Holz trotzt klirrender Kälte
Mitten in der Antarktis trotzt die "Prinzessin Elisabeth"- Forschungsstation eisigen Temperaturen bis zu minus 50 Grad. Das Besondere daran: Sie hat kein herkömmliches Heizsystem. Dieses Meisterstück war nur mit Holz möglich.

Foto © International Polar Foundation/René Robert International Polar FoundationAus Fichtenholz besteht das Innenlebender Polarstation "Prinzessin Elisabeth" in der Antarktis
Wie ein glitzerndes Ufo aus fernen Galaxien steht die Forschungsstation im Königin-Maud-Land, auf einem Granitfelsen inmitten von Eis und Schnee. Unwirklich muten auch die Eckdaten an: extreme Windgeschwindigkeiten, Temperaturen stets unter Null Grad Celsius und keine herkömmlichen Heizsysteme. Trotzdem kann die Besatzung bei angenehmen Temperaturen arbeiten. Es ist ganz einfach eine Meisterleistung der Ingenieurskunst und des Rohstoffes Holz. Das Gebäude, geplant und errichtet von International Polar Foundation mit Sitz in Brüssel, besteht zu achtzig Prozent aus Holz. Unter dem Mantel aus 25 Tonnen rostfreiem Stahl verbirgt sich ein gitterförmiges Tragwerk aus rechtwinklig verleimten Mehrschichtholzträgern und Verbindungselementen.
Für die Außenwände wurden Brettsperrholz- Panele aus Fichtenholz verwendet, dazwischen befindet sich zur Dämmung eine vierzig Zentimeter dicke Schicht aus Styropor und Graphit. Die Holzpanele sind durch Kanthölzer aus Buchenholz verbunden. Solarzellen an den Wänden und auf dem Dach der Station sowie acht Windkrafträder stellen die Stromversorgung sicher. Die Station ist als Passivhaus konzipiert. Wärmeverluste werden vermieden, die Wärmeabstrahlung der Haustechnik und der Besatzung dienen als Energiequellen. Die in Passivhäusern übliche Komfortlüftung wurde auch hier eingebaut.
Die Form der Fenster hilft ebenfalls, möglichst viel Energie zu sparen. Trinkwasser wird aus Schnee gewonnen und drei Viertel der Abwässer werden wiederaufbereitet. Die "Prinzessin Elisabeth" ist damit die weltweit erste energieautarke, komplett emissionsfreie Polarstation und wird ausschließlich mit erneuerbaren Energieträgern – Sonne und Wind – betrieben. Das mit modernster Technologie ausgestattete Forschungszentrum bietet Platz für 25 bis 40 Forscher und Techniker, die sich im antarktischen Sommer von November bis Februar dort aufhalten. Sie wollen die Klimaänderung und die Vielfalt der Lebensformen rund um den Südpol untersuchen.
Die Überdachung des Eingangsbereiches des Austria Center Vienna in der Wiener Donaustadt ist ein auffälliger Kontrast zu dem dominierenden Stahl-, Glas- und Beton-Ambiente. Die Welle ist von weitem sichtbar und verschafft dem Veranstaltungszentrum ein unverwechselbares Entree. Gleichzeitig ist sie ein spektakuläres Beispiel einer zeitgemäßen Holzkonstruktion. Wieder einmal punktet Holz hier mit beeindruckenden Dimensionen: Die Tragwerkskonstruktion in Wellenform ist 25 Meter breit, 17 Meter hoch und 32 Meter lang. Große geschwungene Holzträger bilden eine rautenförmige Tragstruktur, die sich nach oben hin immer mehr verjüngt und so eine leichte, elegante Überdachung bildet. Dafür und für seine Planungen im modernen Holzbau der Stadt Wien hat Tragwerksplaner Richard Woschitz den Wiener Ingenieurspreis erhalten.
"Der Werkstoff Holz hat Zukunft, vor allem auch im urbanen Bereich. Er hat eine berechtigte Rolle auch im Wohnbau der Stadt Wien", sagt Woschitz. Begehbare Holzskulptur Ein begehbarer Achter aus Holz ist der Messestand von Lignum, der Dachorganisation der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft. Sie will das Publikum auf diese Weise unmittelbar die architektonischen Gestaltungsmöglichkeiten von Holz erleben lassen. Dafür wurden zwanzig Ebenen aus 50 Millimeter starken Fünfschichtholzplatten alternierend mit 13 Zentimeter hohen Distanzelementen aus demselben Material aufeinander gestapelt. So entstand ein organisch geformtes Gebilde. Die begehbare Holzskulptur entwickelt sich stets zum Besuchermagneten.
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Bild vergrößernDie begehbare Holzskulptur von Lignum, errichtet aus mehrlagigen Massivholzplatten, ist eine BesucherattraktionFoto © Hannes Henz, Zürich/LIGNUM










