Gartentrends im neuen Jahr
In Gartenzeitschriften, neuen Büchern und Katalogen lassen sich die Gartentrends 2013 deutlich ablesen. Hier die sieben wichtigsten Entwicklungen. Von Karl Ploberger

Foto © WallnerFast ein Muss - das Hochbett
Noch mehr Garten
Ob Meinungs- oder Zukunftsforscher, in einem Punkt sind sie sich einig: Die "Oase daheim“ wird auch in den nächsten zwölf Monaten zum bestimmenden Thema. So sehr Urlaube erwünscht sind, wenn die Krise die Geldtasche leert, macht man es sich daheim gemütlich. Nicht nur in der Wohnung, sondern auch auf Balkon, Terrasse und im Garten. Da lässt sich mit vergleichbar wenig Geld ein kleines, ganz privates Paradies schaffen. Freilich, finanziell sind die Grenzen nach oben völlig offen. Das zeigen die steigenden Umsätze der letzten Jahre bei Gartenausstattern, Gartengestaltern und Gärtnereien.
Noch mehr Grün in der Stadt
Es muss ja nicht gleich das neudeutsche ?Urban Gardening“ sein, doch eines ist gewiss: Wo immer Platz ist, stehen in Zukunft auf Balkon oder Fensterbank Kräuterkisterln oder Tomatenstauden. Es geht nicht so sehr um das Selbstversorgerdenken, sondern um die neue Philosophie der Entschleunigung. Das Keimen, Wachsen und Ernten zu erleben, zeigt, dass nicht alles von heute auf morgen geht. Das Garteln holt die Menschen aus der Alltagshektik heraus und macht aus ihnen erdverbundene Wesen.
Noch mehr Bio
Der Trend zum giftfreien Gärtnern wird noch viel stärker. Das zeigen die Strategien der großen Konzerne. Waren vor Jahrzehnten die giftigsten Spritzmittel gerade noch gut genug, so will es der Konsument von heute sanft, sanfter, am sanftesten! Zwar ist das noch eine Frage der Generationen, aber von Jahr zu Jahr werden die ?Giftler“ zu einer immer kleineren Minderheit. Und der Gesetzgeber reagiert darauf: Immer weniger chemische Spritzmittel sind noch frei erhältlich.
Noch mehr Genuss
Die Nachkriegsgeneration hatte jahrzehntelang die Märkte bestimmt und eigentlich Dekoration über Nutzen gestellt. Man wollte den Luxus nach den vielen Jahren der Entbehrung ausleben. Jetzt ändert sich die Richtung: Jungfamilien wollen den Kindern zeigen, wie die Paradeiser wachsen, wie Schnittlauch und Basilikum gedeihen und dass Himbeeren nicht im Gefrierregal des Supermarktes geerntet werden. Die Verkaufszahlen von Jungpflanzen haben in den letzten Jahren alle Rekorde gesprengt – und das geht zweifellos so weiter.
Noch mehr Hochbeete
Wer noch keines hat, sollte sich 2013 eines zulegen, denn die Tendenz ist nicht zu übersehen: Das bequeme Garteln ist gefragt wie nie und da gehören ohne Zweifel die Hochbeete dazu. Ein Spaziergang durch Siedlungen zeigt es deutlich: In rund 20 Prozent der Gärten findet man diese praktischen Gartenbeete in Hüfthöhe bereits und das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Immer neue Modelle und Baumaterialien lassen diese Welle der Begeisterung gewiss nicht so schnell abebben.
Noch mehr Natur
Das Insektenhotel ist nur ein Symbol dafür, dass sich die Menschen von heute besinnen. In Zeiten von immer mehr Umwelt- und Klimakatastrophen wollen sie entgegensteuern und im ganz persönlichen Umfeld auch ihren Beitrag leisten. Auch große Konzerne reagieren längst auf diese Strömung und liefern das Naturerlebnis mit allen möglichen Produkten, die vom Igelhaus bis zu speziellen Nistkästen reichen, frei Haus.
Noch mehr Sinnlichkeit
Still und heimlich hat sich eine romantische Entwicklung breitgemacht: So sehr die Architektur zurzeit klare Formen und puristische Gestaltung vorgibt, der Gartenbesitzer von heute möchte in üppigen Rosenblüten schwelgen, den Duft von Lavendel und Kräutern genießen. So sind etwa Blumenwiesen wieder im Trend. Während sie in der Natur immer mehr verschwinden, bemüht man sich im Garten, eine Oase für Naturwiesen zu schaffen. Kommen dann noch duftender Flieder und Jasmin und verträumte Plätze unterm Rosenbogen dazu, ist die Gartenwelt vollkommen.











