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Zuletzt aktualisiert: 09.04.2009 um 09:30 Uhr

Die Aktie der Zukunft

Das Potenzial für thermische Sanierungen in Kärnten ist groß. Etwa die Hälfte der rund 165.000 Einfamilienhäuser stammt aus der Bauperiode zwischen 1945 und 1980. Diese Bauten haben einen Heizölverbrauch von 3000 bis 4000 Litern/Jahr. Der Standard neuer Häuser hingegen liegt mittlerweile weit unter 1000 Litern Öl oder zwei Tonnen Pellets im Jahr. - Interview mit Gerhard Moritz, Geschäftsführer des Vereins energie:bewusst Kärnten.

Was bringt eine thermische Sanierung?
Gerhard Moritz: Energiesparen ist die Aktie der Zukunft. Grundsätzlich kann man sagen, dass die thermische Gesamtsanierung eines rund 30 Jahre alten Gebäudes den Energieverbrauch halbiert.
Wie groß ist das Interesse an Sanierungen?
Moritz: Sehr groß. Nach Bekanntmachung der Vor-Ort- Energieberatung haben wir innerhalb von sechs Wochen 500 Anmeldungen bekommen. Der Energieberater ermittelt alle Energiesparpotenziale beim Gebäude, der Heizungs- und Warmwasseranlage sowie beim Stromverbrauch und er kann auch den Energieausweis berechnen. Dazu wird das Gebäude 1:1 im Computer nachgebaut und über detaillierte Berechnungen der Wärmebedarf ermittelt.
Wozu brauche ich den Energieausweis?
Moritz: Er ist die Basis für die Planung von Sanierungen, damit kann man Vergleichsangebote einholen und auch Förderungen für den Neubau, die Gebäude- und Heizungssanierung gibt es nur mit ihm. Bei Verpachtungen und Vermieten sowie dem Verkauf eines Hauses ist der Energieausweis jetzt ebenso vorgeschrieben wie bei öffentlichen Gebäuden.
Was kostet der Ausweis?
Moritz: Die Vor-Ort-Energieberatung wird mit 100 Euro gefördert, der "Selbstbehalt" beträgt 50 Euro. Der Energieausweis für ein Ein- bis Zweifamilienhaus kostet rund 450 Euro und wird mit 350 Euro gefördert. Der Hausbesitzer zahlt also insgesamt nur 150 Euro für ein wirksames Instrument als Basis der Sanierungsmaßnahmen. Die genannte Förderung gilt nur im Fall von Sanierungen.
Wie hoch sind die Förderungen für Sanierungsmaßnahmen?
Moritz: Das hängt von den Maßnahmen ab, bis zu 21.600 Euro an nicht rückzahlbarem Zuschuss unabhängig vom Familieneinkommen sind möglich.


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