Es werde Licht
Schön war das Kellerstöckl von Martha und Wilhelm Spirk in der Südsteiermark schon vor dem Zubau. Jetzt ist es auch noch ganz schön hell.

Foto © CROCE+WIRStrukturierte Sichtbetondecke mit Oberlichten
Ein Original: harmonisch, authentisch, unverkitscht, heimelig - einfach schön." Das sind die Worte, die Wilhelm Spirk aus dem Herzen kommen, wenn er beschreiben soll, was ihm an seinem strohgedeckten Kellerstöckl im südsteirischen Tillmitsch so gut gefallen hat, dass er die Immobilie vor acht Jahren ohne lange nachzudenken vom Fleck weg gekauft hat. Ein gehegtes und gepflegtes Schmuckstück, in dessen alten Tramen das Baujahr 1724 eingeritzt ist. Sogar die Innenausstattung mit Antiquitäten: "perfekt bis ins letzte Detail", sagt der Bauherr.
Licht ins Dunkel
Alles in allem dann aber doch eine Schönheit, die auf Dauer fast ein bisschen depressiv macht: Weil die winzigen Fenster kaum Licht ins Haus lassen. "Sogar tagsüber braucht man das elektrische Licht," sagt Martha Spirk. Von der herrlichen Landschaft war in den Wohnräumen nichts zu spüren. "Den Weingarten haben wir überhaupt nur vom ersten Stock aus gesehen." Erste Überlegungen gingen in Richtung einer kompletten Öffnung einer Giebelseite.
Glasklare Sache
Als Bauingenieur gab Spirk das Arbeitsmaterial Sichtbeton von Anfang an vor. Dass dazu viel Glas kommen musste, lag auf der Hand, ging es doch darum, den (Wein-)Garten ins Haus zu holen. Die große Kunst war nun, den neuen Baukörper mit dem Flachdach elegant und technisch perfekt an das alte Haus anzuschließen, das dabei nahezu unberührt bleiben sollte. Nur die rückseitige Haustür wurde ausgehängt. "Ich habe ein Ingenieurbüro, hier wisst aber ihr am besten, wie das geht", hat sich der Bauherr dabei völlig auf seine Planerin und die Handwerker verlassen. Das Resultat freut Martha und Wilhelm Spirk heute noch jeden Tag: "fantastisch, wie harmonisch sich die alte Außenmauer in den neuen Zubau einfügt, damit haben wir gar nicht gerechnet." Eine perfekte Symbiose von Alt und Neu; keine harten Brüche, trotz sauberer Trennung der beiden Baukörper. Dafür sorgt auch das Farbkonzept: Zum Altbau hin werden die Farben im Pavillon dunkler.
Auch die südseitig (zum Weingarten hin) vor den Gebäuden durchlaufende Terrasse reagiert auf den Unterschied: Vor dem Pavillon wurde Carrara-Marmor verlegt - derselbe Belag wie innen, nur rau statt glänzend - vor dem Kellerstöckl besteht die Terrasse aus Holz (Teak).
Einladung zum Sterneschauen
Was sich durch den Zubau für die Familie Spirk geändert hat? "Die Stube drinnen wird nur noch selten genützt", sagt Martha Spirk. Das Wohnen spielt sich jetzt im neu gewonnenen Freiraum ab. Licht kommt von hier nicht nur von links und rechts und vorne und hinten - sondern auch von oben. Die Oberlichten laden zum Sterneschauen ein. Und ist der Himmel einmal bedeckt, schaltet man einfach die LEDS oder die Halogenlichter ein, die in den Röhren versteckt sind.
Features
Was & Wer
Projekt: 40 m2 Pavillon,60 m2 Terrassen. Bauzeit: 10. 2007 bis 3. 2008.
Planung: Doris Dockner, Arch/Art Interior Architecture/Artworks; Krenngasse 21, Graz, Tel.(0 66 4) 2222 440


















