Die Duftnoten des Sommers
Mitte August besitzen die Kräuter die höchste Konzentration an Duft. Biogärtner Karl Ploberger weiß, welche Kräuter welche Pflege brauchen und wo die aromatischen Pflanzen gerne wachsen. Plus: So wirken Heilkräuter.

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Eine Kräuterecke ist die Duftoase in jedem Garten. Sie liefert nicht nur köstlich Aromatisches für die Küche, sie ist auch die "Apotheke" des Gärtners - und das schon seit Jahrhunderten. Jetzt im August ist Haupterntezeit der Kräuter - am besten am späten Vormittag, da sind die Blätter trocken und voller Energie und ätherischer Öle.
Alle Küchen- und Heilkräuter sind "Sonnenkinder", denn fast alle diese Gewächse haben ihre Heimat in südlichen Regionen. Nur wenn ausreichend Wärme und Licht zur Verfügung stehen, bilden sich die heilenden und würzenden Substanzen in großen Mengen aus. An den Boden stellen sie generell keine großen Ansprüche. Man glaubt es kaum, aber viele gedeihen am besten, wenn der Boden karg ist.
Hier eine Auswahl der wichtigsten Kräuter:
- Basilikum (Ocimum sp.) mag eine warme sonnige Stelle im Garten. Gedeiht am besten in Töpfen am Balkon. Braucht humose Erde. Ist es zu kühl, dann geht die Pflanze rasch ein.
- Bohnenkraut (Satureja hortensis) direkt aussäen, im Sommer wenig gießen, dann bekommen die Pflanzen gutes Aroma.
- Dill (Anethum graveolens) am besten dort säen, wo dann die Gurken hingepflanzt werden. Gut mulchen, Dill liebt einen feuchten Boden. Tipp: Wenn Dill nicht wachsen will, "über die Schulter den Samen in den Garten werfen", dann wächst er garantiert, verspricht eine Bäuerin.
- Kamille (Matricaria recutita) direkt aussäen. Besonders karge Erde ist ideal. Blüten täglich abzupfen und trocknen. Sät sich immer wieder selbst aus.
- Knoblauch (Allium sativum): Im März oder schon im Oktober die Zehen stecken. Mag keine frisch gedüngte Erde! Ist die ideale Mischkulturpflanze bei Erdbeeren oder im Rosenbeet. Ernte, sobald das Laub dürr ist.
- Kresse (Lepidium sativum) ist das flotteste Kraut, ideal für leer gewordene Beete oder im Blumentopf, kann auch noch jetzt gesät werden.
- Lavendel (Lavandula angustifolia) ist der ideale Partner der Rosen. Liebt trockene, durchlässige Erde in voller Sonne. Sofort nach der Blüte schneiden.
- Oregano (Origanum vulgare), das Pizzagewürz, darf nicht fehlen: Bei Sonne und Wärme wuchert es. Nach der Blüte Rückschnitt, dann treibt er wieder durch und bildet dichte Polster.
- Petersilie (Petroselinum crispum) nervt viele Gärtner, weil sie sehr langsam keimt. Ideale Aussaat: Ende August, da passt die Bodentemperatur und die Erdflöhe sind nicht mehr so lästig.
- Ringelblume (Calendula officinalis) bedeutet: einmal Ringelblume, immer Ringelblume. Sie sät sich überall aus, ist lästig, aber wunderschön.
- Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist mein Liebling. Der Duft bringt uns den Süden in den Garten. Er ist nicht winterhart, daher bleibt er im Topf in sandiger, kiesiger Erde.
- Salbei (Salvia officinalis) bedeutet "Halsweh ade". Frischer Salbei schmeckt aber auch geröstet. Die Pflanze stellt keine Bodenansprüche.
- Thymian (Thymus sp.) ist schön und duftend: Keine Pflasterritze darf ohne ihn sein, je karger, desto aromatischer.
- Minze (Mentha) wurde nach "Minthe", einer griechischen Nymphe, benannt, die die Zuneigung des großen Gottes Hades gewann. Damit seine Frau keine Rache nehmen konnte, verwandelte er Minthe in eine Pflanze. Die Hebräer legten die Synagogen damit aus, um unangenehme Düfte zu überdecken. Botaniker sprechen von 20 bis 30 Arten und weit mehr als 600 Sorten. An feuchten, halbschattigen Stellen im Garten fühlen sich Minzen so wohl, dass sie durch unterirdische Ausläufer rasch zu wuchern beginnen. Daher Minzen immer in großen Töpfen, die in die Erde eingesenkt sind, kultivieren, sonst kennt man die Sorten bald nicht mehr auseinander.












