Mit Blick auf den Großglockner
Seit über 20 Jahren wohnt Nationalparkdirektor Peter Rupitsch mit seiner Familie in einem Holzbau mitten in Heiligenblut. Das Gebäude wirkt auch heute noch modern.

Foto © PuchDer Holzbau passt sich dem Gelände an
Wenn man das Wohnzimmer betritt, ist man sofort gefangen von der Wärme und Freundlichkeit. "Dieser Raum ist besonders schön", sagt Inge Rupitsch. Die Kombination von weißem Mauerwerk und Holz, der Blick auf den Großglockner, die liebevoll ausgesuchten Möbelstücke und die Einteilung in Nischen machen das Flair des Raumes aus. Geplant wurde das Haus vor 25 Jahren von einem jungen Architekten, den Rupitsch durch ein Nationalpark-Projekt der TU Graz kennenlernte. Assistent war damals ein gewisser Ronacher. So trafen zwei Pioniere aufeinander: Peter Rupitsch als Kämpfer für die Nationalparkidee, der erste, der in Österreich für einen bestehenden Nationalpark angestellt wurde, und Herwig Ronacher, der als junger Architekt mit Holz baute, als viele diesen Baustoff in Kärnten noch scheel anschauten.
Die Vorgabe des jungen Bauherren lautete damals: "Ich will von der Garage bis ins Schlafzimmer alles unter Dach haben, und Geld haben wir nicht viel". Schon der erste Entwurf passte. Es wurde ein Mischbau, in den Hang hinein gemauert und der Rest aus Holz. Von der Garage führt eine mit Glas überdachte Stiege in den Wohnbereich.
"Der konstruktive Holzbau war für mich immer ein Thema, ich hab gesehen, was die Leute um Prof. Riepl von der TU Graz für tolle Holzarchitektur machten", erzählt der Nationalparkdirektor. Als Fassade kommt für ihn nur unbehandeltes Lärchenholz in Frage. "Ich finde es schön, wenn es eine Patina bekommt, das gehört dazu", meint er. So wurde die ursprüngliche Verkleidung aus Fichte zu einem späteren Zeitpunkt mit Lärche ummantelt. Auch Herwig Ronacher hat seit der Kindheit eine enge Verbindung zu Holz und blieb auch als Architekt diesem Werkstoff treu. Anfang der 1980er Jahre entstand sein erster Holzskelettbau.
"Holz ist für mich ein warmer Baustoff, biologisch und natürlich", sagt er. Dieses Denken fand damals keine Mehrheit. "Holz hatte bei uns als Baustoff nicht das beste Image" erzählt der Heiligenbluter Rupitsch. "In unserer Gegend stand Holz für Armut. Der wohlhabende Bauer hatte ein weißes Haus, ein gemauertes. Das hat sich heute natürlich sehr gewandelt.
"Doch vor 25 Jahren fand seine Entscheidung, mit Holz zu bauen, in der Nachbarschaft nicht viel Anklang. Sogar in die Heiligenbluter Faschingszeitung brachte es der Bau, der damals als "modern" galt, was nicht unbedingt positiv gedeutet wurde. Mehr Anklang fand das Haus bei den Experten. 1987 wurde es mit einer Anerkennung zum Landesbaupreis ausgezeichnet. "Ich würde wieder mit Holz bauen", sagt Rupitsch. Und tut es auch. Die Pläne für den Wintergarten liegen schon bereit.
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Hinter der Garage führt eine überdachte Stiege durch den HangFoto © Puch







