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Zuletzt aktualisiert: 25.01.2011 um 09:10 Uhr

Alte Triebe rosten nicht

Die Steinzeit ist vorbei? Von wegen! Beim Planen, Bauen und Wohnen bleiben Frau und Mann ihren Urahnen treu. Im Gespräch: Innenarchitekt luc ewald maurell.

Leben wie in der Steinzeit: In gewissem Sinne tun wir es immer noch. Gern sogar!

Foto © Michael KöhlerLeben wie in der Steinzeit: In gewissem Sinne tun wir es immer noch. Gern sogar!

Wie stellen sich Frauen ihr Haus vor?
luc ewald maurell: Frauen haben überall gern Blumen und Deko – dafür sollte im Haus Platz sein. Es sollte also dafür keine dunklen Ecken geben, und die Fensterbänke müssen breit sein.
Was bedeutet ein Haus für eine Frau?
maurell: Vor allem bei schwangeren Frauen ist es tatsächlich ein Nestbau. Und dieses Nest wollen sie bald fertig haben, damit sie sich niederlassen und an einer fixen Stelle die Kinder erziehen können. Dabei wollen Männer sehr viel Glas, oft ganze Wände. Frauen wollen es zwar auch hell, aber dennoch geschützt.
Nach welchen Kriterien planen Frauen und Männer ihr Haus?
maurell: Die Frau muss sich meistens auf jemand anderen verlassen und holt sich eher einen Berater. Der Mann will es meistens selbst in die Hand nehmen. Bei Paaren ist es so, dass Frauen eher rational denken. Männer sind da viel eher für Firlefanz und Technik. Bei der Frau ist wichtig, dass alles gut funktioniert – Heizung, Licht etc. Frauen sind auch finanziell nicht so risikofreudig wie Männer.
Wer baut um, wer baut lieber neu?
maurell: Beide haben oft lieber einen Neubau. Es kommt auf die Situation an. Generell gilt, dass Frauen eher keinen Umbau wollen, weil sie den Wirbel im Haus nicht haben wollen und sie das Gefühl haben, dass danach wieder alles geputzt werden muss. Da wollen sie es gleich lieber neu, frisch und sauber. Für den Mann ist das natürlich nicht so tragisch.
Wie sieht es mit der Grundstückswahl aus?
maurell: Für Frauen ist es eher wichtig, eine leichte Zufahrt zu haben, nichts Kompliziertes, und am besten in der Nähe der Verwandtschaft, um Kinderbetreuungsmöglichkeiten zu haben.
Lassen sich geschlechtsspezifische Unterschiede beim Wohnen ausmachen?
maurell: Ja, und die kommen noch aus der Steinzeit! Die Frau war mit den Kindern in der engen Höhle, geschützt auf kleinem Raum, in dem sie sich bewegt und ausgekannt hat. Der Mann ging auf die Jagd. In der Steinzeit konnten Männer noch mit den Ohren wackeln, um alles zu hören. Sie wollten weit sehen, um alles zu erlegen. Daher wollen Männer heute noch viel Glas. Frauen möchten eher den Höhleneffekt, durch den sie sich geschützt fühlen. Da kommt es manchmal zu Streitigkeiten, denn sie will nicht im Freien sein beim Wohnen.


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Zitat

"Viele Verhaltensweisen kommen noch aus der Steinzeit: Frauen wachten in der engen Höhle über die Kinder, Männer konnten noch mit den Ohren wackeln und folgten draußen dem Jagdtrieb."
luc ewald maurell

Deines, meines, unseres

Baustil: Hier herrscht geschlechtsspezifisch kein bestimmter vor. Entscheidungen fallen nach den finanziellen Möglichkeiten.
Wohnen: Männer bevorzugen Wände aus Glas, während Frauen das Gefühl brauchen, im Haus geschützt zu sein.
Deko: Diese liegt eher in Frauenhand. Männer wollen sogar für Wände neutrales Weiß. Frauen bevorzugen Farbe, Muster und etwas Besonderes.
Fassade: Bei der Außengestaltung gibt es in der Regel keine Geschlechterverteilung. Der Stärkere setzt sich durch.
Kunst: Ein Kunstwerk als Statussymbol bevorzugt eher der Mann, der auch gern darauf hinweist. Die Frau liebt Deko, diese muss aber nicht zwingend teuer sein.

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Mein Haus, einmal anders …

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