Garantiert weiße Weihnachten
Pflanzen ganz in Weiß, die in diesen Tagen besonders schön blühen, sorgen in den eigenen vier Wänden allemal für Stimmung. Von Karl Ploberger

Foto © Helena Wallner Besticht in weihnachtlichen Gestecken: Die Amaryllis, der neue Star unter den weißen Blüten. Der Ritterstern macht sich aber auch ganz prächtig als Topfpflanze auf der Fensterbank
In vielen Teilen des Landes hat es schon Schnee gegeben, aber ob sich weiße Weihnachten tatsächlich ausgehen, wagen auch die Meteorologen noch nicht zu sagen. Die Frage "Gibt es Schnee am Heiligen Abend?" bleibt vorerst noch unbeantwortet. Ich garantiere Ihnen - wenigstens botanisch gesehen - weiße Weihnachten.
Exotische Schönheit Kamelie
Viele der so herrlichen Kamelien standen noch bis vor wenigen Tagen im Garten, gediehen dort prächtig und setzten viele Blüten an. "Kaum hab ich sie ins Wohnzimmer geholt, fielen alle Knospen ab", mailte mir eine Gartenfreundin und fügte die Frage hinzu: "Darf man diese Pflanzen wirklich nicht umstellen?" Es ist ein Irrglaube, dass der Ortswechsel den Knospenfall auslöst. Einzig und allein die Wärme und falsches Gießen verursachen diese Schäden. Kamelien stehen am liebsten in einem kalten Wintergarten oder einem sehr kühlen Vorhaus. Temperaturen um die fünf (!) Grad sind ideal, absolutes Maximum sind 15 Grad. Mit Regenwasser gießen und niemals austrocknen lassen. Gedüngt wird erst im Frühling.
Weihnachtsklassiker Azalee
Ähnlich in den Ansprüchen, aber nicht ganz so sensibel sind die Azaleen. Sie vertragen, wenn sie einmal blühen, auch für einige Wochen die normale Zimmertemperatur. Aber auch hier gilt: Besser geht es ihnen, wenn es sehr, sehr kühl ist. Regenwasser wäre ideal. Auch hier wird erst im Frühling gedüngt. Weiß ist die typische "Weihnachtsblüten-Farbe", es gibt sie aber auch in allen Rot- und Rosatönen.
Nostalgisches Alpenveilchen
Ein nostalgischer Klassiker, der schon bei den Urgroßmüttern beliebt war, ist das Alpenveilchen, die Zyklame. Auch sie liebt es eher kühl und blüht dann monatelang. Immer von unten gießen, dann gibt es keine Fäulnis. Im warmen Zimmer gedeiht sie bloß einige Wochen, "wie ein schöner Blumenstrauß", sagen manche Zyklamenliebhaber, die mangels idealer Plätze die Zyklamen als Wegwerfpflanze sehen.
Absoluter Hit Orchidee
Ohne Zweifel ist auch bei den "weißen" Weihnachtsblumen die Orchidee der Spitzenreiter, was die Robustheit betrifft. Phalaeonopsis-Orchideen gibt es zwar in vielen Farben, aber gerade die weißen sind extrem beliebt. Beim Kauf darauf achten, dass die Pflanze nicht zu lange in der Kälte gestanden ist, ausgetrocknet ist oder keine kleinen neuen Blütenknospen angesetzt hat. Gießen sollte man etwa einmal pro Woche - am besten in lauwarmes Wasser tauchen und keinesfalls Wasser im Untersetzer stehen lassen.
Der neue Star in Weiß
Die Amaryllis hat sich zum neuen Weihnachtsstar entwickelt, Riesenblüten in edlem Weiß strahlen in weihnachtlichen Gestecken oder auf der Fensterbank. Die ursprüngliche Heimat des Rittersterns, den es auch in Rot- und Rosatönen gibt, ist Südamerika, seit beinahe 200 Jahren ist er in Europa zu finden. Da die Amaryllis im Winter ihre Hauptblüte hat, ist sie wie geschaffen für den Weihnachtsschmuck.














