Was die Blumenprofis leisten
Die Steirer sind es inzwischen gewohnt, dass sich ihre Heimat in einen kunterbunten Blütenteppich verwandelt. Wie viel leisten die Teilnehmer des Blumenschmuckbewerbs? Ein Blick hinter die Kulissen.

Foto © FuchsBlumenkönigin Bernardette I.
Üppig gedeihender Fensterschmuck, von Blütenpracht überzogene Häuser, gesetzte Herzlichkeit an allen Ecken und Enden des Landes. Seit 51 Jahren ist der steirische Blumenschmuckbewerb in aller Munde. Und in aller Augen. Was für die Steirer fast selbstverständlich scheint, ist alles andere als das. Zigtausende Arbeitsstunden steckt jeder einzelne der inzwischen rund 38.000 Teilnehmer in das Blumenmeer, das sich wieder vom Dachstein bis zur Weinstraße über die grüne Mark gelegt hat. Am Donnerstag werden die Blumenkönige beim großen Finale des Bewerbs auf den Grazer Kasematten gekrönt.
Lesen Sie hier, was genau hinter jedem ihrer gepflanzten Kunstwerke steckt. Und warum die Steirer den Teilnehmern für ihren unermüdlichen Einsatz für ihr Land dankbar sein müssen. Die "Arbeitsanleitung":
Planung
Schon im Herbst des Vorjahres setzen sich die Gartenprofis an die Planung des nächsten Blumenjahres. Entwürfe für Haus und Garten werden gezeichnet, die Blumenwahl getroffen. Die Elite weiß dann sogar schon, neben wem der Balkonprinz ins Kisterl gesetzt wird. Wer Geld sparen will, kümmert sich auch dann schon um die Überwinterung von selbst gezogenen Setzlingen.
Umsetzung
Im Frühjahr ist es dann so weit. Die ersten Entwürfe werden umgesetzt und wenn notwendig nachgebessert. Der Blumenschmuck eines echten Profis kann schnell mehrere Tausend Euro kosten. Eine kleinere Gemeinde gibt schnell mehrere Zehntausende Euro für die Blütenpracht aus. Das Unglaubliche: Die Arbeitsstunden, die die Blumenfreunde leisten, sind meist unbezahlt.
Pflege
Gleich vorab: Auf den Sommerurlaub müssen die meisten Profis verzichten. Zu groß ist die Gefahr, dass der blühenden Oase etwas passieren könnte. Außerdem kostet die tägliche Pflege unglaublich viel Zeit. Wer Balkonschmuck und Garten zu betreuen hat, rupft, zupft und gießt schnell mehrere Stunden täglich (morgens und abends). Nicht selten opfern Teilnehmer sechs oder mehr Stunden für ihre Pracht.
Trickkiste
Zieht ein Unwetter auf, muss schnell gehandelt werden. Hagel könnte die schwer erarbeitetet Pracht in wenigen Sekunden zerstören. Besitzer eines Einfamilienhauses halten deshalb bis zu Hunderte Quadratmeter große Abdeckungen bereit, um ihre Blumen vor der eisigen Gefahr schützen und für das gesamte Steirerland erhalten zu können.
Features
Profi mit 13
Der Bewerb
Heuer findet der steirische Landesblumenschmuckbewerb "Die Flora" bereits zum 51. Mal statt.
Rund 38.000 Teilnehmer, ebenso viele wie im vergangenen Jubiläumsjahr, haben 2010 um die Wette gegartelt. Sie tragen laut Touristikern durch ihr Engagement dazu bei, dass die Steiermark das beliebteste Urlaubsland in Österreich ist.
Das Finale findet am Donnerstag (26. 8.) in Graz statt.













