff mit spannender Geschichte, im Jahr 2000 mit einem Eisbrecher auf der Donau von Rumänien bis nach Wien. Hier will er sie restaurieren, gleichzeitig wohnt er auf ihr. Bloß: Die Behörden wissen von Anfang an nie so recht, wohin mit diesem Mann. Für diese Art von Leben ist auf der Donau keine Genehmigung vorgesehen.

Auch Scheriaus Konzept, die "Mistral" im Rahmen eines Sozialprojekts mit Arbeitslosen zu einem schmucken Museumsschiff herauszuputzen, scheitert an der Bürokratie. "Ohne die Fernsehsendung ,Am Schauplatz' gäbe es mich heute sicher nicht mehr, zumindest nicht an der Donau", sagt Scheriau und blickt glücklich auf die Hausnummer, die seit ein paar Jahren an seinem schwimmenden Zuhause prangt: Hafenzufahrtsstraße 17.

Fotoserie: Wohnen auf dem Boot

Scheriau hat einen Meldezettel mit dieser Adresse, Wasser- und Stromanschluss - und 150 Quadratmeter Wohnraum auf mehreren Etagen auf dem einzigen "echten" Dampfschiff auf der Donau: "Die Österreicher sagen ja zu allem Dampfer, ein richtiges Bergvolk", lacht der Kapitän.

Lebensaufgabe

Alles perfekt? Sicher nicht. Rund zehn Jahre schraubt und bohrt, schleift und lackiert der 58-Jährige jetzt schon gemeinsam mit Freunden an seinem Schiff. Er hat es mit alten Möbeln und Teppichen wohnlich gemacht, Original-Inventar aus der Kaiserzeit (wie etwa die Waschschüsseln) liebevoll auf Hochglanz poliert - ein wesentliches Stück zum seetauglichen Glück fehlt ihm aber leider noch und wird in absehbarer Zeit wohl auch nicht finanzierbar sein: ein neuer Dampfkessel. Aber was soll's? Wird die "Frederic Mistral" eben das einzige "Museums(dampf)schiff" in Österreich. Eröffnungstermin? Sagen wir vorsichtshalber: bald. Nebenbei muss Scheriau ja auch noch seinen "schwimmenden Garten" ausbauen und ein paar andere Schiffswracks, "echte Schätze", hat er sich in der Zwischenzeit auch noch angelacht.

DANIELA BACHAL

Die MS Mistral

Erbaut wurde der 150-Tonnen-Dampfer 1914 in Holland für Kaiser Franz Joseph I - mit Geheimkabine und großem Salon. Nach einer wechselvollen Geschichte in zwei Weltkriegen, u. a. als Minenräumer, in russischen Händen und zuletzt im Besitz der Franzosen.

Zum Mitfahren

Franz Scheriau bietet mit einem weiteren von ihm restaurierten Kleinod, dem Salonschiff "MS Ana" (Baujahr 1894), Ausflugsfahrten an der Donau ("Gern auch bis ins Schwarze Meer") an. Kosten pro Stunde und Schiff: 150 Euro. Tel. 0664/34 34 082.

Wohnen mit Fliesen

Foto: Fliesen Leeb

So vielseitig sind Fliesen

 




Online-Anzeigen-Tool

Inserieren Sie jetzt in nur 6 Schritten Ihre Zeilenanzeige in der Kleinen Zeitung Weiter

Homestorys

Foto: Oliver Wolf

Wie wohnen Sie?

Ein kuscheliges Sofakissen, ein alter Bilderrahmen vom Flohmarkt, nostalgisches Silberbesteck: Zeigen Sie uns Ihr liebstes Möbelstück!

 

Immo & Wohnen-Newsletter

Die neuesten Möbel-Trends für Ihr zu Hause, architektonische Gustostückerln und viel Service rund um Haus und Garten per E-Mail!

 

Sicherheit für Ihr Heim

Fotolia: remar

Schon mit wenigen Maßnahmen an Ihrem Eigenheim können Sie Einbrechern die "Arbeit" erschweren.

 

KLEINE.tv

Mein Zuhause: Wohnen in Alt und Neu

Ein altes und ein neues Haus haben Ruth und Martin nahe Hitzendorf verbu...Bewertet mit 3 Sternen

Sprechstunde

Umbau, Neubau oder Sanierung: Was auch immer Sie von einem Architekten wissen wollen: Schicken Sie Ihre Frage per E-Mail an die Kammer der Ziviltechniker für Steiermark und Kärnten. Die Antworten werden in regelmäßigen Abständen hier veröffentlicht.

 

Immo-Fotoserien

Homestory: Pförtnerhaus in Krumpendorf 

Homestory: Pförtnerhaus in Krumpendorf

 

Der Maler-Guide

istock
 


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang