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Zuletzt aktualisiert: 28.08.2008 um 18:00 UhrKommentare

Kleine Gärtner ganz groß

Unterricht im Gartenparadies: Schüler der Volksschule Wartberg legten ihren eigenen Kräuter- und Gemüsegarten an.

Foto © Sommer

"Na geh, du kannst das nicht", schüttelt der kleine Leon den Kopf und nimmt Christina die Gießkanne mit einem kräftigen Ruck ab. "Ertränken darfst sie nicht. So macht man das", erklärt er weiter und wässert behutsam den Salbeistock vor sich. "Die Kinder sind schon richtige Profis,wenn es um Gartenarbeit geht", erklärt Ursula Rothwangl nebenan lachend.

Gartenstunde. Wie die Achtjährigen dazu gekommen sind? "Über die Schule", kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen. Ein Jahr lang verlegten die 17 Schüler der zweiten Klasse der Volksschule Wartberg ihren Unterricht ein Mal pro Woche in den Garten von Rothwangel. Und landeten so in der Sonderkategorie "Kinder- und Jugendprojekte" unter den Teilnehmern des Landesblumenschmuckbewerbs.

Idee. Die Idee dazu hatte Klassenlehrer Helmuth Grafeneder gemeinsam mit der Gartenbesitzerin. "Ihr Grundstück liegt genau gegenüber der Schule. Bei einem Kaffee haben wir darüber geredet, dass es doch nett wäre, wenn die Kinder einen Gemüse- und Kräutergarten anlegen und so die Natur kennenlernen können", erinnert sich der passionierte Gartenfan. Einzige Bedingung: Die Kinder sollten in jeden Arbeitsschritt eingebunden werden. Gesagt, getan. Im Sachunterricht stand die Entwicklung der Pflanze auf dem Lehrplan, während im Werkunterricht eifrig an den Einfassungen für das Beet gebastelt wurde. "Die Bretter da für den Zaun haben wir auch selbst Sägen dürfen", erzählen die Kleinen begeistert. Was sie sonst noch gelernt haben? "Wie man gießt und jätet. Und wie man Salat einsetzt. Und welche Tiere in einem Garten leben", erzählen sie aufgeregt.

Jahreslauf. Im Laufe des vergangenen Jahres entstanden so neben dem Kräutergarten auch ein Käferhotel ("die sind nicht grauslich, sondern wichtig, sagt die Frau Rothwangl"), zwei "Igelburgen", wo sich immer wieder stachelige Zeitgenossen einnisten und eine Futterstation für Katzen, die besonders von Hauskatze Paul geschätzt wird. Ob die Kinder auch außerhalb des Unterrichts in Rothwangls Garten helfen? "Ja. Besonders jetzt in den Ferien kommen die Kleinen immer wieder vorbei und schauen nach dem Rechten", meint die Besitzerin des Hauses Windsor, einer der kleinsten, aber dafür schönsten Pensionen des Landes. Deshalb soll Garteln auch im nächsten Jahr am Stundenplan stehen: Ein weiteres Beet für ein Folgeprojekt ist bereits reserviert. Was sie dann ansetzen wollen? "Das ist egal", meint Leon, "Hauptsache, die Christina lernt endlich gießen."

Andrea Stanitznig

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