Ein Schloss, das schwingt
Ein verstecktes Renaissance-Schloss im Kärntner Lavanttal, wunderschön saniert nach Feng-Shui-Kriterien. Mit viel Bodenständigkeit und Extravaganz.

Foto © Helmut WeichselbraunIm Schloss können auch Gäste übernachten
Die Tafel ist adventlich geschmückt. Mit blutroten Amaryllis, zarten Mistelzweigen und weichem Moos. Die Sonne steht so tief, dass sie die hohen Räume komplett durchflutet. Wenn man über den gebeizten Schiffsboden schreitet, knarrt er.
Seit 1975 wohnt Familie Rittler im Schloss Lichtengraben im Oberern Lavanttal zwischen Bad St. Leonhard und Reichenfels. Wie sie in den letzten Jahren die 1200 Quadratmeter ihres Gutes saniert haben, lässt uns staunen: Zeigt sich das Renaissance-Schloss als eine gelungene Kombination aus Bodenständigkeit und Extravaganz. "Alte Gemäuer haben eine Seele", sinniert Schlossbesitzer Andreas Rittler. "Für uns strahlt das Haus eine unglaublich positive Energie aus. Es will uns. Und das ist schön." Als Feng-Shui-Expertin brachte Hausherrin Astrid Rittler das stattliche Schloss zum Schwingen: "Im richtigen Rhythmus."
Naturmaterialien
Gearbeitet wurde beim Sanieren ausschließlich mit Naturmaterialien. Ein Kunststoff-Fenster? Für die Schlossbesitzer undenkbar. "Wir wollen alles authentisch haben. Natürliche Materialien sind die Wurzeln dieses Hauses. Ein alter Baum hat auch starke Wurzeln. Nichts haut ihn um. Mit unserem Haus ist es das Gleiche."
Feng Shui
Auf Anfrage berät Schlossherrin Astrid Rittler als Feng-Shui-Expertin und Meisterin der Geomantie.
Wichtig sei den Hausherren, keinesfalls das Gefühl zu haben, in einem Museum zu wohnen. Deshalb fahren sie auch nicht für jeden Möbelkauf ins Dorotheum. Andreas Rittler: "Wir lieben genauso moderne Stücke." Und Einrichtungsgegenstände, die Astrid Rittler von ihren Asien-Reisen mit ins Lavanttal bringt. Mit perfektem Auge, viel Liebe und Geduld zaubert die Kärntnerin ein dekoratives Arrangement nach dem anderen: "Ich hab' eben ein Faible für schöne Sachen." "Deshalb hat sie auch mich geheiratet", wirft der Schlossherr ein.
Schlossgeist
Schloss Lichtgraben ist seit 1886 in Familienbesitz der Vorfahren von Andreas Rittler. Fertig gestellt wurde der mächtige, dreigeschossige Bau mit Turmuhr als Sommerresidenz um 1543/44. Als Bauherr gilt Siegmund von Pain. Die Sensation: Erst vor kurzem wurden Mauerreste aus dem 13. und 14. Jahrhundert gefunden. Auf unsere Frage nach den Schlossgeistern, müssen die Kinder Linda (15 Jahre) und Julius (13 Jahre) schmunzeln: "Die weiße Frau", kommt es wie aus einem Mund geschossen. Mutter Astrid erklärt aber, dass es sich bei der geheimnisvollen Dame um eine Art Beschützerin des Hauses handle. Sonst gibt es im Schloss selbst noch einen Turmfalken und viele Fledermäuse. Gleich vier verschiedene Arten. "An die haben wir uns längst gewöhnt."
Auf rund 200 Hektar betreibt Rittler eine Forst- und Landwirtschaft im Vollerwerb. Inklusive Eigenjagd und zwei Hektar Fischwasser, Angelteiche und Forellenzucht. Wer den Flair von Schloss Lichtengraben genießen möchte: Im Zuge der Sanierung ist auch ein Appartement mit zehn Betten entstanden. Urlaub am Bauernhof machen und im Schloss wohnen.
Features
Feiern und wohnen
Die festlichen Räume des Schlosses können für Anlässe wie Hochzeiten, Seminare, Vorträge, Konzerte usw. gemietet werden.
Den Gästen steht ein Appartement für zwei bis zehn Personen zur Verfügung. Inklusive Zirbensauna.
Info-Telefon: (0699) 18 12 38 88
Foto

Die ehemalige Schlosskapelle ist heute ein BillardzimmerFoto © Helmut Weichselbraun


















